Medien: Warum Tageszeitungen weiter an Reichweite verlieren

06.April 2018

Die heimischen Tageszeitungen haben 2017 wieder an Reichweite eingebüßt. Das zeigt die aktuelle Media-Analyse (MA) für das Vorjahr. Die nationale Reichweite aller Tagestitel betrug demnach 64,6 Prozent oder 4,8 Millionen Leser. Dies bedeutet einen signifikanten Rückgang – also außerhalb der Schwankungsbreite – gegenüber 2016 (66,7 Prozent).

Mit 29,2 Prozent Reichweite (2,17 Millionen Leser) wochentags ist die „Kronen Zeitung“ wie üblich das meist gelesene Blatt des Landes. Das Kleinformat verbuchte aber einen signifikanten Rückgang von 1,3 Prozentpunkten. Die Gratiszeitung „Heute“ hatte mit 12,6 Prozent (938.000) die zweitgrößte Reichweite. Platz drei Reichweitenranking geht an die „Kleine Zeitung“ (Gesamt) mit 10,5 Prozent bzw. 784.000 Lesern – ein signifikantes Minus, und zwar von 1,1 Punkten.

Standard legt deutlich zu

7,3 Prozent erzielte der „Kurier“ (545.000 Leser), 7 Prozent die als Gratistitel geführte Tageszeitung „Österreich“ (signifikant minus 0,8, 523.000 Leser). Für den „Standard“ werden 6,5 Prozent Reichweite (480.000) ausgewiesen. Er hat damit als einzige Tageszeitung seine nationale Reichweite signifikant steigern können, nämlich um 1,2 Prozentpunkte.

Das Ranking der anderen

Die „Oberösterreichischen Nachrichten“ erzielten fünf Prozent (369.000), die „Presse“ kam auf 4,2 Prozent (315.000) und die „Tiroler Tageszeitung“ auf vier Prozent (294.000). 3,5 Prozent (263.000 Leser) hatten 2017 die „Salzburger Nachrichten“, 2,2 Prozent (163.000) die „Vorarlberger Nachrichten“ und 0,5 Prozent (39.000) die „Neue Vorarlberger Tageszeitung“. „Wiener Zeitung“ und „Neues Volksblatt“ nehmen nicht an der MA teil, werden aber bei der Gesamtreichweite der Tageszeitungen berücksichtigt.

profil bleibt stabil – NEWS verliert

Durchwachsen ist das Bild bei der Verlagsgruppe News. Das Flaggschiff „News“ verlor signifikant um 0,8 Punkte auf 4,3 Prozent Reichweite (318.000 Leser). Für „profil“ wird eine stabile Reichweite von 4,1 Prozent (308.000) ausgewiesen, für den „trend“1,7 Prozent (128.000). „tv-media“ verbuchte signifikante Rückgänge und hatte 2017 8,8 Prozent Reichweite (658.000). „Woman“ lag bei 5,1 Prozent (377.000).

Servus bleibt gefragt

Das Print-Reich von Dietrich Mateschitz sorgt in der Kategorie General Interest-Monatsmagazine mit „Servus in Stadt & Land“ für den Reichweiten-Spitzenreiter, das Wohlfühl-Magazin kam auf 12,6 Prozent Reichweite (936.000 Leser). Bei den Wochenzeitungen ist die „Ganze Woche“ mit 10,3 Prozent (770.000 Lesern) weiterhin stark. Der „Falter“ steigerte seine Reichweite signifikant auf 1,9 Prozent (143.000 Leser). Die regionalen Wochentitel dominiert die RMA-Kombi mit insgesamt 49,7 Prozent (3,7 Millionen Leser), die NÖN hatten sieben Prozent (523.000).

21 Prozent lesen e-Paper

Die MA-Daten stellen das Ergebnis einer umfassenden jährlichen Befragung dar. 2017 wurden insgesamt 15.652 Interviews im Zeitraum Jänner bis Dezember geführt. Auch einige generelle Fragen zur Mediennutzung beantworten die Teilnehmer dabei. So hat die MA herausgefunden, dass mittlerweile rund 21 Prozent Medien als e-Paper nutzen. 9,4 Prozent gaben an, mindestens eine Zeitung oder Zeitschrift ausschließlich in ihrer elektronischen Version zu konsumieren. Meist genutztes Endgerät fürs Internet ist noch der PC oder Laptop (79,5 Prozent), das Smartphone ist ihm mit 73 Prozent aber dicht auf den Fersen. (APA)