Studie: Österreichs Kontokosten zählen zu den günstigsten in der EU

26.Januar 2018

Österreichs private Bankkunden bezahlen rund 48 Euro weniger für ihr Kontopaket als der durchschnittliche EU-Bürger. Sie haben im EU-Ländervergleich die zweitniedrigsten Kontokosten.

Dies ergab die „Zahlungsverkehrs-Studie 2017 “,die von Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Capgemini Consulting durchgeführt wurde. Sie vergleicht die Kosten für Zahlungsverkehrs-Dienstleistungen von Banken in Europa.

Ein Drittel geringere Kontokosten

Während Bankkunden hierzulande etwa 75 Euro pro Jahr bezahlen, sind es im EU-Schnitt etwa 123 Euro, also 48 Euro mehr. Lediglich in den Niederlanden, in denen Banken mit einer gänzlich anderen Preisphilosophie agieren, sind die durchschnittlich verrechneten Preise für ein privates Bankkonto geringer als in Österreich.

Preise sind seit 2010 gesunken

Die tatsächlich verrechneten Preise waren in Österreich im Jahr 2016 um knapp 23 Prozent niedriger als jene, die 2010 ausgeschrieben waren. Die Studie basiert auf tatsächlich analysierten Daten von 61 Banken aus 11 Ländern (Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Schweiz, Spanien, Schweden, Tschechien, Slowakei).

Österreichische Inklusive-Pakete

Die von Banken in Österreich angebotenen Kontopakete decken das Nutzungsverhalten der Kunden besser ab als in anderen untersuchten Ländern. Während ein österreichischer Durchschnittskunde für sein aktuelles Leistungspaket 75 Euro bezahlt, müsste er in Großbritannien für ein Kontopaket mit vergleichbaren Leistungen 269 Euro ausgeben. Damit entkräfte die neue Zahlungsverkehrs-Studie laut Wirtschaftskammer auch die von Konsumentenschutzseite vorgebrachte Kritik an den Preisen rund ums Konto.

Neunmal mehr Onlinezugriffe seit 2010

Die intensivere Nutzung von Online- und Mobile-Diensten zeigt sich vor allem in der Anzahl der Logins pro Jahr: Während sich Nutzer 2010 durchschnittlich zehnmal über verschiedene Bankportale angemeldet haben, waren es im gesamten Jahr 2016 bereits 87 Logins. Im gesamten EU-Raum ist zudem der Trend hin zur Pauschalverrechnung zu erkennen, von denen in Österreich vor allem Bankkunden mit hohem Aktivitätslevel profitieren.

EU-Regulativ als Chance für Bankbranche

In der aktuellen Studie wurden außerdem Trends im Zahlungsverkehr beleuchtet. Die seit Jänner 2018 gültige PSD2-Regulierung der EU hatte nachhaltige Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Banken. So müssen sie einen Teil ihrer Daten für den Wettbewerb zur Verfügung stellen. Dies bedeutet für die Banken Investitionen ohne unmittelbare Rendite, wie es in der Aussendung der WKÖ heißt.

Kooperationen mit FinTechs

Mittelfristig werde die Kooperation mit „industriefremden Partnern“, wie z.B. FinTechs, aber vereinfacht. Zudem werde das Kundenerlebnis durch zielgerichteten Einsatz von offenen Schnittstellen und das sogenannte „Open Banking“ weiter verbessert. Diese Analyse werde durch die von der EU prognostizierte Wachstumsrate – jährlich um 61,8 Prozent bis 2021 – bei Transaktionen mit so genannten „mobile Wallets“ gestützt, so die Aussendung.