Das bringt die US-Steuerreform für österreichische Unternehmen

13.Februar 2018

Zum Jahresanfang 2018 ist mit dem „Tax Cuts and Job Act“ die tiefgreifendste US-Steuerreform seit mehr als 30 Jahren in Kraft getreten. Die Unternehmens- und Steuerberatung Deloitte fasst in einer Aussendung zusammen, was das für österreichische Unternehmen mit US-Bezug bedeutet.

Die US-Steuerreform soll Unternehmen und Bürger der Vereinigten Staaten innerhalb der nächsten zehn Jahre um mehrere Billionen US-Dollar entlasten. Maßnahmen wie die Absenkung der Körperschaftsteuer, Investitionsbegünstigungen oder die grundlegende Neugestaltung des internationalen Steuerrechts bringen für alle Unternehmen mit US-Bezug neue Regeln mit sich.

Entlastungen bei Körperschaftssteuer und Investitionen

Mit 1. Jänner 2018 wurde die Körperschaftsteuer in den USA signifikant gesenkt. Anstelle des bislang geltenden Steuersatzes von 35 % greift seit Jahreswechsel ein KÖSt-Satz von 21 % auf US-Bundesebene, der jetzt unter dem österreichischen Satz von 25 % liegt. Manche US-Bundesstaaten erheben daneben eine zusätzliche Körperschaftsteuer.

Neue Abschreibungsfristen

Auch die Abzugsfähigkeit von Investitionen wird den Unternehmen erleichtert. Prinzipiell werden Investitionen in Anlagevermögen über die Abschreibungsdauer verteilt abgesetzt. Laut dem Reformgesetz sind bestimmte Wirtschaftsgüter, die zwischen 27. September 2017 und 31. Dezember 2022 angeschafft werden, sofort abzugsfähig. Für 2023 bis 2026 neu angeschaffte Güter wird die Abzugsfähigkeit dann stufenweise um jeweils 20 % abgesenkt.

Einführung einer „Verrechnungspreissteuer“

Deloitte verweist auf das neue Konzept einer „Verrechnungspreissteuer“ oder „Base Erosion Avoidance Tax“ (BEAT). Neben der Berechnung der „regulären“ Steuerschuld muss eine US-Gesellschaft für ein nach dem 31. Dezember 2017 beginnendes Wirtschaftsjahr eine Alternativrechnung erstellen, wenn sie Leistungen von ausländischen Konzerngesellschaften mit einer Beteiligungsquote von mindestens 25 % erhält. Im Rahmen der Alternativrechnung werden Zahlungen für immaterielle Leistungen wie Dienstleistungen, Lizenzen, Zinsen oder Abschreibungen auf erworbene Wirtschaftsgüter dem steuerpflichtigen Einkommen hinzugerechnet.

Für Unternehmen mit mehr als 500 Mio. Euro

Voraussetzung dafür: Der Umsatz der US-Gesellschaft muss im Durchschnitt der letzten drei Jahre den Betrag von 500 Mio. US-Dollar überschreiten. Die „schädlichen Aufwendungen“ oder „Base Erosion Payments (BEPs)“ müssen außerdem zumindest 3 % der Kosten der US-Gesellschaft betragen. Aufgrund der relativ hohen Umsatzschwelle wird dies vor allem österreichische Gesellschaften in größeren US-Konzernen betreffen. Diese müssen ihre Finanzierungs- oder Lizenzierungsstrukturen neu ordnen und Funktionen aus dem Ausland in die USA zurückholen.

Neuregelung der Gewinnbesteuerung

Bisher galt bei Gewinnen, die Tochtergesellschaften außerhalb der USA erwirtschafteten, das Welteinkommensprinzip. Sie wurden bei „Import“ in die USA unter Anrechnung der ausländischen Steuer besteuert. Das Welteinkommensprinzip wurde nun aufgegeben und das Territorialitätsprinzip eingeführt. Danach werden lediglich im Inland erwirtschaftete Gewinne besteuert. Aus dem Ausland empfangene Dividenden bleiben hingegen steuerfrei, sofern eine Mindestbeteiligung von 10 % gegeben ist. „Viele US-Unternehmen werden künftig vermehrt Gewinnausschüttungen ihrer österreichischen Töchter veranlassen“, warnt Deloitte. Inwieweit die Neuregelung des US-Steuersystems im Einklang mit bestehenden internationalen Abkommen steht, wird derzeit analysiert.

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