Investieren mit Hilfe der Chartanalyse

Investment Kompass

Um den fairen Wert einer Aktie zu ermitteln, gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Verfechter der Fundamentalanalyse betrachten zunächst die globalen Rahmenbedingungen und gehen dann zur Branchenanalyse über. Am Ende kommt im ausführlichsten Part die Unternehmensanalyse ins Spiel, bei der qualitative Aspekte wie die Leistungen des Managements und die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells sowie vor allem quantitative Faktoren wie Umsatz, Gewinn und Cashflow betrachtet werden.

Völlig anders gehen die Anhänger der Chartanalyse bzw. der Technischen Analyse vor. Sie interessieren die genannten Faktoren nur am Rande. Vielmehr blicken sie auf Kursverläufe und Verlaufsformationen von Charts, also die historischen Kursentwicklungen von Wertpapieren. Ziel ist es dabei, konkrete Aussagen über künftige Kursentwicklungen zu treffen. Anhand von typischen Kursformationen, Unterstützungen und Widerständen im Kursverlauf soll der optimale Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf des Wertpapiers gefunden werden.

Bestimmung von Trends

In der Chartanalyse werden Trends große Bedeutung beigemessen. Grundsätzlich kann sich eine Aktie oder ein Markt in drei Richtungen bewegen: abwärts, aufwärts und seitwärts. Die drei Richtungen lassen sich in weitere klassifizieren: langfristige, mittelfristige und kurzfristige Trends. Aus Sicht der Charttechnik gibt es also eine unendliche Anzahl von Trends, die manchmal nur für ein paar Minuten oder Stunden oder aber über Tage, Wochen und Monate andauern.

Chartformationen

Wer Trends richtig erkennt, so die Theorie der Charttechnik, kann Umkehrformationen (Trendwechsel) und Fortsetzungsformation (der Trend bleibt bestehen) besser identifizieren. Umkehrformationen zeigen an, dass sich ein Trend wahrscheinlich umkehren wird. In diesem Zusammenhang wird oft auch von Widerständen und Unterstützungen gesprochen. Eine Unterstützung ist ein Kursbereich unter dem aktuellen Preis, hierbei wird eine höhere Nachfrage das Angebot langsam übersteigen. So wird ein weiterer Kursrückgang aufgehalten. Ein Widerstand stellt den direkten Gegensatz zu einer Unterstützung dar. Es handelt sich dabei um eine Art Barriere, die den Kursanstieg anhalten kann. In diesem Bereich übersteigt das Angebot langsam die Nachfrage und der Preis steigt nicht weiter an. Bekannte Umkehrformationen sind beispielsweise die Schulter-Kopf-Schulter-Formation und der Doppelboden.

Den Umkehrformationen stehen Fortsetzungsformationen gegenüber, auch Trendbestätigungsformationen genannt. Die Fortsetzungsformationen deuten an, dass sich die nachfolgenden Kursbewegungen in die gleiche Richtung bewegen wie der vorherige Trend auch. Die bekanntesten Vertreter sind Wimpel, Flaggen, Rechtecke, Dreiecke und Keile.

Vielfältige Indikatoren

Charttechniker bedienen sich zudem vielfältiger Indikatoren, die sie bei ihren Analysen unterstützen. Einer der meistbeachteten Indikatoren ist der 200-Tage-Durchschnitt. Er wird – relativ einfach –aus dem Durchschnitt der Kurse der jeweils letzten 200 Börsentage errechnet. Eine Faustregel besagt: Durchschneidet ein Aktienkurs oder ein Index diese Durchschnittslinie von unten nach oben, gilt das als Einstiegssignal. Umgekehrt liegt ein Verkaufssignal vor, wenn der 200-Tage-Durchschnitt den Kurs der Aktie oder des Index von oben nach unten durchschneidet. Wichtig ist zu beachten ist, dass es sich dabei nicht um fixierte Regeln handelt. Es kann also immer auch zu Ausnahmen kommen.

Sie wollen mehr über Zertifikate erfahren? Hier geht's zu unserem Know How Bereich

Interessiert an weiteren Themen im Investment Newsletter?

Interessiert?

Für jeden Wunsch das passende Angebot: Wir beraten Sie gern.