Referenzzinssätze im Umbruch – Ablöse des LIBOR

Am 8. Juni 2016 erließ die EU-Kommission die EU-Benchmark-Verordnung (BMR)* des Europäischen Parlaments und des Rates über Referenzwerte. Auf Referenzwerte wird in Finanzinstrumenten und -verträgen Bezug genommen, und sie werden zur Messung der Wertentwicklung von Investmentfonds verwendet. Ziel der BMR ist es, dass die in der EU bereitgestellten und verwendeten Referenzwerte robust, zuverlässig und repräsentativ sind.

Die Veröffentlichung des LIBOR wird eingestellt

Der wohl wichtigste Referenzwert für die globalen Finanzmärkte ist der vom ICE Benchmark Administrator veröffentlichte LIBOR-Zinssatz (London Interbank Offered Rate). Dieser wird täglich in verschiedenen Laufzeiten für die 4 Hauptwährungen bereitgestellt: Schweizer Franken (CHF), US Dollar (USD), Japanischer Yen (JPY) und Britisches Pfund (GBP). Die für den LIBOR zuständige britische Regulierungsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) hat am 5. März 2021 verlautbart, dass die Veröffentlichung des CHF-, JPY- und GBP-LIBOR per Ende 2021 eingestellt wird, und die des USD-LIBOR per 30. Juni 2023.

Neu: Alternative Referenzzinssätze

Als Ersatz wurden in den jeweiligen Währungen alternative Referenzzinssätze etabliert (Alternative Reference Rates – ARRs). Diese werden auch als risikofreie Zinssätze bezeichnet (Risk-Free Rates – RFRs). Als Folge der LIBOR-Einstellung werden bei den betroffenen Verträgen die LIBOR-gebundenen Zinssätze auf den jeweils wirtschaftlich nächsten alternativen Referenzzinssatz umgestellt.  

LIBOR-Zinssätze enthalten auch einen Interbanken-Kreditrisikoaufschlag, der in alternativen Referenzzinssätzen fehlt. Dieser wird in Form eines Anpassungs-Spreads berücksichtigt, der am 5. März 2021 von einer anerkannten externen Organisation fixiert wurde. Diese Art der Umstellung gewährleistet die wirtschaftliche Gleichwertigkeit für beide Vertragsparteien.

Die Einstellung der LIBOR-Zinssätze betrifft nicht nur die Umstellung bestehender Verträge. Die Erste Group Bank, Erste Bank und Sparkassen werden auch beim Angebot von neuen Produkten den regulatorischen Vorgaben hinsichtlich der Verwendung von Referenzzinssätzen folgen. Wir befürworten die Umstellung auf alternative Referenzzinssätze – und wir unterstützen unsere KundInnen dabei, sich in einem Umfeld ohne LIBOR-Zinssätze bestmöglich zurechtzufinden.

Haftungsausschluss

Der Inhalt dieser Seite stellt das gegenwärtige Verständnis der Erste Group Bank, Erste Bank und Sparkassen zur LIBOR-Umstellung dar und kann sich jederzeit ändern. Die vorliegende Übersicht ist weder vollständig noch abschließend. Sie ersetzt nicht eine ausführliche Beurteilung der Auswirkungen auf Sie oder Ihre Organisation durch unabhängige ExpertInnen – und sie stellt keine Beratung oder Empfehlung dar.

* Verordnung (EU) 2016/1011 (https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32016R1011)