Die bunten „Farben“ des Wasserstoffs

Investment Kompass

Die bunten „Farben“ des Wasserstoffs

Investment Kompass

Viele Menschen kennen Wasserstoff aus dem Chemieunterricht. Im Periodensystem der Elemente nimmt er als einfachstes aller Atome mit nur einem Proton im Kern und einem Elektron in der Hülle die markante erste Position ein. Doch eigentlich ist der Wasserstoff noch viel prominenter: Es ist das mit Abstand häufigste Element im ganzen Universum. Auf der Erde kommt es vor allem in Verbindung mit Sauerstoff als Wasser vor, sowie gebunden an andere Elemente in allen Pflanzen und Organismen.1 Als Energieträger der Zukunft, etwa in der Industrie, im Schwerlastverkehr oder in der Energiewirtschaft, gilt er vor allem wegen seiner hohen Energiedichte und dem Potenzial als Energiespeicher.2

Herstellung von Wasserstoff

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um Wasserstoff herzustellen. Als gängigste Methode gilt die großindustrielle Dampfreformierung fossiler Brennstoffe wie Erdgas, Kohle oder Öl, mit der heute weltweit der größte Teil produziert wird. Dabei entsteht allerdings auch unerwünschtes Kohlendioxid, das als Treibhausgas in die Atmosphäre entweicht.3  Deshalb wird auf diese Weise hergestellter Wasserstoff als „grau“ bezeichnet.

Besser ist dagegen die Bilanz des „blauen“ Wasserstoffs. Dieser wird zwar ebenso durch Dampfreformierung gewonnen, ist aber klimaneutral. Das Kohlendioxid wird hier durch ein besonderes Verfahren (Carbon Capture and Storage) unterirdisch gespeichert und gelangt nicht in die Atmosphäre. Ähnlich ist es beim „türkisen“ Wasserstoff, der durch die Aufspaltung von Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff gewonnen wird, wobei sich letzterer lagern lässt. Stammt die für den Prozess benötigte Energie aus erneuerbaren Quellen, ist der türkise Wasserstoff klimaneutral.4

Grüne Zukunft

Alternativ kann Wasser mithilfe von elektrischem Strom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten werden (Elektrolyse). Entscheidend für die „Farbe“ ist dabei die verwendete Energiequelle. Bei regenerativer Windkraft, Wasserkraft oder Solarenergie ist die Herstellung klimaneutral und es handelt sich um „grünen“ Wasserstoff. Dieser kann in Regionen mit viel Wind, Sonne und Wasser produziert und von dort exportiert werden. Stammt der zur Aufspaltung benötigte Strom dagegen aus Kernenergie, spricht man von „gelbem“ bzw. „pinkem“ Wasserstoff. Die Unterscheidung zum grünen Wasserstoff ist notwendig, da hier radioaktiver Abfall entsteht, der sicher und dauerhaft endgelagert werden muss. In Bezug auf das Klima ist gelber bzw. pinker Wasserstoff aber ebenfalls neutral.5  Wird dagegen Strom aus fossilen Brennstoffen zur Elektrolyse verwendet, spricht man auch in diesem Fall von klimaschädlichem grauen Wasserstoff.

Die „Farbe“ bezieht sich also nicht auf das Gas selbst, das farb- und geruchlos ist, sondern auf die Art seiner Herstellung und die damit verbundene Klimaneutralität.

Fazit

In nur einer Stunde strahlt die Sonne genug Licht auf die Erde, um den aktuellen Energiebedarf der ganzen Menschheit für ein Jahr zu decken. Deshalb besitzt grüner Wasserstoff das Potenzial, etwas von dieser Energie nutzbar zu machen und perspektivisch den Hauptteil des globalen Energieverbrauchs zu sichern.6  Dann könnte der französische Schriftsteller Jules Verne doch noch recht behalten mit dem, was er schon im Jahr 1875 prophezeite: „Wasser ist die Kohle der Zukunft“.7

Und von dieser Zukunft könnten auch Anleger:innen profitieren, die auf Investments in diesem Bereich setzen.
 

1 Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoff, Stand: 26.04.2022
2 Quelle: https://www.bdew.de/energie/wasserstoff/wasserstoff-als-allround-talent-wo-wird-er-eingesetzt/, Stand: 03.05.2022
3 Quelle: https://www.sfc.com , Stand: 26.04.2022
4 Quelle: https://www.enbw.com, Stand: 26.04.2022
5 Quelle: https://www.enbw.com, Stand: 26.04.2022
6 Quelle: https://www.innovation-strukturwandel.de, Stand: 26.04.2022
7 Quelle: https://news.michelin.de, Stand: 27.04.2022

Viele Menschen kennen Wasserstoff aus dem Chemieunterricht. Im Periodensystem der Elemente nimmt er als einfachstes aller Atome mit nur einem Proton im Kern und einem Elektron in der Hülle die markante erste Position ein. Doch eigentlich ist der Wasserstoff noch viel prominenter: Es ist das mit Abstand häufigste Element im ganzen Universum. Auf der Erde kommt es vor allem in Verbindung mit Sauerstoff als Wasser vor, sowie gebunden an andere Elemente in allen Pflanzen und Organismen.1 Als Energieträger der Zukunft, etwa in der Industrie, im Schwerlastverkehr oder in der Energiewirtschaft, gilt er vor allem wegen seiner hohen Energiedichte und dem Potenzial als Energiespeicher.2

Herstellung von Wasserstoff

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um Wasserstoff herzustellen. Als gängigste Methode gilt die großindustrielle Dampfreformierung fossiler Brennstoffe wie Erdgas, Kohle oder Öl, mit der heute weltweit der größte Teil produziert wird. Dabei entsteht allerdings auch unerwünschtes Kohlendioxid, das als Treibhausgas in die Atmosphäre entweicht.3  Deshalb wird auf diese Weise hergestellter Wasserstoff als „grau“ bezeichnet.

Besser ist dagegen die Bilanz des „blauen“ Wasserstoffs. Dieser wird zwar ebenso durch Dampfreformierung gewonnen, ist aber klimaneutral. Das Kohlendioxid wird hier durch ein besonderes Verfahren (Carbon Capture and Storage) unterirdisch gespeichert und gelangt nicht in die Atmosphäre. Ähnlich ist es beim „türkisen“ Wasserstoff, der durch die Aufspaltung von Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff gewonnen wird, wobei sich letzterer lagern lässt. Stammt die für den Prozess benötigte Energie aus erneuerbaren Quellen, ist der türkise Wasserstoff klimaneutral.4

Grüne Zukunft

Alternativ kann Wasser mithilfe von elektrischem Strom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten werden (Elektrolyse). Entscheidend für die „Farbe“ ist dabei die verwendete Energiequelle. Bei regenerativer Windkraft, Wasserkraft oder Solarenergie ist die Herstellung klimaneutral und es handelt sich um „grünen“ Wasserstoff. Dieser kann in Regionen mit viel Wind, Sonne und Wasser produziert und von dort exportiert werden. Stammt der zur Aufspaltung benötigte Strom dagegen aus Kernenergie, spricht man von „gelbem“ bzw. „pinkem“ Wasserstoff. Die Unterscheidung zum grünen Wasserstoff ist notwendig, da hier radioaktiver Abfall entsteht, der sicher und dauerhaft endgelagert werden muss. In Bezug auf das Klima ist gelber bzw. pinker Wasserstoff aber ebenfalls neutral.5  Wird dagegen Strom aus fossilen Brennstoffen zur Elektrolyse verwendet, spricht man auch in diesem Fall von klimaschädlichem grauen Wasserstoff.

Die „Farbe“ bezieht sich also nicht auf das Gas selbst, das farb- und geruchlos ist, sondern auf die Art seiner Herstellung und die damit verbundene Klimaneutralität.

Fazit

In nur einer Stunde strahlt die Sonne genug Licht auf die Erde, um den aktuellen Energiebedarf der ganzen Menschheit für ein Jahr zu decken. Deshalb besitzt grüner Wasserstoff das Potenzial, etwas von dieser Energie nutzbar zu machen und perspektivisch den Hauptteil des globalen Energieverbrauchs zu sichern.6  Dann könnte der französische Schriftsteller Jules Verne doch noch recht behalten mit dem, was er schon im Jahr 1875 prophezeite: „Wasser ist die Kohle der Zukunft“.7

Und von dieser Zukunft könnten auch Anleger:innen profitieren, die auf Investments in diesem Bereich setzen.
 

1 Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoff, Stand: 26.04.2022
2 Quelle: https://www.bdew.de/energie/wasserstoff/wasserstoff-als-allround-talent-wo-wird-er-eingesetzt/, Stand: 03.05.2022
3 Quelle: https://www.sfc.com , Stand: 26.04.2022
4 Quelle: https://www.enbw.com, Stand: 26.04.2022
5 Quelle: https://www.enbw.com, Stand: 26.04.2022
6 Quelle: https://www.innovation-strukturwandel.de, Stand: 26.04.2022
7 Quelle: https://news.michelin.de, Stand: 27.04.2022

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