Logistik: Güteraufkommen auf der Straße wächst ungebremst

20.Oktober 2017

Das 2016 auf Österreichs Straßen von in- und ausländischen Güterkraftfahrzeugen erbrachte Transportaufkommen betrug laut Statistik Austria insgesamt 488,0 Millionen (Mio.) Tonnen (t) und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 5,7% (461,5 Mio. t). Die Transportleistung nahm 2016 mit insgesamt 38,5 Milliarden (Mrd.) Tonnenkilometern (tkm) im Inland um 3,1% zu (2015: 37,4 Mrd. tkm).

Zuwächse im Inlandverkehr am höchsten

Verglichen mit dem Vorjahr wurden 2016 in allen Verkehrsbereichen Zunahmen im Transportaufkommen registriert. Der Inlandverkehr, der mit insgesamt 72,8% bzw. 355,4 Mio. t den größten Anteil am Transportaufkommen ausmachte, wies dabei gegenüber 2015 mit 7,2% (+23,7 Mio. t) den höchsten Zuwachs auf. Der grenzüberschreitende Empfang (45,4 Mio. t) und der grenzüberschreitende Versand (39,5 Mio. t) stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,1% (+1,3 Mio. t) bzw. 2,9% (+1,1 Mio. t). Den geringsten Zuwachs verzeichnete 2016 mit 0,7% (+0,3 Mio. t) gegenüber dem Vorjahr der Transitverkehr (47,7 Mio. t).

Mehr als drei Viertel des gesamten Transportaufkommens (76,4% bzw. 372,9 Mio. t) entfielen 2016 auf in Österreich registrierte Güterkraftfahrzeuge (siehe Tabelle 1). Hinsichtlich der einzelnen Verkehrsbereiche zeigte sich, dass der Inlandverkehr in erster Linie von österreichischen Fahrzeugen (98,5% bzw. 350,2 Mio. t) durchgeführt wurde, während der von inländischen Fahrzeugen erbrachte Anteil im grenzüberschreitenden Empfang (23,6% bzw. 10,7 Mio. t) und Versand (26,4% bzw. 10,4 Mio. t) wesentlich geringer ausfiel. Zum Transitverkehr trugen in Österreich registrierte Güterkraftfahrzeuge mit 3,2% (1,5 Mio. t) nur marginal bei.

Bei der erbrachten Transportleistung im Inland war der Anteil der österreichischen Güterkraftfahrzeuge mit 47,0% (18,1 Mrd. tkm) geringer, was vor allem durch die längeren Fahrtstecken ausländischer Fahrzeuge im Transitverkehr erklärbar ist. Die 11,0 Mrd. tkm im Transit, die zu 98,4% von ausländischen Güterkraftfahrzeugen erbracht wurden, machten fast ein Drittel der gesamten Transportleistung aus.

Deutschland wichtigstes Versand- und Empfangsland

Wie in den Vorjahren war Deutschland mit einem Transportaufkommen von 21,0 Mio. t bzw. einer Transportleistung von 2,2 Mrd. tkm 2016 das mit Abstand wichtigste Versandland für in Österreich empfangene Güter. Danach folgten Italien (4,4 Mio. t bzw. 0,7 Mrd. tkm), Tschechien (4,3 Mio. t bzw. 0,4 Mrd. tkm), Ungarn (3,2 Mio. t bzw. 0,4 Mrd. tkm), Slowenien (3,1 Mio. t bzw. 0,4 Mrd. tkm), die Slowakei (2,1 Mio. t bzw. 0,4 Mrd. tkm) sowie Polen (1,6 Mio. t bzw. 0,2 Mrd. tkm). Das gesamte Transportaufkommen dieser Länder im grenzüberschreitenden Empfang lag mit insgesamt 18,6 Mio. t unter dem Wert für Deutschland, während die Transportleistung mit 2,5 Mrd. tkm etwas höher ausfiel (siehe Tabelle 2).

Mit einem Transportaufkommen von 16,0 Mio. t bzw. einer Transportleistung von 1,9 Mrd. tkm war Deutschland auch das wichtigste Empfangsland für aus Österreich versendete Güter im Straßenverkehr. Weitere wichtige Ziele waren Italien (5,9 Mio. t bzw. 1,0 Mrd. tkm), Ungarn (3,1 Mio. t bzw. 0,3 Mrd. tkm), Tschechien (2,4 Mio. t bzw. 0,3 Mrd. tkm), Slowenien (2,0 Mio. t bzw. 0,4 Mrd. tkm), die Schweiz und Liechtenstein (1,9 Mio. t bzw. 0,2 Mrd. tkm), die Slowakei (1,8 Mio. t bzw. 0,3 Mrd. tkm) und Polen (1,4 Mio. t bzw. 0,3 Mrd. tkm).

Italien und Deutschland beherrschen den heimischen Transit

Der Transitverkehr zwischen Deutschland und Italien, der durch Österreich führte, machte mit 13,0 Mio. t mehr als ein Viertel des Gesamttransits aus.

Der durch Österreich transitierende Versand aus Italien (14,3 Mio. t) ging dabei zu 49,2% bzw. 7,0 Mio. t nach Deutschland, 3,2 Mio. t wurden nach Polen, 1,1 Mio. t nach Tschechien und 0,5 Mio. t nach Litauen transportiert.

Der Großteil des Versands aus Deutschland (11,8 Mio. t), der durch Österreich transitierte, ging zu 51,0% bzw. 6,0 Mio. t wiederum nach Italien. Danach folgten Ungarn (1,6 Mio. t), Slowenien (1,1 Mio. t) und Rumänien (1,0 Mio. t) als wichtigste Empfangsstaaten von in Deutschland eingeladener Fracht.

Das Transportaufkommen aus osteuropäischen Staaten, das im Transitverkehr durch Österreich führte, betrug 15,9 Mio. t. Fast ein Drittel (31,9% bzw. 5,1 Mio. t) wurde davon nach Italien versandt; weitere 28,2% bzw. 4,5 Mio. t. gingen nach Deutschland sowie 6,4% bzw. 1,0 Mio. t nach Frankreich.

Deutsche Fahrzeuge ganz vorne

Betrachtet man nur ausländische Güterkraftfahrzeuge auf Österreichs Straßen, so wurde das höchste Transportaufkommen (20,3 Mio. t) von in Deutschland registrierten Fahrzeugen erbracht, danach folgten Güterkraftfahrzeuge aus Polen (17,9 Mio. t), Ungarn (17,4 Mio. t), Slowenien (14,7 Mio. t) und Tschechien (9,7 Mio. t).

Die größten Transportleistungen im Inland wurden jedoch durch osteuropäische Fahrzeuge erbracht: An erster Stelle lag hier Polen (4,1 Mrd. tkm), gefolgt von Ungarn (3,1 Mrd. tkm), Slowenien (2,8 Mrd. tkm) und Rumänien (2,2 Mrd. tkm). Die Transportleistung deutscher Fahrzeuge betrug 1,9 Mrd. tkm.

 

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