Außenhandel: Warum die Geschäfte mit China an Bedeutung gewinnen

09.April 2018

Der lang vorbereitete österreichische Staatsbesuch in China erntet die ersehnten Früchte. Im Zuge der Reise konnten heimische Wirtschaftsvertreter Verträge in Höhe von 1,5 Milliarden Euro abschließen. Dabei ist die Größe des chinesischen Absatzmarktes das entscheidende Kriterium, ergab eine Umfrage des Außenwirtschaftscenters Peking.

Im Vorjahr haben sich die österreichischen Direktinvestitionsprojekte in China auf 94,8 Mio. US-Dollar (76,94 Mio. Euro) mehr als doppelt. Die Behörden zählten 42 Projekte. Laut Zahlen der österreichischen Nationalbank machten österreichische Investitionen nach China und Hongkong 2016 jeweils 3,4 Mrd. Euro bzw. 874 Mio. Euro aus. Umgekehrt flossen 2016 Investitionen aus China und Hongkong für 641 Mio. Euro bzw. 2,8 Mrd. Euro nach Österreich. Nach einem Bericht der Rhodium Group war Österreich nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien 2016 der viertgrößte Investor der EU-28 in China.

Exporte nach China steigen stark

Der Außenhandel zwischen Österreich und China floriert. China ist für Österreich der zehntwichtigste Warenexportmarkt. Im Vorjahr verzeichneten die heimischen Exporte nach China das stärkste Wachstum seit drei Jahren. Österreichische Firmen lieferten Waren im Wert von 3,69 Mrd. Euro, ein Anstieg um fast 12 Prozent gegenüber 2016.

Maschinenbau als zentrale Branche

Wichtige österreichische Exportprodukte nach China sind Maschinen/-teile, Elektromotoren und elektrische Generatoren, Kraftfahrzeuge, Messinstrumente und Medizintechnik, Pharmaprodukte und Kunststofferzeugnisse. Besonders stark würden auch menschliche und tierische Blut-Antisera sowie Dioden/Transistoren/Halbleiterelemente exportiert. Großes Potenzial wird heimischen Firmen beim chinesischen Mega-Infrastrukturprojekt „Neue Seidenstraße“ nachgesagt.

High Tech-Importe nehmen zu

Deutlich höher als die Ausfuhren sind aber die Einfuhren aus China. Bis Ende 2017 stiegen diese um 6,6 Prozent auf rund 8,49 Mrd. Euro. Österreich bezieht aus China vor allem elektronische Geräte wie Telefone sowie Maschinen für die Datenverarbeitung. Die Einfuhr von „normaler“ Bekleidung, Schuhen und Spielzeug habe im Vorjahr leicht nachgegeben, während der Import von speziellen Waren wie Skianzügen oder enthaartem Schaf- und Lammleder angestiegen sei, so die WKÖ-Außenwirtschaft in ihrem Wirtschaftsbericht für China. „Allgemein wird eine stärkere Einfuhr von komplexen Waren sichtbar“, heißt es da.

Chinesische Investoren

Trotz enormer Größenunterschiede ist Österreich für China ein interessanter Markt. Zahlreiche chinesische Firmen sind hierzulande investiert. Jüngst für Aufregung sorgte der geplante mehrheitliche Einstieg des chinesischen Mischkonzerns Fosun beim Vorarlberger Strumpfhersteller Wolford. Der Deal muss noch von den Wettbewerbshütern geprüft werden.

Tourismus legt zu

Doch nicht nur bei chinesischen Firmen ist Österreich gefragt, sondern auch bei der Bevölkerung. Sowohl bei den Ankünften als auch bei den Nächtigungen chinesischer Touristen gab es 2017 Anstiege um je rund ein Viertel. Die Zahl chinesischer Gäste stieg damit auf knapp 900.000, jene der Nächtigungen auf 1,27 Millionen. (APA)