29.03.2021

Wachsprobe Laboranalysen

Josef Gruber, Schriftführer Bienenzuchtverein Naturpark Pöllauertal erklärt dazu: Naturvölker bauen ihren Wabenbau komplett mit eigenem Wachs. Nicht von Bienen besetzte Waben werden von der Wachsmotte zerfressen. Rückstände und allfällige Krankheitserreger werden unschädlich gemacht und im nächsten Jahr beginnt der Kreislauf von vorne.

In bewirtschafteten Völkern versucht man den Wabenbau zu lenken, dafür wird das anfallende Wachs gesammelt, gereinigt und in Form von Wachsplatten dem Volk wieder zur Verfügung gestellt. Mit dieser Arbeitsweise beeinflussen wir den Wabenbau und die Völker können schneller die benötigten Waben herstellen. Diese Arbeitsweise hat natürlich auch Nachteile, Schadstoffe aus der Umwelt und Varrobekämpfung sammeln sich im Wachs und werden nur langsam weniger.

In den 80iger Jahren hat die Varromilbe zu massiven Bienenverlusten geführt. Die Imker versuchten die Bedrohung mit synthetischen Varroziden zu bekämpfen, recht bald haben sich Resistenzen eingestellt und es wurden andere Wege gefunden. Heute bekämpfen wir die Milbe mit biotechnischen Methoden, organischen Säuren und nur mehr ein geringer Anteil der Völker wird mit synthetischen Mitteln behandelt. Auch wenn das Wachs schon vielfach umgearbeitet und verdünnt wurde, finden sich noch immer Rückstände längst vergangener Zeiten. Jedoch finden sich im Bienenwachs auch Umweltgifte in sehr geringen Dosen, welche nur in Speziallaboren erkannt werden.

Die UNI Graz hat den Kontakt zur Universität von Almeria in Spanien hergestellt. Dort wurden die Proben auf 428 Wirkstoffe bis zur Nachweisgrenze von 0,5 Mikrogramm (0,0000005 gr) ermittelt. Die ermittelten Werte sind sehr genau und würden bei Standard Untersuchungen nicht oder nur als geringfügig aufschlagen. Die Ergebnisse geben keinen Anlass zur Sorge, jedoch sehen wir große Unterschiede zwischen aus dem Handel bezogene Wachse (Probe J und F) gegenüber dem Imker A, welcher nur mit Eigenwachs arbeitet.

Für uns Imker heißt dies:

  • altes Wachs zu Kerzenproduktion 
  • Wachsplatten mit möglichst neuem Wachs herstellen
  • die Varroa etwas aufwendiger mit biotechnischen Methoden und/oder organischen Säuren behandeln.