Ab sofort gelten im Hotel- und Gastgewerbe 1.500 Euro Mindestlohn

02.Mai 2018

Seit 1. Mai liegt der kollektivvertragliche Mindestlohn bzw. das Mindestgehalt auch im Hotel- und Gastgewerbe bei 1.500 Euro brutto im Monat. Laut Gewerkschaft betrifft die neue Lohnuntergrenze fast die Hälfte der rund 220.000 Branchenjobs.

Der kollektivvertragliche Mindestlohn und -gehalt steigt mit 1. Mai um durchschnittlich 2,3 Prozent. Lehrlinge bekommen je nach Lehrjahr zwischen 20 und 30 Euro mehr. Der Nachtarbeitszuschlag und die Fremdsprachenzulage erhöhen sich jeweils um 50 Cent, die Fehlgeldentschädigung wird um einen Euro angehoben. Darauf einigten sich die Sozialpartner bei ihren Lohn- und Gehaltsverhandlungen für 2018.

Mehr Geld für Lehrlinge als Signal

Die Anhebung der Lehrlingsentschädigungen bezeichnet die Arbeitgeberseite laut Aussendung als „ein starkes Signal in Richtung des Nachwuchses“, um die Lehrlingsausbildung im Tourismus in Zukunft noch attraktiver zu machen.

Fixe Entlohnung auch in Kärnten und Steiermark

Siet Anfang Mai gilt nun auch in Kärnten und Salzburg das Festlohnsystem. Die Beschäftigten wissen damit schon am Anfang des Monats, was sie am Ende bekommen und könnten so besser planen.

Schrittweiser Roll out des Mindestlohns

In Österreich haben die Sozialpartner schrittweise einen flächendeckenden Mindestlohn von 1.500 Euro brutto für Vollzeitbeschäftigte vereinbart.

Köche, Kellner & Co. dringend gesucht

Der Mindestlohn soll  helfen, den Arbeitskräftemangel in der Branche zu lindern. Aktuell bleiben  zahlreiche Stellen  lange unbesetzt. So sind etwa Köche im Westen Österreichs äußerst schwer zu finden, wie die Wirtschaftskammer immer wieder betont. Bis 2023 werden laut Wifo 36.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Ein Viertel mehr Arbeitskräfte binnen zehn Jahren

„Wir haben jetzt schon ein Problem, die Stellen zu besetzen“, gibt Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich zu bedenken. In den vergangenen zehn Jahren habe sich der Arbeitskräftebedarf bereits um 25 Prozent erhöht. Und in den kommenden fünf Jahren verschärfe sich die Lage betreffend verfügbarer Mitarbeiter weiter.

Besseres Umfeld schaffen

Die Betriebe investierten den Angaben zufolge bereits in die Mitarbeiter – in Form von besseren Unterkünften und ansprechenderen Karriereleitern. „Wir nehmen uns da selbst an die Nase“, sagte Nocker-Schwarzenbacher, die ein Hotel in St. Johann im Pongau führt. Von Gewerkschaftsseite wiederum werden den Tourismusbetrieben vor allem familienfeindliche Arbeitszeiten entgegengehalten. Das macht das Arbeiten in der Branche laut Arbeitnehmervertretern unattraktiv.

Kein Arbeitskräftenachschub aus Ungarn und Deutschland

Die heimischen Hoteliers hoffen nun bei der Besetzung der verfügbaren Jobs auf personelle Unterstützung aus dem Ausland – doch auch das ist schwierig: Denn in Deutschland und Ungarn, wo bisher viele Mitarbeiter hergekommen sind, boomt der Tourismus. (APA)