22 Maßnahmen: So soll die Digitalisierung im Tourismus beschleunigt werden

13.November 2017

Die Digitalisierung beschert dem Tourismus weltweit ein jährliches Wachstum von über vier Prozent – und dies seit 2011. Aktuell planen bereits 74 Prozent der Gäste unter 35 Jahren ihre Reise über Social Media. Das Wirtschaftsministerium hat gemeinsam mit der WKO sowie der Österreich Werbung eine Strategie zur Digitalisierung im Tourismus ausgearbeitet. Unternehmen soll geholfen werden, Themen wie personalisiertes Marketing und Social Media anzupacken. Zusätzliche Fördergelder beschleunigen den Wandel. 

Damit die Betriebe von der Digitalisierung profitieren, brauche es konkrete Unterstützungsmaßnahmen sowie einen Ausbau der digitalen Infrastruktur mit flächendeckendem Breitband, heißt es in einer Presserklärung des Wirtschaftsministeriums. Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie werden Unternehmen mit entsprechendem Service-, Ausbildungs- und Beratungsangebot unterstützt. Konkret gehe es für jeden einzelnen Betrieb darum, die Angebote zu individualisieren, einen USP zu finden und zu vermarkten sowie sich digitale Kompetenz, die vielfach ausgelagert war, wieder in den Betrieb zu holen, so die oberste Branchen-Sprecherin.

22 Maßnahmen der Digitalisierung

Die Digitalisierungsstrategie soll ein Handlungsleitfaden sein, um den digitalen Transformationsprozess als Chance für eine Weiterentwicklung zu nutzen. In drei Strategiefeldern (I.Digitalen Wandel gestalten, II. Innovationskraft der Betriebe stärken, III. Kompetenzen und Prozesse für digitale Transformation schaffen) wurden insgesamt 22 Maßnahmen identifiziert, die nun operationalisiert und umgesetzt werden. 2018 bis 2020 werden zusätzliche Budgetmittel in Höhe von jährlich fünf Millionen Euro bereitgestellt und ein Förderschwerpunkt „Digitalisierung“ bei der ÖHT eingerichtet, um so zukünftig hochinnovative Leuchtturmprojekte finanziell zu unterstützen.

ÖW testet neue Kommunikationskanäle

Seitens der Österreich Werbung sollen zusätzliche Mittel (zwei Millionen Euro/Jahr ab 2018) zum einen für die Content-Produktion im digitalen Tourismusmarketing und das Austesten neuer Kommunikationskanäle verwendet werden, zum anderen vor allem für die Datensammlung und –analyse. Dazu brauche es für sie neben einem „technological turn“ auch einen „cultural shift“. Sofern die richtigen Daten zur Verfügung stehen und intelligent genutzt werden, eröffnen sich nie zuvor dagewesene Möglichkeiten der Personalisierung. Dazu braucht es aber breite Kooperation im Tourismusmarketing.

Zwei Millionen für Qualifizierung von Fachkräften

Zusätzlich sollen weitere zwei Millionen Euro für die (Re-)Qualifizierung von Fachkräften im Tourismus noch heuer zur Verfügung stehen, dies ist durch die Öffnung des Förderprogramms der FFG „Forschungskompetenz für die Wirtschaft“ möglich. Das bedeutet, Fachhochschulen erarbeiten mit Betrieben vor Ort Qualifizierungsmaßnahmen und führen diese auch durch. Ein weiterer wesentlicher Punkt besteht in der Weiterentwicklung von touristischen Lehrberufen, das Berufsbild wird nach Kompetenzbereichen aufgebaut, die zukünftige Entwicklungen bereits jetzt stärker abbilden sollen. Die Umsetzung erfolgt im nächsten Lehrberufspaket im Juni 2018.

 

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