MEDIENINFORMATION
Salzburg, 05. März 2024
 

Studie zum Weltfrauentag 2024:
Finanzen zwischen Unabhängigkeit und veralteten Rollenbildern

·         Finanzielle Unabhängigkeit für Österreicher:innen sehr wichtig

·         Veraltete Rollenbilder bei Finanzen in der Partnerschaft

·         Nur knapp ein Drittel der Frauen in Österreich sorgt für das Alter vor

·         she invests: Finanzbildung von Frauen für Frauen
 

Auch bei seiner 113. Auflage hat der Weltfrauentag nichts von seiner Relevanz verloren. Zu groß sind weiterhin die finanziellen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Welche kurz- aber auch langfristigen Folgen das für Österreichs Frauen hat, zeigt eine aktuelle, repräsentative Integral-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen anlässlich des heurigen Weltfrauentags.
  
Eines ist den Österreicher:innen gemein: die Bedeutung der finanziellen Unabhängigkeit. Die ist 94 Prozent der Befragten, ob Mann oder Frau, wichtig. Dass Frauen allerdings mit völlig anderen Rahmenbedingungen arbeiten, zeigen Zahlen der Statistik Austria. Im Jahr 2022 lag der Gender Pay Gap
bei 18,4 Prozent, eine Verbesserung von 0,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Zu wenig, wenn man Markus Sattel, Vorstandsdirektor der Salzburger Sparkasse, fragt: „Die nach wie vor erschreckenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern unterstreichen die Bedeutung von finanzieller Vorsorge für Frauen.“

Zusätzlich leisten Frauen 40 Prozent mehr an unbezahlter Care Arbeit. Die Folge: Der Gender Pension Gap lag 2022 bei 41,1 Prozent (2021: 41,6 Prozent). Wenig verwunderlich, dass Frauen deshalb 50 Prozent häufiger von Altersarmut betroffen sind als Männer. „Eine der wichtigsten Maßnahme gegen Altersarmut ist es, sich pro-aktiv um die eigene Altersvorsorge zu kümmern“, betont Sattel.
 

Einkommensunterschiede stellen Hürde für Pensionsvorsorge dar

Die Frage nach dem durchschnittlichen frei verfügbaren Einkommen nach Abzug aller Fixkosten bestätigt das oben gezeichnete Bild: Liegen Männer
(758 Euro) und Frauen (725 Euro) in der jüngeren Altersgruppe bis 30 noch vergleichsweise eng beieinander, geht anschließend die „Einkommensschere“ auseinander. So bleiben Männern in der Altersgruppe der 30 bis 49-Jährigen monatlich 996 Euro zur freien Verfügung über, Frauen lediglich
631 Euro - 37 Prozent weniger. In der Altersgruppe der 50 bis 69-Jährigen wird die Differenz zwar kleiner, aber auch hier haben Männer mit 839 Euro weiterhin deutlich mehr zur freien Verfügung als Frauen mit 617 Euro. Sattel erklärt: „Die Auswirkungen dieser Einkommensentwicklung im Laufe des Lebens schlagen sich beim Thema Sparen und Vorsorge nieder.“

Sorgen bei den unter 30-Jährigen noch mehr Frauen (31 Prozent) als Männer (19 Prozent) für das Alter mit einer Pensionsvorsorge vor, ändert sich dieses Verhältnis bei den 30 bis 49-Jährigen eklatant. Hier sorgen deutlich mehr Männer (44 Prozent) vor, während die Zahl der Frauen mit 29 Prozent sogar sinkt. Dementsprechend überrascht es nicht, dass Frauen der Pension pessimistisch entgegenblicken. Nur 29 Prozent bei den unter 30-Jährigen und
27 Prozent zwischen 30 und 49 Jahren fühlen sich gut für das Alter abgesichert. Zum Vergleich: Bei den Männern sind es 52, respektive 47 Prozent.
 

Veraltete Rollenbilder bei Finanzen in der Partnerschaft

Zusätzlich erschwerend wirkt, dass das Finanzleben vieler Österreicherinnen noch immer von Rollenbildern früherer Zeiten geprägt ist. Danach gefragt, bei welchem Geschlecht sie die Verantwortung für die Erledigung von Dingen des alltäglichen Bedarfs sehen, geben 70 Prozent der Befragten an, diese seien Frauensache, nur 4 Prozent sehen diese Aufgabe als Männersache an. Auch die Gelderziehung wird in der Hand der Frauen (43 Prozent) und weniger bei den Männern (10 Prozent) gesehen. Umgekehrt, wenn auch weniger deutlich, wird das Thema Vorsorge, Veranlagen und Sparen eher als Männersache
(33 Prozent im Vergleich zu 17 Prozent) wahrgenommen. Auch die Themen Versicherungen (46 Prozent), Mobilität (58 Prozent) und Finanzierungen
(52 Prozent) werden laut den befragten Österreicher:innen deutlicher bei Männern als Frauen (11 bzw. 4 bzw. 5 Prozent) gesehen.
 

Mehr Einkommen ermöglicht Männern mehr Diversifizierung

Männer (22 Prozent) erachten im Vergleich zu Frauen (6 Prozent) das Thema “Wertpapiere” als eher spannend. Ebenso stimmen signifikant mehr Männer (23 Prozent) der Aussage zu, dass Wertpapiere „alternativlos sind, wenn man sein Geld gewinnbringend anlegen will“, als Frauen (8 Prozent) dies tun. Aber: Unabhängig vom Geschlecht sind acht von zehn Österreicher:innen der Meinung, dass das Ansparen in Wertpapieren schon mit kleinen Beträgen Sinn macht. „Wir freuen uns über diese positive Entwicklung. Geld beiseitezulegen und für die Zukunft vorzusorgen ist auch mit kleinen Beträgen sinnvoll. Deshalb gilt es die Vorteile alternativer Veranlagungsstrategien aufzuzeigen, da auch mit kleineren Summen ein langfristiger Vermögensaufbau erzielt werden kann“, so Sattel.
 

She invests: Finanzbildung von Frauen für Frauen

Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit ist für Frauen ein steiniger, das bleibt auch 2024 weiterhin so. Nichtsdestotrotz scheint das Bewusstsein, die Finanzen in die eigene Hand zu nehmen, gestiegen zu sein, so Markus Sattel abschließend: „Als Bank müssen wir die Inhalte für Frauen interessanter machen und in leicht zugänglichen Formaten aufbereiten. Mit she invests haben wir als Erste Bank und Sparkassen eine Initiative geschaffen, die genau das tut.“ Seit dem Start von she invests, einer Finanzbildungsinitiative speziell für Frauen, im September 2022 konnten rund 45.000 Frauen erreicht werden. In Webinaren und Panels werden Themen wie Budgetierung, Sparen oder Veranlagung und Vorsorge von internen und externen Expertinnen beleuchtet. Nähere Infos sind unter she invests » Stärke dein Finanzwissen | Erste Sparkasse zu finden.
 

Zur Studie

Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Meinungsforschungsinstitut INTEGRAL mit der Durchführung einer Umfrage anlässlich des Weltfrauentags 2024. Die Studie wurde von 8. bis 16. Jänner 2024 mit Online-Interviews (CAWI) durchgeführt. In der Befragung, die repräsentativ für die österreichische Wohnbevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren ist, wurden die geschlechterspezifischen Unterschiede rund um Themen wie Geld im Alltag, Pensionsvorsorge, Interesse an Finanzthemen und die Vermittlung von Finanzbildung abgefragt. Insgesamt wurden 1.000 Online-Interviews geführt. 

Disclaimer: Bitte beachten Sie: Das Veranlagen in Wertpapiere birgt neben Chancen auch Risiken.

Rückfragen an:

Salzburger Sparkasse | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Rainerstraße 30, 5020 Salzburg
Laura Zehetner, 05 0100 - 48147,
E-Mail: laura.zehetner@salzburg.sparkasse.at

Stefan Soriat, 05 0100 - 48135,
E-Mail: stefan.soriat@salzburg.sparkasse.at

Markus Sattel, Vorstandsdirektor der Salzburger Sparkasse Bank AG, Fotonachweis: StefanZauner.at, Abdruck honorarfrei.