Was Sie von "Wolf of Wall Street" lernen können

Hohe Erträge sind immer auch mit hohem Risiko verbunden

Wird Ihnen von einem Finanzberater die „ultimative“ Geldanlage angeboten, sollten Sie zu allererst in Ruhe überlegen, ob die „einmalige Gelegenheit“ nicht doch zu schön klingt, um erfolgversprechend zu sein. Wurden Sie über alle Risiken aufgeklärt? Gibt es Alternativen, die sicherer sind und dennoch rentabel sein können? Smarte AnlegerInnen betrachten immer mehrere Optionen und vertrauen dabei auf ein seriöses Geldinstitut.

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Finanzkrise goes to Hollywood

Einige Hollywood-Streifen, die von der Finanzwirtschaft handeln, haben zwar hohen Unterhaltungswert, aber sonst sehr wenig mit der Realität zu tun. Nach Ausbruch der Finanzkrise in den Jahren 2007/08 hat die Filmindustrie das Thema für sich entdeckt und mit „The Big Short“ und „Wolf of Wall Street“ zwei bemerkenswerte Blockbuster geliefert.

„Wolf of Wall Street“ etwa bietet so manche wertvolle Lektion für SparerInnen und AnlegerInnen. Darin empfiehlt der Hauptcharakter des Films seinen KundInnen, ihr Erspartes in Penny Stocks zu investieren. Das sind Aktien, die nur ein paar Pennies oder Cent wert sind. Er rechnet vor, dass sich der eingesetzte Betrag bei nur zwei oder drei Cent Kursgewinn verdoppelt oder gar verdreifacht. Die Aktie sei so billig, dass es gar nicht mehr nach unten gehen könne.

Was beim ersten Hinhören logisch und vertrauenswürdig klingt, stellt sich bei näherer Betrachtung als hoch riskantes Spekulationsgeschäft heraus. Aber auch bei vermeintlich sicheren Investments kann es immer nach unten gehen. Die Konzerne Enron, Worldcom, Yukos waren alle einst Titanen auf dem Aktienmarkt, deren Aktienwert inzwischen bei null liegt.

Schneller Ertrag birgt hohes Risiko

Niemand in der Finanzwelt hat Geld zu verschenken oder ist darauf aus, seine Vermögenswerte möglichst billig zu veräußern. Ist ein Marktteilnehmer bereit, hohe Zinsen oder Renditen zu zahlen, hat das in der Regel nur einen Grund: Er braucht Geld. Das gilt gleichermaßen für Privatpersonen, Unternehmen und Staaten. Deshalb sind auch Staatsanleihen namhafter Nationen kein Garant, sich vor Verlusten zu schützen.

Zur Jahrhundertwende haben argentinische Staatsanleihen Zinsen und Renditen von über 20 % abgeworfen. Kurze Zeit später war das Land pleite. Ähnliches kennen wir aus Griechenland. Diese Länder bieten derzeit Renditen von 6 und 3 % an. Das wirkt natürlich verlockend. Aber wieso ist Argentinien wieder bereit, einen derart hohen Zinsendienst zu leisten?

Mit Staatsanleihen kann man sehr wohl nach Renditen streben. Zugleich sollte man aber versuchen, das Risiko zu minimieren. So werfen US-Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit derzeit rund 1,75 % ab. Das sind keine 6 % wie bei Argentinien und bietet somit weniger Ertragschancen, aber dafür ist es deutlich weniger riskant.

Vorsicht bei Finanz-Gurus

Charismatische „Finanzgenies“ haben oft das Talent, unerfahrene AnlegerInnen mit Insider-Informationen vom Erfolg eines Investments zu überzeugen. Doch hier ist Vorsicht geboten. Schon so mancher hochgejubelte „Finanz-Guru“ hat das ihm anvertraute Kapital verspekuliert.

Also was tun, wenn Ihnen das „ultimative Investment“ angeboten wird? Am besten einen Schritt zurücktreten und die Sache überschlafen. Dann in Ruhe überlegen, Alternativen in Erwägung ziehen – und den Rat von seriösen ExpertInnen einholen. 

 

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