Das österreichische Energieunternehmen OMV hat sich einen tiefgreifenden Umbau verordnet. Das Unternehmen will sich schrittweise aus dem Öl- und Gas-Geschäft verabschieden und sein Geld künftig vor allem mit Chemie und nachhaltigen Kraftstoffen verdienen. „Wenn wir den Lebensstandard überall auf der Welt erhalten und ausbauen und gleichzeitig das Überleben unserer Gesellschaft sichern wollen, müssen wir zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise übergehen“, begründete Konzernchef Alfred Stern den Strategieschwenk. Als konkretes Zwischenziel soll die Öl- und Gasproduktion bis 2030 um ein Fünftel reduziert werden. Bis 2050 will der Konzern die Förderung ganz einstellen. Im Gegenzug soll mehr Geld in das Kunststoffgeschäft gesteckt werden. Zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen und der Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 plant die OMV überdies rund fünf Milliarden Euro in die Entwicklung von CO2-armen Geschäftsfeldern zu investieren. Dazu gehören insbesondere die Geothermie und die Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS). Insgesamt hat sich die OMV für die Transformation bis 2030 ein jährliches Budget von 3,5 Milliarden Euro zurechtgelegt. Das Geld soll aus den Gewinnen der Öl- und Gasproduktion kommen: „Unser übergeordnetes Ziel ist es, Cashflow und nachhaltige Energielösungen bereitzustellen, um die Transformation zu unterstützen“, sagte der für Exploration und Produktion zuständige Vizevorstandschef, Johann Pleininger.

Stabile Gewinne

Für Aktionär:innen beruhigend: Der Gewinn soll trotz des Umbaus mittelfristig stabil bleiben. Bis 2030 erwartet die OMV ein operatives Ergebnis vor Lagereffekten (CCS Ebit) von mindestens sechs Milliarden Euro – knapp über dem Ergebnis des Rekordjahres 2021. Der operative Cashflow (exklusive Net-Working-Capital-Effekte) soll bis dahin über sieben Milliarden Euro erreichen. Der Konzern versprach zudem, seine progressive Dividendenpolitik beizubehalten, um auch unter Berücksichtigung der aktuellen geopolitischen Lage und der Entscheidung, die Investitionen in Russland einzustellen, seinen Aktionär:innen einen signifikanten Mehrwert zu bieten. Das heißt: Anteilseigner:innen dürfen – vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung im Juni – auch künftig mit einer Ausschüttung von mindestens 2,30 Euro pro Aktie und Jahr rechnen.  

Kleiner Anstieg, große Wirkung

Für Investor:innen, die die OMV-Aktie angesichts der ehrgeizigen Umbaupläne, der hohen Dividendenrendite und auch der im Peergroup-Vergleich ansprechenden Bewertung in zwei Jahren mindestens auf dem aktuellen Niveau sehen, könnte eine neue Bonus Pro Anleihe der Erste Group interessant sein. Mit dem Papier lässt sich bereits bei einem gleichbleibenden oder auch nur geringfügig ansteigenden Aktienkurs ein Bonus von 40 Prozent erzielen. Denn Voraussetzung für die Zahlung zum Maximalbetrag ist, dass der Kurs der OMV-Aktie am 24. Mai 2024 (Bewertungstag) am bzw. über dem Schlusskurs vom 30. Mai 2022 (Ausübungspreis) steht. Liegt der Kurs zum Bewertungstag dagegen unter dem Ausübungspreis, entfällt die Bonuszahlung und die Tilgung der Anleihe erfolgt durch Lieferung von OMV-Aktien. In diesem Fall kann es zu Kursverlusten kommen, da Anleger:innen eins zu eins dem Aktienrisiko ausgesetzt sind.  

1 Quellen: OMV / Reuters; Stand: 16. März 2022

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