Frühzeitig vorsorgen für die finanzielle Gesundheit von Frauen

Junge Frauen denken meist nicht ans Alter – sollten sie aber, denn Vorsorge braucht Zeit. Fehlende finanzielle Vorsorge kann sich später sehr negativ auswirken.

Frauen leben länger als Männer. Laut Statistik Austria werden in Österreich Männer durchschnittlich 78,8 Jahre alt, während Frauen 83,8 Jahre leben. Warum es diesen Unterschied bei der Lebenserwartung gibt, ist nicht genau bekannt. Vermutlich haben Frauen einen genetischen Vorteil. Jedenfalls ist die Lebensführung von Frauen gesünder als jene von Männern.

Gesunder Lebensstil, aber ungesunde Finanzen

Auch die finanzielle Situation von Frauen und Männern ist unterschiedlich: Frauen verdienen in Österreich durchschnittlich 18,9 % weniger als Männer. Noch schlechter ist die Situation im Alter: Frauen erhalten rund 42 % weniger Pension.

Verursacht wird dies durch niedrigeres Erwerbseinkommen und Lücken im Versicherungsverlauf, die durch Kinderbetreuung entstehen. Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank: „Frauen sind oft gefährdet in die Altersarmut zu schlittern. Umso wichtiger ist es, dass sich Frauen selbstständig mit den Themen Finanzen und Vorsorge auseinandersetzen. Das ist eine Investition in die Zukunft. Zudem sollten sich Frauen angesichts einer Scheidungsrate in Österreich von über 37 % nicht auf ihre Partner verlassen. Finanzielle Eigenverantwortung und Unabhängigkeit sind immens wichtige Themen.”
 

„Bei der Geldanlage und Vorsorge sollte man jedenfalls den größten Fehler vermeiden: Nicht zu handeln“, sagt Gerda Holzinger Burgsteller, CEO Erste Bank Oesterreich.

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81 % der Frauen wollen finanzielle Unabhängigkeit

Laut einer IMAS-Studie im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen geben 81 % der 1.350 befragten Frauen an, dass ihnen finanzielle Unabhängigkeit „sehr wichtig“ sei.

Im Gegensatz dazu messen nur 2 Drittel der Männer diesem Thema große Bedeutung zu. Tatsächlich sind jedoch 24 % der Frauen auf finanzielle Unterstützung angewiesen – das zeigt, dass Wunsch und Realität auseinanderklaffen.

Frauen sind mittlerweile besser informiert

Wenn's darum geht, wer in der Familie für Finanzen zuständig ist, sehen beide Geschlechter diese Aufgabe bei sich. So geben 32 % der Männer und 21 % der Frauen an, dass das Thema Männersache ist, während 33 % der Frauen und 22 % der Männer sagen, dass die Finanzen bei den Frauen verortet sind.

Eine Diskrepanz zeigt sich allerdings beim Wissensstand: 52 % der Männer geben an „gut“ oder „sehr gut“ über Finanzen informiert zu sein, während nur 38 % der Frauen das von sich behaupten. Dennoch bedeutet dies bei den Frauen eine Steigerung von 11 Prozentpunkten im Vergleich zu 2018. Die Differenz zwischen den Geschlechtern lässt sich auch damit begründen, dass nur 36 % der Frauen Finanzen für ein spannendes Thema halten, während es bei den Männern fast jeder Zweite ist.
 

81 % der Frauen wollen finanzielle Unabhängigkeit

Laut einer IMAS-Studie im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen geben 81 % der 1.350 befragten Frauen an, dass ihnen finanzielle Unabhängigkeit „sehr wichtig“ sei.

Im Gegensatz dazu messen nur 2 Drittel der Männer diesem Thema große Bedeutung zu. Tatsächlich sind jedoch 24 % der Frauen auf finanzielle Unterstützung angewiesen – das zeigt, dass Wunsch und Realität auseinanderklaffen.

Frauen sind mittlerweile besser informiert

Wenn's darum geht, wer in der Familie für Finanzen zuständig ist, sehen beide Geschlechter diese Aufgabe bei sich. So geben 32 % der Männer und 21 % der Frauen an, dass das Thema Männersache ist, während 33 % der Frauen und 22 % der Männer sagen, dass die Finanzen bei den Frauen verortet sind.

Eine Diskrepanz zeigt sich allerdings beim Wissensstand: 52 % der Männer geben an „gut“ oder „sehr gut“ über Finanzen informiert zu sein, während nur 38 % der Frauen das von sich behaupten. Dennoch bedeutet dies bei den Frauen eine Steigerung von 11 Prozentpunkten im Vergleich zu 2018. Die Differenz zwischen den Geschlechtern lässt sich auch damit begründen, dass nur 36 % der Frauen Finanzen für ein spannendes Thema halten, während es bei den Männern fast jeder Zweite ist.
 

Wer nur spart, verliert

Während Frauen bei der Geldanlage meist Sicherheit wählen, sind Männer auch für risikoreiche Investments offen. Doch wer in Zeiten niedriger Zinsen und hoher Inflation beim Vorsorgen aufs Sparbuch setzt, verliert Geld. Ein Beispiel: Bei einer 10-jährigen Veranlagung von 10.000 Euro auf einem Sparbuch mit 0,24 % Zinsen kommen am Ende 10.225 Euro heraus. Berücksichtigt man die durchschnittliche Inflation von 2,35 % über die 10 Jahre, beträgt der Realwert am Sparbuch nur noch 7.510 Euro.

Gerda Holzinger-Burgstaller: „Wir müssen in Österreich eine neue Wertpapierkultur schaffen, und weg vom negativ behafteten Spekulationsimage kommen. Es geht darum, allen Menschen bessere Vorsorgemöglichkeiten zu bieten, insbesondere fürs Alter.“

Der Kampf gegen die Geldentwertung braucht Strategie

Wer die Inflation und die Wertminderung seines Geldes nicht hinnehmen will, kommt an Wertpapieren nicht vorbei. Um eine Inflation von aktuell über 7 % auszugleichen, muss man auch Risiken eingehen.

Markus Kaller, Wertpapier-Experte der Erste Group: „Gerade die jüngsten Ereignisse führen uns vor Augen, dass Wertpapiere auch schwanken können. Deshalb sollten Anlegerinnen und Anleger durch laufendes Sparen die Herausforderung des richtigen Einstiegszeitpunkts vermeiden. Zudem sollten sie ihr Vermögen breit streuen – von Investmentfonds über Zertifikate bis hin zu Goldmünzen.”

Der größte Anlagefehler

Bei Geldanlage und Vorsorge muss man den größten Fehler vermeiden: nicht zu handeln. Burgstaller-Holzinger: „Frauen ist sehr wohl klar, welche Konsequenzen drohen, wenn sie nicht an ihre Zukunft denken. Aber oft scheinen diese Folgen zu weit in der Zukunft zu liegen, als dass sie greifbar und verständlich wären. Doch bei Vorsorge gilt: Der Faktor Zeit ist wichtiger als die Rendite. Daher sollte man mit Vorsorge so früh wie möglich beginnen.“

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