Report: Warum der Kunstmarkt weiterhin im Aufwind segelt

23.November 2017

Der aktuelle Deloitte Art & Finance Report zeigt: Der globale Kunstmarkt erlebt erneut einen Aufschwung. Die großen Auktionshäuser melden für die erste Jahreshälfte 2017 einen Gesamtumsatz von 5,7 Mrd. US Dollar und ein Umsatzwachstum von 18 %. Parallel dazu gewinnt Kunst auch als Vermögensanlage weiter an Bedeutung. Kunstbezogene Anlageformen werden immer häufiger Teil des Portfolios von Vermögensverwaltern.

Zum fünften Mal haben Deloitte und ArtTactic den internationalen Kunst- und Finanzmarkt beleuchtet. Die umfassende Analyse zeigt: Nach den Herausforderungen des Vorjahres ist die Branche weltweit wieder auf Wachstumskurs. So zeichnet sich in der ersten Jahreshälfte 2017 eine positive Entwicklung bei Kunstauktionen ab. Die großen Auktionshäuser Christie‘s, Sotheby‘s und Philips verzeichnen zusammen einen Umsatz von 5,7 Mrd. US Dollar. Das bedeutet ein Gesamtwachstum von 18 %. Im Standortvergleich liegt London mit einem Umsatzzuwachs von 31 % an der Spitze, gefolgt von New York mit 29 %.

Gute Aussichten für Europas Kunstmarkt

„Maßgeblich für den Aufschwung bei den Auktionshäusern sind Verkaufssteigerungen im Bereich impressionistischer, moderner und zeitgenössischer Kunst. In der ersten Jahreshälfte 2017 gab es eine Umsatzsteigerung von 912 Millionen US Dollar“, analysiert Deloitte Österreich. „Auch der Verkauf chinesischer und asiatischer Kunstwerke stieg um 21 %.“

Als größte Risiken für die Kunstbranche identifiziert die Studie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten. So wird davon ausgegangen, dass sich der Brexit 2018 dämpfend auf den zeitgenössischen Kunstmarkt in Großbritannien auswirken wird. Die Prognosen für Europa sind hingegen positiv. Über ein Drittel der befragten Experten erwartet sich in den nächsten 12 Monaten einen Aufschwung am europäischen Markt für zeitgenössische Kunst.

Steigendes Interesse an Kunst als Wertanlage

Nachdem bereits 85 % der befragten Vermögensverwalter einen ganzheitlichen Ansatz für die Wertanlagen ihrer Kunden wählen, spielen Kunst und Sammlerstücke für sie eine immer wichtigere Rolle. „Kunst hat sich mittlerweile als Wertanlage etabliert. Zwei Drittel der Vermögensverwalter bieten bereits kunstbezogene Dienstleistungen an. Auch hierzulande geht der Trend in diese Richtung. Das Sammeln von Kunst ist längst mehr als reine Liebhaberei.

Nach aktuellen Schätzungen haben vermögende Personen (Ultra High-Net-Worth Individuals) 2016 insgesamt 1,62 Billionen US Dollar in Form von Kunst- und Sammlerobjekten angelegt. Die Tendenz ist steigend: Bis 2026 werden 2,7 Billionen US Dollar in Kunst angelegt sein, so die abschließende Prognose.

 

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