Growth-Investing

Investment Kompass

Der Starinvestor Warren Buffet ist erstmals eine Beteiligung an Amazon eingegangen. Die Nachricht sorgte vor allem deshalb für großes Aufsehen, da die Papiere des weltgrößten Onlinehändlers so gar nicht recht ins Beuteschema Buffetts passen. Während der 88-Jährige normalerweise auf eine niedrige Bewertung bei seinen Investments achtet, gilt die Amazon-Aktie als sehr teuer.

Value vs. Growth

Buffett ist Anhänger des „Value-Investing“. Bei dem Ansatz dreht sich alles um den fairen Wert einer Aktie, der sich durch eine Analyse der Bilanz ermitteln lässt. Details zu dieser Strategie finden Sie in der Mai-Ausgabe des Investment Newsletters.
Dem Value-Ansatz steht das „Growth“-Investing gegenüber. Dabei wird auf wachstumsstarke Unternehmen mit überdurchschnittlichen Steigerungsraten bei Gewinn- und Umsatz abgezielt. Dividenden sowie die aktuelle Bewertung spielen dagegen nur eine untergewichtete Rolle. Auch ob das Unternehmen dabei bereits profitabel wirtschaftet, ist zweitrangig.

Auf Wachstum abgezielt

Wachstumsorientierte Unternehmen versuchen oftmals, sich bisher unerschlossene Marktsegmente zu erschließen. Das kann eine kleine Nische in einem insgesamt wesentlich größeren Markt sein oder ein völlig neuer Markt. Im Wesentlichen handelt es sich meist um kleinere Unternehmen in einer frühen Phase ihrer Entwicklung, die oftmals aus Technologiebranchen stammen.

Mehr Risiko

Growth-Investing ist tendenziell riskanter als andere Strategien. In Erwartung schnell wachsender Gewinne haben wachstumsorientierte Unternehmen in aller Regel im Vergleich zu ihren derzeitigen Erträgen sehr hohe Bewertungen. Zusätzlich unterliegen Aktien wachstumsorientierter Firmen stärkeren Kursschwankungen.
Grundsätzlich lässt sich aber keine Aussage darüber treffen, ob die Value-Strategie oder der Growth-Ansatz besser ist. Vielmehr unterliegen die beiden Investmentstile unterschiedlichen Zyklen. Je nach untersuchtem Zeitraum und der Art der Berechnung schneidet mal der eine, mal der andere Ansatz besser ab. Beispielsweise profitierten vom Börsenboom 1998 bis März 2000 insbesondere die Growth-, also die Wachstumswerte. Nach dem Abschwung wurden wieder Qualitätstitel bevorzugt, Value-Strategien schnitten also nach 2003 tendenziell besser ab.

Die Mischung macht‘s

Entscheidend ist daher, nicht blind einem Ansatz zu folgen, sondern das Portfolio an jeweils unterschiedliche Marktsituationen anzupassen. Viele Profis gehen daher dazu über, die verschiedenen Anlagestile miteinander zu mischen. Um Chancen wahrzu-nehmen, aber auch Risiken zu minimieren, nutzen sie beim Aufbau eines Portfolios eine Kombination verschiedener Anlagestile und gewichten je nach Marktphase den nach ihrer Meinung erfolgversprechenderen Strategieansatz über.
Eine Kennzahl, die Komponenten aus beiden Investmentstilen enthält, ist das KGV-Wachstums-Verhältnis (englisch Price-Earning to Growth-Ratio, PEG-Ratio). Dabei wird das erwartete Gewinnwachstum eines Unternehmens – meist bezogen auf mehrere Jahre – in Relation zum Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gesetzt. Laut einer Faustformel gelten Aktien mit einer PEG-Ratio von rund eins als fair bewertet und solche mit PEG-Werten von unter eins als unterbewertet.

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