Zinsen & Inflation

Wie hängt das zusammen und welche Anlagelösungen gibt es aktuell?

Das Sparbuch ist für viele Österreicher:innen nach wie vor die beliebteste Anlageform. Auch klassische Produkte wie Bausparen oder Lebensversicherungen dominieren weiterhin. Doch die Realität sieht ernüchternd aus: Die Zinsen auf diese Anlageformen liegen meist unter der Inflationsrate. Aktuell beträgt die durchschnittliche Verzinsung für täglich fällige Einlagen rund 0,5 %, bei gebundenen Einlagen mit Laufzeiten bis zwei Jahre etwa 1,6 %, und selbst bei längeren Bindungen über zwei Jahre sind es nur etwa 1,65 %.1 Dem gegenüber steht eine Inflationsrate in Österreich von derzeit 4,0 % (Stand: November 2025)2 – das bedeutet: Die Realzinsen sind seit Jahren negativ und liegen derzeit bei etwa –3 % bis –2 %, je nach Laufzeit.

Was also tun? Gibt es Anlagemöglichkeiten, mit denen man auch in Zeiten wie diesen positive Realrenditen erzielen kann? Ja – wer bereit ist, über klassische Sparformen hinauszugehen, findet Alternativen: Festverzinsliche Wertpapiere mit interessanten Kupons, steuerlich begünstigte Wohnbauanleihen oder strukturierte Produkte können eine Lösung sein. Für höhere Renditen ist jedoch meist die Beimischung von Aktienrisiken erforderlich.

Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung neben Chancen auch Risiken birgt.

Video Inflation

Einfach und verständlich erklärt – erfahren Sie, was Inflation bedeutet und wie man mit Investitionen gegensteuern kann.

Zinsen und Inflation

Im Herbst 2020 war die Welt noch eine andere: Die Zinsen lagen bei null, und vieles deutete darauf hin, dass sie lange niedrig bleiben würden. Doch die Realität änderte sich rasant. Ein Mix aus zerbrechlichen Lieferketten, geopolitischen Spannungen, steigenden Rohstoffpreisen, Fachkräftemangel und hohen Staatsausgaben führte ab 2021 zu einem deutlichen Inflationsanstieg. Die Teuerungsrate in der Eurozone sprang von durchschnittlich 2,6 % im Jahr 2021 auf Spitzenwerte von über 10 % im Oktober 2022.3
Die Zentralbanken reagierten zunächst zögerlich, stuften die Entwicklung als „vorübergehend“ ein – mussten dann aber massiv gegensteuern. Die EZB leitete im Juli 2022 die Zinswende ein und erhöhte den Leitzins in zehn Schritten von 0 % auf 4,5 % bis September 2023. Erst ab Mitte 2024 folgten wieder Senkungen, sodass der Einlagezins heute bei 2,0 % liegt.4
Diese Entwicklung zeigt: Zinsen und Inflation sind keineswegs stabil. Auch künftig können unerwartete Ereignisse – geopolitische Krisen, Energiepreisschocks oder neue Lieferkettenprobleme – die Märkte unter Druck setzen. Um darauf vorbereitet zu sein, lohnt ein Blick auf die Zusammenhänge zwischen Inflationsregimes, Zinsentwicklung und Renditen am Kapitalmarkt.

Aktuelle Lage (Stand November 2025)

  • EZB-Zinsen: Acht Senkungen in einem Jahr, aktueller Einlagezins bei 2,0 %

  • Preistreiber: Gastronomie, Strom und Nahrungsmittel. Ohne diese Bereiche läge die Inflation in Österreich bei rund 2,2 %
  • Inflation: Österreich zuletzt bei 4,0 %,
    Eurozone stabil bei 2,2 %

  • EZB-Politik: Die Notenbank richtet ihre Geldpolitik auf die gesamte Eurozone aus. Dort ist die Inflation aus Sicht der EZB seit letztem Jahr wieder unter Kontrolle

Einfluss der Inflation auf die Renditen

Eine Studie des Federal Reserve Board betrachtete die Kerninflationsrate, die abseits von Energie und Nahrungsmitteln gemessen wird. Demnach reagierten US-Aktien klar negativ auf Inflationsüberraschungen.6 Neben hoher Kerninflation waren auch Zeiten allgemein hoher Preissteigerungen schlecht für Aktien und Anleihen, deren reale Renditen dann negativ ausfielen. Besonders problematisch für Wirtschaft und Unternehmen sind aber hohe und gleichzeitig volatile Inflationsraten, da diese jegliche Planbarkeit für die Zukunft untergraben. Am besten liefen in diesen Phasen diversifizierte Portfolios von Rohstoff-Futures. Allerdings haben Rohstoffe langfristig enttäuschende Renditen erzielt. Deshalb sind sie nur vorübergehend als taktisches Investment von Vorteil.7 Zum Beispiel, wenn sowohl Aktien als auch Anleihen fallen, wie es vor allem in längeren Stagflationsphasen der Fall war.8 Herrschte dagegen Deflation, waren deren Renditen zwar nominal gesehen niedrig, aber real durchaus attraktiv. Die höchsten Aktienrenditen wurden dagegen in den langen Zeiträumen erzielt, in denen die Inflation moderat war. Das zeigte eine Studie, die Daten über den Ultralangfrist-Zeitraum von 1875 bis 2021 betrachtete.9 Einer weiteren Studie zufolge können Aktien grundsätzlich eine Absicherung gegen Preissteigerungen bieten. Dafür muss aber die Profitabilität der Unternehmen mit der Inflation mithalten. Das ist oft dann der Fall, wenn die Preissteigerungen von einer höheren Nachfrage ausgehen und nicht von höheren Kosten. Bei Inflationsraten zwischen null und vier Prozent war die Profitabilität dabei am höchsten.10 Das deckt sich mit den Ergebnissen der Ultralangfrist-Studie, der zufolge Aktien in diesem Inflationsbereich am besten performten.9 Zusätzlich beeinflusst aber auch die Zinspolitik der Zentralbanken den Zusammenhang zwischen Inflation und Aktienrenditen.11 Neuere Analysen (2022–2025) bestätigen diese Tendenz .

Einfluss der Inflation auf Zinsen und Anleihen

Die Währungshüter der großen westlichen Industrieländer verfolgen weiterhin das Ziel, die Preise für Waren und Dienstleistungen stabil und berechenbar zu halten. Das Inflationsziel liegt bei 2 % – ein Wert, den die EZB zuletzt in ihrer Strategieüberprüfung 2025 erneut bestätigt hat.12 Nach dem Inflationsschock 2022 wurden zahlreiche Zinsschritte vollzogen, um die Teuerung wieder in Richtung dieses Zielwerts zu bringen. Bisher mit mäßigem Erfolg: Zwar steigen die Preise inzwischen langsamer als im Jahr 2022, als die Inflation in den USA mit 9,1 % (Juni), im Euroraum mit 10,6 % (Oktober) und weltweit mit rund 7,9 % ihren Höchststand erreichte.13

Heute liegt die Gesamtinflation deutlich niedriger, aber die Kerninflation bleibt hartnäckig über dem Ziel:

  • USA: Kerninflation im September 2025 bei 3,0 %14
  • Eurozone: Kerninflation im Oktober 2025 bei 2,4 %, nach einem Höchstwert von 5,7 % im März 202314
  • Großbritannien: Leitzins aktuell bei 4,0 %, Inflationsrate zuletzt 3,8 %15

Die Annahme, dass es sich nur um eine vorübergehende Schwankung handelt, wird zunehmend infrage gestellt. Hohe und volatile Inflationsraten untergraben die Planbarkeit für Unternehmen und Investor:innen.
 

Was bedeutet das für Kapitalanlagen, wenn die Inflation länger über dem Zielwert bleibt?

Schon ein oder zwei zusätzliche Prozentpunkte bei der jährlichen Inflationsrate haben enorme Auswirkungen auf die reale Rendite:

  • Bei einer zehnjährigen Staatsanleihe mit einer Inflation von 2 % ist das Kapital nach zehn Jahren real nur noch rund 82 % seines ursprünglichen Wertes wert.
  • Bei einer Inflation von 4 % sinkt dieser Wert auf 68 %.
  • Bei einer Laufzeit von 30 Jahren beträgt der reale Wert bei 2 % Inflation nur noch knapp 55 %, bei 4 % Inflation sogar nur 31 %16

Diese Zahlen verdeutlichen: Inflationsschutz ist für langfristige Anleger:innen essenziell. Neben inflationsindexierten Anleihen können auch Sachwerte wie Aktien oder Immobilien eine Rolle spielen – vorausgesetzt, die Unternehmensgewinne wachsen im Gleichschritt mit der Inflation.

Ausblick (Eurozone)

  • Inflationsprognosen
    2025: 2,1 %
    2026: 1,7 %
    2027: 1,9 %

  • Risiken: Höhere Zölle, starker Euro, globaler Wettbewerb und mangelnde Haushaltsdisziplin einzelner Staaten

 

  • Wachstumserwartungen
    2025: 1,2 %
    2026: 1,0 %
    2027: 1,3 %

  • EZB-Kurs: Solange keine größeren Schocks auftreten, dürfte die EZB den aktuellen Kurs beibehalten. Ein Zinsplateau ist wahrscheinlich

1 Quelle: OeNB; Stand: November 2025
2 Quelle: Statistik Austria; Stand: 19. November 2025
3 Quelle: Eurostat; Stand: 17. November 2022
4 Quelle: Statista, Stand: 12. November 2025
5 Quelle: Inflation Surprises in the Cross-section of Equity Returns; 18. November 2022
6 Quelle: Fidelity; Stand: April 2023
7 Quelle: Inflation and Asset Returns; Stand: 13. März 2023
Quelle: Investing in Deflation, Inflation, and Stagflation Regimes; Stand: 6. Juli 2022

9 Quelle: Does Corporate Profitability Keep Up with Inflation?; Stand: 4. Oktober 2022
10 Quelle: Stock Returns and Inflation Redux; Stand: 20. August 2021
11 Quelle: EZB; Stand: Juni 2025
12 Quelle: BLS, Eurostat, Macrotrends
13 Quelle: Trading Economics
14 Quelle: BoE; Stand: November 2025
15 Quelle: FasterCapital; Stand: April 2025

Unsere Anlagelösungen

Anleger:innen haben in der Vergangenheit vor allem in Zeiten mit dauerhaft moderaten Inflationsraten profitiert. Doch wann die Inflation auf ein moderates Niveau zurückkehrt, ist schwer vorherzusehen und nicht jeder möchte sich vollständig dem Risiko am Markt aussetzen. Daher gilt es nach Möglichkeiten zu suchen, um der erhöhten Inflation entgegenzuwirken, um eine positive Realrendite zu erzielen.

Von herkömmlichen Anleihen mit fixer Verzinsung von Finanzinstituten und Unternehmen, bis hin zu renditeoptimierten Anleihen mit Teilschutz und aktiv gemanagten Fonds. Am Markt gibt es mittlerweile viele Lösungen für Anleger:innen auf der Suche nach einer interessanten Rendite.

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