Finanz ABC
Alle Begriffe im Überblick

A

Aktie: Eine Aktie ist ein kleiner Teil eines großen Unternehmens – einer Aktiengesellschaft (AG). Kauft man eine Aktie, wird man Teilhaber:in dieses Unternehmens und damit Aktionär:in. Als Aktionär:in kann man meist bei wichtigen Entscheidungen mitbestimmen, zum Beispiel, wer im Vorstand sitzt. Außerdem kann man von den Gewinnen des Unternehmens profitieren, wenn es gut läuft. Ist das der Fall, kann der Wert der Aktie steigen und man kann sie später mit Gewinn verkaufen. In der Zwischenzeit kann man bei Unternehmensgewinnen meist von Dividenden profitieren – einer Art Belohnung dafür, dass man die Aktie besitzt. Eine Aktie ist ein Wertpapier. Werden neue Aktien ausgegeben, nennt man das Aktienemission.

Angebot und Nachfrage: Folgende Situation: Man möchte die neuen Nike-Sneakers haben. Auch alle anderen wollen sie haben. Das bedeutet, es gibt es hohe Nachfrage nach den neuen Nike-Sneakers. Hat das Unternehmen aber viele Sneakers produziert und niemand will sie kaufen, übersteigt das Angebot die Nachfrage. Angebot und Nachfrage bestimmen schließlich den Preis von Dingen – von Aktien über Autos und Immobilien bis zu Sneakers. Wenn mehr Menschen etwas haben wollen, steigt in der Regel der Preis. Wenn es zu viel von etwas gibt und keiner es haben will, fällt hingegen meist der Preis.

Anleihe: Eine Anleihe (auch Obligation genannt) ist ein festverzinsliches Wertpapier. Sie funktioniert wie ein Versprechen. Indem man eine Anleihe kauft, leiht man einem Unternehmen oder einem Staat sein Geld – und im Gegenzug bekommt man eine Art Schuldschein (die Anleihe). Nach einer im Voraus bestimmten Zeit bekommt man sein Geld zurück, zusammen mit einem zusätzlichen Betrag – den Zinsen. Dieser Betrag ist eine Art Dankeschön dafür, dass man sein Geld verliehen hat. 

B

Bank: Eine Bank wickelt verschiedene Arten von Tätigkeiten ab, die mit Geld an sich, Zahlungen, der Übertragung und auch dem Handel mit Geld zusammenhängen. Banken ermöglichen es Menschen, ihr Geld sicher aufzubewahren, einzuzahlen und abzuheben. Eine Bank stellt auch Kredite zur Verfügung. Ein Kredit ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien über die Bedingungen, unter denen eine Partei der anderen Geld leiht. Eine Bank kann Menschen also Geld leihen, damit sie es für verschiedene Zwecke verwenden können. Aber auch andere Dienstleistungen gehören zum Angebot einer Bank, wie z. B. die Ausstellung von Kredit- oder Debitkarten, die Abwicklung von Überweisungen oder die Bereitstellung von Spar- und Anlagekonten. Banken erheben Zinsen auf Kredite und Gebühren auf ihre Dienstleistungen. Weil sie Unternehmen und Einzelpersonen finanzielle Unterstützung bieten, um Investitionen zu tätigen und Wachstum zu fördern, tragen sie auch zur Stabilität der Wirtschaft bei.

Bankomat: Ein Bankomat, auch Geldautomat oder Geldausgabeautomat oder SB-Automat (Selbstbedienungsautomat) genannt, ist ein elektronisches Gerät, das es uns ermöglicht, Geld von unserem Bankkonto abzuheben. Er ist in der Regel im Eingangsbereich einer Bank oder an anderen öffentlichen Orten wie Einkaufszentren oder Supermärkten aufgestellt. Um Geld von einem Bankomaten abzuheben, braucht man eine Bankkarte (Debitkarte oder Kreditkarte) und den entsprechenden Code. Hat man genügend Geld auf dem Konto, kann der gewünschte Betrag abgehoben werden. Bankomaten sind praktisch, da sie uns ermöglichen, auch außerhalb der Öffnungszeiten der Banken Geld abzuheben. 

Betrug im Internet: Beim Internetbetrug verwenden Betrüger:innen verschiedene Methoden, um ihre Opfer zu manipulieren. Zum Beispiel können sie gefälschte Websites erstellen, die echten Websites ähneln, um Nutzer dazu zu verleiten, ihre persönlichen Daten einzugeben, wie z. B. Passwörter oder Kreditkarteninformationen. Betrüger:innen können auch gefälschte E-Mails oder Nachrichten senden, die vorgeben, von vertrauenswürdigen Unternehmen oder Personen zu stammen, um die Empfänger:innen dazu zu bringen, Geld zu überweisen oder vertrauliche Informationen preiszugeben. Internetbetrug kann auch in Form von Identitätsdiebstahl auftreten, bei dem Betrüger:innen persönliche Informationen einer Person stehlen, um finanziellen Schaden anzurichten oder in deren Namen illegale Aktivitäten durchzuführen. Es ist wichtig, wachsam zu sein und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um sich vor Internetbetrug zu schützen. Dazu gehören das Überprüfen von Websites auf Sicherheit, das Vermeiden des Klicks auf verdächtige Links oder des Downloads von unbekannten Dateien sowie das Schützen persönlicher Informationen und Passwörter. Mehr Informationen.

BIC: Die Abkürzung BIC steht für "Bank Identifier Code". Der BIC ist ein internationaler Bankcode, der dazu dient, eine bestimmte Bank eindeutig zu identifizieren – er ist eine Art "Bankadresse". Er wird oft auch als "SWIFT-Code" bezeichnet, da er von der Gesellschaft für weltweite Interbanken-Finanztelekommunikation (SWIFT) vergeben wird. Jede Bank, die am internationalen Zahlungsverkehr teilnimmt, besitzt einen eindeutigen BIC. Dieser hilft dabei, Zahlungen und Transaktionen korrekt abzuwickeln und sicherzustellen, dass das Geld an die richtige Bank überwiesen wird. Er ist meist, gemeinsam mit der IBAN, auf der Vorderseite der Debitkarte zu finden.

BIP: BIP steht für das Brutto-Inlandsprodukt. Das ist der Wert aller Produkte und Dienstleistungen, die in einem Land während eines bestimmten Zeitraums – meistens innerhalb eines Jahres – entstehen. Inlandsprodukt heißt so viel wie: Alles, was von den Bewohner:innen in einem Land produziert wird. Das BIP ist ein Maß für die Leistungsfähigkeit einer gesamten Volkswirtschaft. Zwei Ebenen spielen hier eine Rolle: einmal die Summe aller Wertschöpfung. Und einmal das BIP pro Kopf. Man kann zum Beispiel BIPs mehrerer Jahre oder Länder miteinander vergleichen.

Börse: Die Börse ist eine Plattform, wie eine Broker- oder Online-Handelsplattform, auf der Menschen als Käufer:innen oder Verkäufer:innen Finanzinstrumente wie Aktien, andere Wertpapiere und Rohstoffe kaufen und verkaufen können. Möchte jemand kaufen oder verkaufen, gibt er einen Auftrag auf, entweder zum Kauf zu bestimmten Bedingungen, wie dem Preis, oder zum Verkauf zu bestimmten Bedingungen. Die Börse bringt dann Käufer:innen und Verkäufer:innen zusammen und ermöglicht den Handel. Die Preise an der Börse werden im Grunde durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Wenn viele Menschen eine bestimmte Aktie kaufen möchten, steigt ihr Preis. Wenn viele Menschen sie verkaufen möchten, sinkt der Preis.

Brutto: Brutto und netto sind Begriffe, die verwendet werden, um den Unterschied zwischen Gesamtbetrag und dem tatsächlich verfügbaren Betrag darzustellen, zum Beispiel bei Gehältern, Einkommen und Ausgaben. Brutto bezieht sich auf eine Gesamtsumme vor Abzug von bestimmten Kosten – wie etwa Steuern. Ein Bruttoeinkommen ist also ein Betrag, den eine Person vor Abzug von Steuern oder anderen Abgaben verdient. Zieht man die Steuern ab, ist es netto. Tipp, wie man sich den Unterschied einfach merken kann: Das “B” von “Brutto” hat zwei Bäuche – ist somit “mehr wert”.

Budget: Ein Budget ist ein Plan, den man erstellt, um zu sehen, welche Einnahmen und Ausgaben man hat und wie man mit diesen Geldmitteln umgehen möchte. Sowohl private Haushalte als auch Unternehmen und Staaten nutzen Budgets. Ein Budget hilft einem, Geld für wichtige Dinge zu sparen und Geld nicht auszugeben, wenn man es nicht hat.

Bürgschaft: Mit einer Bürgschaft verpflichtet man sich, einen Kredit für jemanden zurückzuzahlen, wenn dieser zahlungsunfähig wird. Banken wollen nämlich Sicherheiten, bevor sie einen Kredit gewähren. Man kann einen Kredit beispielsweise mit einer Immobilie absichern – oder eben durch eine Bürgschaft. Mit einer Bürgschaft haftet man gegenüber der Bank für den Kredit eines oder einer anderen. Das heißt im Klartext: Wenn man für jemanden bürgt, zahlt man die Schulden zurück, wenn Kreditnehmer:innen das selbst nicht mehr können. Darum sollte man sich genau überlegen, ob man wirklich für einen Kredit bürgen möchte.

Bulls & Bears: “Bulls & Bears” sind Begriffe, die in der Finanzwelt verwendet werden, um die Stimmung und die Erwartungen von Anleger:innen zu beschreiben. Ein “Bull” (auf Deutsch Bulle) ist jemand, der optimistisch ist und erwartet, dass die Preise steigen werden. Ein “Bear” hingegen ist eher pessimistisch und erwartet, dass die Preise fallen werden. Diese Begriffe sind tatsächlich an das Verhalten von Bullen und Bären angelehnt: Bullen stoßen die Preise mit den Hörnern nach oben, während Bären die Preise mit den Pratzen nach unten schlagen.

C

Cashflow: Der Cashflow in den persönlichen Finanzen bezieht sich darauf, wie das Geld in unseren Taschen “fließt”, also auf die Zahlungsmittel, die aus unseren Konten hinein- und heraustransferiert werden. Es ist der Unterschied zwischen dem Geld, das wir einnehmen, wie z. B. dem Gehalt, und dem Geld, das wir ausgeben, wie z. B. für Rechnungen, Miete und andere Ausgaben. Ein positiver Cashflow bedeutet, dass wir mehr Geld einnehmen als ausgeben. Ein negativer Cashflow, dass wir mehr Geld ausgeben als einnehmen. Es ist wichtig, einen positiven Cashflow zu haben, um finanzielle Stabilität zu erreichen und Geld für Sparziele oder unvorhergesehene Ausgaben zur Verfügung zu haben.

Cost-Average-Effekt: Durch diesen Effekt hofft man auf eine Rendite, die die regelmäßigen Einzahlungen in einen Sparplan erhöhen. Wie? Wie wir wissen, ergibt sich der Preis für Wertpapiere aus Angebot und Nachfrage. Spare ich einen monatlich gleichbleibenden Betrag, kaufe ich einmal mehr und einmal weniger Anteile. Dadurch könnte es sein, dass wir einen günstigen Durchschnittspreis für die Anteile bezahlen. Es ist wie eine Achterbahnfahrt: Manchmal geht es nach oben und manchmal nach unten, aber im Durchschnitt möchte man so vorankommen. Der Cost-Average-Effekt soll uns helfen, das Risiko zu verteilen, mit der Absicht, mit der Zeit profitabel zu sein. Selbst wenn es zwischenzeitlich kleine Schwankungen gibt.

Crowdfunding: Crowdfunding ist eine Möglichkeit, für die Finanzierung eines Projekts oder Unterfangens Geld bei einer großen Anzahl von Personen zu sammeln. Dabei tragen viele Menschen gemeinsam kleine Beträge bei. Das Geld wird entweder gespendet oder man beteiligt sich direkt am Unternehmen. Statt also Geld von einer einzelnen Person oder zum Beispiel einer Bank zu erhalten, können Menschen mit interessanten Ideen online über unterschiedliche Plattformen Geld von der breiten Öffentlichkeit für ihr Projekt sammeln.

Cybersecurity: Cybersecurity bezieht sich auf Maßnahmen und Schutzvorkehrungen, die ergriffen werden, um Computersysteme und Daten vor unbefugtem Zugriff, Diebstahl oder Beschädigung zu schützen. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass die persönlichen Informationen und finanziellen Daten online sicher sind. Tätigt man Bankgeschäfte oder Einkäufe online, ist es wichtig, dass vertrauliche Informationen wie Kontonummern oder Passwörter geschützt sind. Unzureichende Cybersecurity kann dazu führen, dass Kriminelle auf unsere Daten zugreifen können und sie für betrügerische Aktivitäten nutzen. Das kann zu erheblichen finanziellen Verlusten führen und unsere finanzielle Stabilität gefährden. Wer starke Passwörter verwendet, vorsichtig mit seinen persönlichen Daten umgeht, keine verdächtigen Links oder Anhänge in E-Mails öffnet und Sicherheitssoftware auf seinen Geräten verwendet, kann sich vor Cyberangriffen schützen. Mehr Informationen.

D

Darlehen: Ein Darlehen ist Geld, das man sich von der Bank leiht. Bekommt man ein Darlehen, kann man das Geld ausgeben. Man muss es der Bank später aber auch wieder zurückzahlen – Zinsen inklusive. Zinsen sind der Preis dafür, dass wir das Geld geliehen bekommen, um uns einen Wunsch zu finanzieren. Darlehen sind spezielle Arten des Kredits. Man nimmt sie in der Regel dann auf, wenn man höhere Beträge mit einer langen Laufzeit aufnehmen möchte.

Dauerauftrag: Überweist man regelmäßig den gleichen Geldbetrag vom eigenen Konto auf ein anderes, richtet man dafür in der Regel einen Dauerauftrag bei der Bank ein. Zum Beispiel kann man einen Dauerauftrag einrichten, um jedes Monat Geld auf das Spar- oder Taschengeldkonto zu überweisen oder die Miete zu bezahlen.

Debitkarte: Eine Debitkarte – in Österreich auch Bankomatkarte genannt – ist eine Zahlungskarte zum persönlichen Girokonto. Sie ist mit einem Code versehen, den nur die Besitzer:in der Karte kennt und den man auch geheim halten muss. Mit der Karte lässt sich am Geldausgabeautomaten oder in der Bank Geld abheben oder bargeldlos bezahlen. Das Konto wird dann sofort mit dem Betrag der Transaktion belastet. Neben der Debitkarte ist auch die Kreditkarte vielen ein Begriff. Bei dieser Karte wird das Konto erst zeitversetzt belastet.

Depot: Ein Depot kann man sich wie ein digitales Schließfach für die eigenen Wertpapiere vorstellen. Früher gab es tatsächlich physische Schließfächer, heute ist ein Depot vereinfacht gesagt ein Kundenkonto bei einer Bank. Ein Depot benötigt man, um mit Wertpapieren handeln zu können, diese auf dem Kapitalmarkt also kaufen und verkaufen zu können. Eröffnen lässt es sich bei Banken oder auf Onlineplattformen. 

Digitaler Euro: Die Europäische Zentralbank (EZB) diskutiert gerade eine mögliche Einführung des sogenannten digitalen Euros. Es wäre ein sicheres, zuverlässiges digitales Zahlungsmittel für den Euroraum. Dieses von der EZB ausgegebene digitale Geld wäre ein “Stabilitätsanker für das Zahlungs- und Währungssystem”, heißt es. Um den digitalen Euro zu verwenden, benötigen Nutzer:innen eine digitale Wallet – aber kein Bankkonto.

Dividende: Kauft man eine Aktie, ist man automatisch Miteigentümer:in der Aktiengesellschaft, in die man investiert hat. Eine Dividende ist der Anteil am Gewinn des Unternehmens, der an die Aktienbesitzer:innen ausgeschüttet wird. Viele Unternehmen zahlen einmal jährlich eine Dividende aus, andere einmal pro Quartal. Manchmal wird aus strategischen Gründen oder mangels Gewinn keine Dividende ausbezahlt.