Bottom-up Top-down.

Xian Zhengs Perspektiven auf die Welt.

„Alles eine Frage der Perspektive“, sagt eine gerne zitierte Lebensweisheit. Und das stimmt: die Sicht auf die Welt hängt davon ab, ob man diese aus dem Blickwinkel des Frosches oder dem eines Vogels betrachtet, also das Umfeld „bottom-up“ oder „top-down“ erfasst. Die beiden Begriffe aus dem Prozessmanagement stehen Pate für die gleichnamige Ausstellung, in der das Werk der Visuellen Künstlerin Xian Zheng im Mittelpunkt steht.

In ihren feinen, detailreichen Bleistiftzeichnungen verknüpft Xian Zheng westliche und fernöstliche Perspektiven miteinander. Ihre Intention ist es, Orte und Räume des Alltags ebenso wie Ateliers und Künstler:innen-Domizile akribisch zu erfassen mit dem Ziel, sie für die Zukunft festzuhalten. So erkunden die Betrachter:innen Straßen und Häuserzeilen, entdecken vermeintlich Wohlbekanntes neu und werden Zeugen von Momentaufnahmen, die den Eindruck erwecken, als hätten die Bewohner:innen ihr Zuhause eben erst verlassen.

Xian Zheng im Atelier, 2024

Space Linz, 2024

Die Arbeiten von Zheng sind eine Einladung an das reizüberflutete Auge der Gegenwart, sich ins Detail zu vertiefen und die Schönheit der Zeichenkunst in Bleistift auf Papier zu entdecken. Und das geht eigentlich aus jeder Perspektive: gedreht, gekippt oder auf den Kopf gestellt. Das Werk der Künstlerin ist weiterhin als Hommage an die handwerkliche Arbeit zu lesen. Der Arbeitsprozess einer jeden Zeichnung ist langwierig und erfordert ein hohes Maß an Konzentration. Eile und Hast sind kontraproduktiv, ebenso das Streben nach Effizienz und nach einer Optimierung des Werkprozesses.

„Durch jeden präzise gesetzten Strich begreife ich den Raum und lasse ihn sich sukzessive auf dem Papier entfalten. Es ist eine Einladung an die Betrachter:innen, im Innehalten zu verweilen und jene unbemerkten Strukturen des Alltags neu zu hinterfragen – wobei jeder erneute Blick bisher übersehene Details offenbart“, so die Künstlerin. 

Damit ist auch der künstlerisch-programmatische Ansatz in der Sparkasse OÖ auf den Punkt gebracht: 

„Ein Perspektivenwechsel eröffnet nicht nur neue Sichtweisen auf Räume, sondern auch auf unser Zusammenleben. In einer Zeit globaler Herausforderungen erinnert uns Kunst daran, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsame Zukunftsbilder zu entwerfen. Mit ihren vielschichtigen Zeichnungen lädt Xian Zheng dazu ein, Gewohntes neu zu betrachten – und macht sichtbar, dass Wandel oft dort beginnt, wo wir bereit sind, die Blickrichtung zu verändern“, sagt Maximiliane Buchner, Kunsthistorikerin und Kuratorin der Ausstellung.

Als Teil ihres gesellschaftlichen Auftrags versteht sich die Sparkasse OÖ seit ihrer Gründung als Impulsgeberin für ein positives Miteinander. Ihr Engagement schließt dabei die Förderung von Kunst und Kultur mit ein. Genau hier setzt das Jahresleitmotiv „Visionen des Zukünftigen“ an: Es lädt dazu ein, in einer herausfordernden Gegenwart alternative Formen des Zusammenlebens sichtbar zu machen. Die Kunstrampe spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie ist ein offener Ort, an dem Kunst, Öffentlichkeit und gesellschaftliche Verantwortung unmittelbar zusammentreffen und neue Sichtweisen entstehen.

Xian Zheng (PhD) wurde 1985 in Hunan, China, geboren und lebt seit 2017 in Linz. Nach ihren Studien der Umweltkunst und Design (BA) sowie der Architektur und angewandten Kunst (MA) an der Guangzhou Academy of Fine Art, China, promovierte sie im Bereich raum&designSTRATEGIEN an der Kunstuni Linz, wo sie heute auch lehrt.

Was ist die Kunstrampe?

Bereits seit ihrer Gründung 1849 versteht sich die Sparkasse OÖ als Förderin von Kunst und Kultur. Dieser Auftrag ist neben zahlreichen humanitären Aufgaben auch im Gründungsgedanken der Sparkasse OÖ verankert und in den Statuten vermerkt. Mit Bezug ihres Stammhauses an der Promenade 11-13 im Jahr 1892 begann die Sparkasse OÖ, gezielt Kunst zu sammeln vornehmlich von oberösterreichischen Künstler:innen. Der Schwerpunkt dieser Corporate Collection, die heute rund 1700 Werke umfasst, liegt in Werken des 20. und 21. Jahrhunderts.

Mit dem gerade laufenden Umbau unseres Stammhauses an der Promenade musste auch ein Teil der Kunstsammlung ausgelagert werden. Wir haben diese Gelegenheit genützt und sind in die Tabakfabrik ins Haus Falk gezogen, wo wir Mitglied im Verein Art Magazin sind. Dort sind wir Tür an Tür mit zahlreichen Künstler:innenateliers sowie dem Depot der Museen der Stadt Linz.

In Analogie zur Startrampe der Sparkasse OÖ in der Strada del Startup nennen wir uns hier Kunstrampe by Sparkasse OÖ. In der Kunstrampe wird nicht nur die Kunstsammlung betreut, sondern hier werden auch unsere Ausstellungs- und Vermittlungsprojekte vorbereitet und gezielte Forschung zur Geschichte des Unternehmens betrieben. Wir freuen uns sehr, in diesem offenen und vielfältig ausgerichteten Umfeld nun unser Netzwerk in die Linzer Kunst- und Kulturszene weiter ausbauen zu können und spannende Kooperationen und Projekte auf den Weg zu bringen.

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