Online-Handel: Warum Retouren immer mehr Probleme schaffen

06.Februar 2018

Mit dem steigenden Onlinehandel werden Retouren zum immer größeren Problem. 40 Prozent der Käufer bzw. Käuferinnen im Distanzhandel – dazu zählen Internet- und Versandhandel sowie Teleshopping – schicken bestellte Waren wieder zurück.

Besonders hoch sind die Retourenquoten mit 50 Prozent im Bekleidungsbereich, ergab eine Studie der KMU-Forschung Austria, die 2.000 Personen im Auftrag des Handelsverbands befragt hat.

Die Hälfte der Bestellungen geht zurück

„Die Retouren nehmen nicht ab, trotz aller Bemühungen des Handels“, heißt es in der Untersuchung. Auch bei Schuhen ist die Retourenquote hoch. 27 Prozent der Käufer und Käuferinnen, die Schuhe bestellt haben, schicken diese wieder zurück. Deutlich geringer sind Retouren hingegen bei Elektro- und Elektronikgeräten: Dort liegt die Zahl der Käufer, die Waren wieder retour senden, bei elf Prozent. Bei Sportartikeln, Möbeln, Spielwaren oder Büchern liegt dieser Wert der Umfrage zufolge im einstelligen Prozentbereich. Kaum zurückgeschickt werden Kosmetikartikel.

Zahl der Paketlieferungen explodiert

Angesichts dieses wachsenden Feldes stößt auch die Logistik zunehmend an ihre Grenzen. Das Paketvolumen ist 2016 förmlich explodiert. An Privatkunden wurden 93 Millionen Pakete ausgeliefert, um 35 Prozent mehr als noch 2015, ermittelte Kreutzer, Fischer und Partner.

„Distanz“-Umsatz von nahezu acht Mrd. Euro

Die Österreicher haben im Zeitraum Mai 2016 bis April 2017 Waren im Wert von 7,6 Mrd. Euro „auf Distanz“ bestellt – also via Telefon, Fax, postalisch oder in Online-Shops. Das entspricht einem Zuwachs von vier Prozent. Wenig überraschend bestellen immer weniger Menschen telefonisch und/oder postalisch (- elf Prozent), während Online-Shopping (+ sechs Prozent) zunimmt. 

Geld geht zur Hälfte ins Ausland

Auch dass die Hälfte des Geldes ins Ausland wandert, hat sich nicht verändert. Die Österreicher shoppen online am liebsten bei Amazon und Zalando.

Bekleidung ist Online-Sieger

Am meisten wird für Bekleidung (1,7 Mrd. Euro) ausgegeben, gefolgt von Elektro- und Elektronikgeräten (1,07 Mrd. Euro) sowie Büchern (720 Mio. Euro). Die größten Zuwächse wurden allerdings bei Schuhen (+ elf Prozent), Kosmetik (+ zehn Prozent) sowie Sportartikeln (+ acht Prozent) erzielt. Zum einen sei das Angebot in diesen Bereichen gestiegen, zum anderen auch die Nachfrage, heißt es in der Untersuchung. Kaum eine Rolle spielt der Online-Handel hingegen im Lebensmittelbereich. Gerade mal ein Prozent der Ausgaben erfolgt hier im Internet. (APA/red)

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