Österreichs Landwirte verzeichneten 2017 kräftigen Einkommenszuwachs

27.Februar 2018

Nach Einbußen in den Jahren 2012 bis 2015 zeichnet sich bei den Einkommen aus landwirtschaftlicher Tätigkeit für 2017 eine sehr positive Entwicklung ab. Laut den Ergebnissen von Statistik Austria erhöhte sich das durchschnittliche landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft im Vorjahresvergleich real um 18,8 Prozent, nach einem Anstieg um 12,3 Prozent im Jahr 2016.

Maßgeblich für die Zunahme im Jahr 2017 waren die deutliche Erholung der Milchpreise sowie eine gute Weinernte vor dem Hintergrund der frostbedingten Ernteausfälle des Vorjahres. Der Gesamtproduktionswert der österreichischen Landwirtschaft wird für 2017 auf rund 7,3 Mrd. Euro geschätzt, mit einem Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die in der Einkommensberechnung berücksichtigten öffentlichen Gelder beliefen sich für 2017 in Summe auf rund 1,5 Mrd. Euro (-0,9 Prozent).

Rund 20 Prozent mehr auf der Habenseite

Für das landwirtschaftliche Faktoreinkommen, das die Entlohnung der in der Landwirtschaft eingesetzten Produktionsfaktoren Boden, Arbeit (Familien- und Fremdarbeitskräfte) und Kapital misst, ergibt sich damit ein Anstieg um 19,6 Prozent auf rund 2,6 Mrd. Euro. Bei einem geschätzten Rückgang des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes von 1,1 Prozent betrug der Anstieg je Arbeitskraft nominell 21,0 Prozent bzw. real 18,8 Prozent.

Fleisch- und Milchbauern legen zu

Der Anstieg des Gesamtproduktionswerts der heimischen Landwirtschaft basierte vor allem auf der tierischen Erzeugung, deren Produktionswert sich um 11,7 Prozent auf rund 3,6 Mrd. Euro erhöhte. Wesentlich zu dieser Entwicklung trugen die gestiegenen Milchpreise bei, aber auch in der Schweinehaltung wurden deutlich höhere Preise als in den vergangenen beiden Jahren erzielt.

Körndl- und Gemüsebauern kämpfen mit Dürre

Der Wert der pflanzlichen Erzeugung wird für 2017 auf rund 3,0 Mrd. Euro geschätzt (+3,1 Prozent). Hitze und frühsommerliche Niederschlagsdefizite im Nordosten und Osten Österreichs führten zu Ertragseinbußen bei den Feldfrüchten, und auch der Futterbau litt unter der Trockenheit. Das zweite Jahr in Folge von Spätfrostschäden betroffen, kam es im Obstbau zu neuerlichen Ertragsminderungen; im Vergleich zum extrem schlechten Vorjahresergebnis nahm das Erzeugungsvolumen jedoch deutlich zu. Im Weinbau konnte nach den frostbedingten Ausfällen des Vorjahres eine mengenmäßig und qualitativ gute Ernte eingebracht werden. Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse erhöhten sich den vorläufigen Berechnungen und Schätzungen zufolge um 2,9 Prozent.

 

Mehr zum Thema

Statistik Austria: Daten und Statistiken zur landwirtschaftlichen Produktion 2017