Gold in Krisenzeiten

Interview mit Erste Group Analyst Hans Engel

Eine Veranlagung in Gold birgt neben Chancen auch Risiken.


Weltweite Krisen, wie der Krieg in der Ukraine, sowie eine hohe Inflation machen reale Werte extrem attraktiv. Besonders die Nachfrage nach Gold ist zuletzt stark gestiegen. Woran das liegen könnte und wie sich Gold als Krisenwährung bewährt, erklärt Erste Group Analyst Hans Engel.

Gerade in Krisenzeiten schnellt der Goldpreis nach oben. Ist Gold eine Krisenwährung?

Ja, Gold ist als Sachwert eine exzellente Krisenwährung weil es Bestand hat. Schon in der Antike war es ein begehrtes Zahlungs­mittel. Dieses sehr schöne und seltene Edelmetall eignet sich zudem bestens als Schmuck, da es auch leicht formbar ist. Es korrodiert nicht und ist daher unvergänglich.

Warum schwankt der Goldpreis so stark?

Gold wird global am Tag 23 Stunden lang gehandelt (00:00 Uhr bis 23:00 Uhr MEZ). Der Preis reagiert auf Änderungen an den Finanzmärkten, wie z. B. Aktien oder Anleihen, und bei den Energiepreisen. Aber auch auf wichtige Nachrichten v. a. aus der Weltwirtschaft sowie auf Verände­rungen in der geopolitischen Situation wie Krisen und Kriege. Die Schwan­kungen des Gold­preises sind übrigens deutlich geringer als bei namhaften Aktien­indizes.

Woran orientiert sich der Goldpreis?

Zu den wichtigsten Einfluss­faktoren zählt zum einen die Real­verzinsung in den USA. Diese beträgt derzeit -5,6%, d. h. 8,5% Inflation und 2,9% Rendite von US-Staats­anleihen. In diesem Umfeld, das von niedrigen oder negativen Renditen geprägt ist, steigt der Gold­preis mittelfristig an. Zum Anderen führen, wie gesagt, weltweite wirtschaftliche und geopolitische Risiken zu einer steigenden Gold­preis­entwicklung. Ein Beispiel war die COVID-19-Pandemie 2020, die den Goldpreis erstmals über die 2.000-Dollar-Marke je Feinunze (31,1 g) schießen ließ. Auch heuer, am 9. März 2022, knackte der Goldkurs kurzfristig diese Marke.

Warum wird Gold eigentlich in US-Dollar (USD) gehandelt?

Der USD ist derzeit die wichtigste globale Reserve­währung. Gold wird von den meisten Noten­banken ebenfalls als wichtige Reserve­währung gehalten. Insofern ist der globale Handel in USD vorteilhaft, weil die Preise in Asien, Europa, USA somit leicht vergleichbar sind. Ein schwächerer Dollar bedeutet meist steigende Goldpreise und umgekehrt. Es gibt aber auch Perioden, wo das nicht so ist.

Kann man mit Gold die Inflation ausgleichen?

Ja, in Zeiten in denen die Inflation höher als 3% p.a. ist, steigt der Goldpreis im Durchschnitt ca. 13,9% p.a. Die weiteren Aus­sichten sind auch gut. 

Bitte beachten: Eine Veranlagung in Gold birgt neben Chancen auch Risiken.

Schon gewusst, dass…

  • Gold in Österreich vorkommt und bereits von den Römern und Kelten abgebaut wurde? Auch wenn heute hierzulande kein Gold mehr gefördert wird, vermuten Geologen Hunderte Tonnen in den österreichischen Alpen.
  • es die weltweit größten Goldvorkommen in China, Australien, Russland, USA, Kanada, Indonesien, Papua-Neuguinea, Peru und der Mongolei gibt?
  • die österreichischen Privathaushalte schätzungsweise 560 Tonnen Gold besitzen? In der Österreichischen Nationalbank (OeNB) lagern 280 Tonnen Gold.
  • Richard Nixon 1971 die Golddeckung des US-Dollars und damit für alle wichtigen Währungen der Welt abschuf? Bis dahin konnten 35 USD in eine Unze Gold getauscht werden. Beim Euro war die Golddeckung niemals gegeben.

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Eine Veranlagung in Gold birgt neben Chancen auch Risiken.

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