„Fairtailer“ bewahren Lebensmittel vor der Mülltonne- aus diesen Kühlschränken kann sich ganz St. Pölten bedienen

 

Mit den "Fairteilern" im Sonnenpark werden Lebensmittel vor der Mülltonne bewahrt. Zugreifen darf hier jeder. Die von St. Pöltner Studenten in ihrem Wohnheim initiierte Lebensmittel-Tauschbörse, übersiedelte im Februar dieses Jahres in den öffentlichen Raum. Nachdem einer der beiden Kühlschränke nicht mehr funktionsfähig war, wurde dank Unterstützung der Sparkasse Niederösterreich Mitte West und des Elektrotechnikunternehmens Klenk und Meder ein neues Gerät angeschafft und aufgestellt. 

"Egal, ob jemand 300 oder 3.000 Euro am Konto hat, hier kann jeder zugreifen", erklärt Food Saver (Essensretter, Anm.) Manuel Binder das Konzept der sogenannten "Fairteiler". Die Kühlschränke werden laut Binder gut von der Bevölkerung angenommen. Mittlerweile seien nicht mehr nur Studierende, sondern Mitglieder jeder Gesellschaftsschicht im Kampf gegen die Essensverschwendung aktiv. Im Großraum St. Pölten sind 45-50 aktive Food Saver unterwegs, länger als 20 bis 30 Minuten fahren sie aber nicht von den Betrieben zu den Kühlschränken. Sie holen jede Woche Lebensmittel, die sonst weggeschmissen würden, bei Supermärkten, Reformhäusern oder Bäckereien ab. Diese werden unter anderem dann in den "Fairteiler" gebracht, wo jeder zugreifen kann und darf. Momentan zählt Foodsharing St. Pölten von der Drogerie, über Supermarktketten bis hin zu kleinen regionalen Greißlern sieben Partner. Doch auch private Personen, die zum Beispiel vor dem Urlaub oder nach einer Feier Essen vor der Tonne bewahren wollen sind eingeladen, dieses in den Sonnenpark zu bringen. 

Hygieneplan

Mit Äpfeln, Orangen, aber auch Keksen und Müsliriegeln sowie Teigwaren sind die beiden Kühlschränke am Areal des Sonnenparks der Landeshauptstadt gefüllt. Und zwar sind das Lebensmittel, die ohne die Rettung durch Foodsharing St. Pölten, in die Mülltonne gewandert wären. In die "Fairteiler" komme aber nicht alles was überbleibt, sondern "nur das, was wir auch selbst noch essen würden", so Binder. Leicht verderbliche Produkte wie Fisch, Fleisch oder Eier kommen somit erst gar nicht in die Kühlschränke. Täglich werden die "Fairteiler" nach einem Hygieneplan gereinigt und eventuell Verdorbenes aussortiert.

 

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