Fitnesscenter: Warum Mikro-Studios schwerer ins Verdienen kommen

02.März 2018


Dem österreichischen Markt für Fitnesscenter geht es gut. Im Jahr 2017 wuchs die Anzahl der Mitglieder in Fitnesscentern um zwei Prozent auf nunmehr 555.000 Personen. Einen Zuwachs gab es allerdings praktisch nur bei den Männern (+3,9%). Bei Studio-Neugründungen überwiegen mittlerweile Mikro-Studios, die aber mit Ertragsproblemen kämpfen.

Die Anzahl der weiblichen Mitglieder stagnierte 2017 bei rund 290.000 Personen. Der Branchenumsatz konnte im vergangenen Jahr um +3,8 Prozent gesteigert werden. Insgesamt wurden rund 241 Millionen Euro umgesetzt, zeigen Daten einer Marktstudie über Fitnesscenter in Österreich von BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

Bruchstellen

Am Markt herrscht ein großes Kommen und Gehen. Speziell in Ballungszentren kommen eigentümergeführte Fitness-Studios zunehmend unter Druck, weil internationale Ketten wie bspw. FITINN oder Mc Fit ihr Angebot ausweiten. Dennoch werden nach wie vor neue Single-Studios eröffnet. Im Saldo erhöht sich die Anzahl der Fitnesscenter konstant. Im Vergleich zu 2016 stieg im vergangenen Jahr die Anzahl der Standorte um +1,5 Prozent auf 533 Studios. Unter den Neueröffnungen waren Mikro-Studios – also Fitnesscenter auf einer Fläche von weniger als 200 Quadratmeter – bereits in der Überzahl, nicht zuletzt aufgrund der vergleichsweise geringen Eintrittsbarrieren.

Klasssische Fitnesshäuser halten sich

Positioniert wurden diese Fitnesscenter zumeist als Kraft- und Damen-Studios, doch trotz dieses wachsenden Angebots stieg im Jahr 2017 der Anteil von Mitgliedern, die in klassischen multifunktionalen Fitnesstempeln trainierten, auf gut 75 Prozent. Die kleinen, hippen Fitness-Studios haben Schwieirgkeiten, dieses auch dauerhaft rentabel zu führen. Die Überlebensquote ist deshalb bei Kraft- und Damenstudios signifikant geringer als bei großen, multifunktionalen Fitnesscentern.

In Wien trainiert man am meisten

Regional betrachtet wird in Österreich unterschiedlich viel trainiert. Die meisten Mitglieder in Relation zur Wohnbevölkerung haben Fitnesscenter in Wien. Hier kommen auf 1.000 Einwohner 69 Mitglieder. Studios in Niederösterreich und im Burgenland sind mit 57 bzw. 55 Mitgliedern pro 1.000 Einwohner Schlusslicht. Eine gewisse Verzerrung der Daten ergibt sich allerdings aus dem Umstand, dass wohl einige im Umland von Wien wohnende Personen in der Bundeshauptstadt trainieren. Österreichweit liegt die Quote bei 63 Mitgliedern pro 1.000 Einwohner. Überdurchschnittliche Mitgliedszahlen gibt es demnach noch in Oberösterreich (65 Pers./1000 EW), Salzburg (68 Pers./1.000 EW), Tirol und Vorarlberg (beide 67 Pers./1000 EW). Leicht unter dem Durchschnitt liegen die Steiermark und Kärnten (beide 61 Pers./1000 EW).

 

Mehr zum Thema

Branchenradar