Let it snow!

Vom romantischen Wunsch zum echten Problem

Schnee gehört zum Winter wie Weihnachten und Skifahren zu Österreich wie die Mozartkugel. Je näher die Ferien kommen, desto größer ist die Vorfreude auf die weiße Pracht. Der Wintertourismus zählt seit den 1950er Jahren zu den tragenden Säulen der hiesigen Wirtschaft - doch Voraussetzung dafür ist Schnee in ausreichender Menge.  Die flächendeckende Nutzung der Bergwelt für den Wintersport wurde erst mit der Erschließung der Höhenlagen möglich. Viele Straßen, Wege und Seilbahnen sind außerdem wahre Meisterleistungen der Ingenieurskunst. 

Hans Gösta Nagl: Dachstein-Seilbahn im Bau, Öl/Hartfaserplatte, 1968

Ein Beispiel dafür ist die Dachstein-Seilbahn, die 1969 ihren Betrieb aufnahm. Sie brachte Wintersportler zum Dachsteingletscher auf 2.700 Meter Höhe, dessen Rückgang den Skibetrieb mit der Saison 2022/23 allerdings beendete. Ein Grund für die drastische Gletscherschmelze ist der mangelnde Schnee infolge der klimatischen Erwärmung. Ohne diese schützende Schicht, die das Sonnenlicht reflektiert, schreitet der Gletscherschwund schnell voran.  Außerdem kann das „ewige Eis“ ohne Schnee nicht nachwachsen – was weg ist, ist also weg und kommt nicht wieder. 

Damit sind wir beim Punkt: Was über viele Generationen hinweg als selbstverständlich galt, ist heute eher die Ausnahme: nämlich ein Winter voller Schnee. Der bekannte Weihnachtshit „Let it snow“, der 1945 erstmals zu hören war, bekommt somit einen flehentlichen Unterton, denn für die Natur und insbesondere für die Bergwelt ist Schnee ein entscheidender Faktor im Wettlauf gegen die Erderwärmung. Doch auch in der Vergangenheit gab es immer wieder Schwankungen, was die Intensität und Dauer der Winter anbelangten – und damit auch die Menge an Schnee, die fiel. Neben Aufzeichnungen und Studien gibt darüber die Malerei Auskunft, was zunächst vielleicht überraschen mag. 

So entstehen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auffallend viele Winterbilder.  Man sieht pittoreske Landschaften mit zugefrorenen Flüssen, mit Schlittschuhfahrern und Spaziergängern, die sich am Feuer die Hände wärmen. Diese Häufung an Winter-Themen fällt zusammen mit einer Reihe von Rekordwintern, die europaweit Flüsse und Seen zufrieren ließen. Ihren Höhepunkt erreichte die Kältewelle zum Jahreswechsel 1739/40, der als der kälteste des vergangenen Jahrtausends gilt. Sogar die Ostsee und die Lagune von Venedig waren von Oktober bis April mit Eis bedeckt. 

Andere Winterbilder zeigen spezifische Tätigkeiten, die mit der jeweiligen Jahreszeit verbunden waren. So wurden im Dezember traditionell Schweine geschlachtet und kamen, gut gemästet, als „Mettensau“ am Weihnachtstag auf den Tisch. Der Dezember eignet sich ebenfalls gut zum Holzfällen, nach altem Brauch insbesondere der Thomastag am 21. Dezember. Die beiden Blätter von G.Zocchi und F.Bartolozzi sind Raritäten in der Kunstsammlung der Sparkasse OÖ. Sie erzählen nicht nur vom Leben im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten, sondern berichten anschaulich von der Kleinen Eiszeit in Europa zwischen dem 15. Jahrhundert und 1850.

Mit der Studioausstellung „Let it snow!“ präsentieren wir drei wenig bekannte Stücke aus der Kunstsammlung der Sparkasse OÖ. Darüber hinaus läuten wir damit das Kunst-Programm des Jahres 2026 in der Sparkasse OÖ ein. Es steht unter dem Motto „Visionen des Zukünftigen. Strategien für ein Leben morgen“ und vermittelt mit der Sprache der Kunst verschiedene Perspektiven auf die Herausforderungen unserer Zeit. Der schmelzende Schnee infolge des Klimawandels ist nur eine davon. Wie wir als Gesellschaft damit umgehen und aus Visionen eine neue Realität werden lassen können – das erörtern wir gemeinsam im kommenden Jahr. 

Was ist die Kunstrampe?

Bereits seit ihrer Gründung 1849 versteht sich die Sparkasse OÖ als Förderin von Kunst und Kultur. Dieser Auftrag ist neben zahlreichen humanitären Aufgaben auch im Gründungsgedanken der Sparkasse OÖ verankert und in den Statuten vermerkt. Mit Bezug ihres Stammhauses an der Promenade 11-13 im Jahr 1892 begann die Sparkasse OÖ, gezielt Kunst zu sammeln vornehmlich von oberösterreichischen Künstler:innen. Der Schwerpunkt dieser Corporate Collection, die heute rund 1700 Werke umfasst, liegt in Werken des 20. und 21. Jahrhunderts.

Mit dem gerade laufenden Umbau unseres Stammhauses an der Promenade musste auch ein Teil der Kunstsammlung ausgelagert werden. Wir haben diese Gelegenheit genützt und sind in die Tabakfabrik ins Haus Falk gezogen, wo wir Mitglied im Verein Art Magazin sind. Dort sind wir Tür an Tür mit zahlreichen Künstler:innenateliers sowie dem Depot der Museen der Stadt Linz.

In Analogie zur Startrampe der Sparkasse OÖ in der Strada del Startup nennen wir uns hier Kunstrampe by Sparkasse OÖ. In der Kunstrampe wird nicht nur die Kunstsammlung betreut, sondern hier werden auch unsere Ausstellungs- und Vermittlungsprojekte vorbereitet und gezielte Forschung zur Geschichte des Unternehmens betrieben. Wir freuen uns sehr, in diesem offenen und vielfältig ausgerichteten Umfeld nun unser Netzwerk in die Linzer Kunst- und Kulturszene weiter ausbauen zu können und spannende Kooperationen und Projekte auf den Weg zu bringen.

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