Marktkompass für das
3. Quartal 2026 - Im Zeichen der Entspannung

InvestStory 29. Juni 2026, Bernd Mayer

Die folgende Übersicht fasst die zentralen Inhalte der „Global Strategy – Finanzmärkte im 3Q 2026“ von Erste Group Research – erschienen am 23. Juni 2026 – zusammen, die klar im Zeichen einer zunehmenden Entspannung im geopolitischen Umfeld steht. Nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran hat sich die Ausgangslage deutlich verbessert. Die Ölpreise sind bereits stark gesunken, und die Terminkontrakte signalisieren einen weiteren Rückgang im Jahresverlauf. Diese Entwicklung dürfte sowohl Konsument:innen entlasten als auch die Verunsicherung bei Unternehmen reduzieren und damit positive Auswirkungen auf die Konjunktur haben.

Hinweis: Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung und nicht um eine Finanzanalyse. Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Wertpapiere neben Chancen auch Risiken beinhaltet.

Wirtschaftliche Entwicklung – Entlastung durch sinkende Energiepreise

Eurozone: Die wirtschaftliche Entwicklung bleibt insgesamt stabil, auch wenn der Nahost-Konflikt kurzfristig belastend wirkte. Für die Eurozone wird nach einer schwachen Entwicklung zu Jahresbeginn erwartet, dass sich das Wachstum im weiteren Jahresverlauf wieder erholt, unterstützt durch steigende Reallöhne, einen robusten Arbeitsmarkt und Investitionsimpulse. 

USA: In den USA bleibt die Dynamik solide. Voraussetzung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist, dass das Abkommen zwischen den USA und dem Iran hält und damit die Energiepreise sowie die Unsicherheiten zurückgehen. In diesem Fall sollten sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen im dritten Quartal verbessern, getragen vor allem von geringeren Treibstoffpreisen und stabilen Unternehmensinvestitionen. Insgesamt wird für die US‑Wirtschaft ein fortgesetztes Wachstum von rund 2 % erwartet.

CEE: In Mittel- und Osteuropa zeigt sich die Wirtschaft ebenfalls robust, auch wenn die Auswirkungen des Nahost-Konflikts mit Verzögerung spürbar werden könnten. Insgesamt wird für 2026 ein Wachstum von knapp über 2 % erwartet. Die vollen Auswirkungen des Nahost-Konflikts werden sich wahrscheinlich erst in den folgenden Quartalen zeigen. Die Risiken sind daher eher nach unten gerichtet.

Chinas Wirtschaft zeigt weiterhin eine solide Dynamik, getragen von fiskalischer und geldpolitischer Unterstützung sowie einer stabilen Binnenwirtschaft. Gleichzeitig wird für die kommenden Jahre eine graduelle Abschwächung des Wachstums erwartet. Im Rahmen des aktuellen Fünfjahresplans setzt China verstärkt auf den Ausbau industrieller Kapazitäten sowie auf technologische Führerschaft und Autonomie, wodurch der Wettbewerbsdruck auf die EU weiter zunehmen dürfte.

Hinweis: Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen; Quelle: IWF, Erste Group Research; Stand: 23. Juni 2026

Zinsen und Inflation – Geldpolitik unter geopolitischem Druck

Eurozone: Die Geldpolitik bleibt von Unsicherheit geprägt. Der EZB-Rat hob bei der Sitzung im Juni die Leitzinssätze um 25 Basispunkte an. Der geldpolitisch wichtigste Einlagezinssatz stieg somit auf 2,25%, um dem erhöhten Inflationsdruck entgegenzuwirken. 

Durch das Abkommen zwischen den USA und dem Iran hat die Unsicherheit für den Ausblick zumindest temporär etwas abgenommen. Die weitere Entwicklung der Inflation der Dienstleister bleibt ein wichtiger Faktor für die weitere Vorgehensweise der EZB. Erste Group Research erwartet keine weiteren Zinsanhebungen im laufenden Jahr. Sollten sich die Anzeichen für eine Verbreiterung des Inflationsdrucks jedoch verdichten, dann würden die Risiken für eine weitere Zinserhöhung steigen. Der Markt hingegen erwartet derzeit noch zumindest eine Zinsanhebung im Jahr 2026.

Der Anleihenmarkt reagierte auf die zunehmende Wahrscheinlichkeit einer Einigung im Iran‑Konflikt mit sinkender Volatilität und einem moderaten Rückgang der Renditen. Dennoch dürften die Renditen über dem Vorkrisenniveau bleiben, da die Inflation nur langsam zurückgeht und zusätzliche Faktoren wie hohe Staatsverschuldung und steigender Finanzierungsbedarf weiterhin belastend wirken. 

USA: In den USA stehen Zinserhöhungen weiterhin im Raum. Erste Group Research geht davon aus, dass die Inflationszahlen aus den USA während der kommenden Monate eher negativ überraschen werden. Die Unsicherheit über die Hartnäckigkeit der Inflation sollte somit steigen. Wie stark die Fed darauf reagieren wird, ist offen. Zusammen mit dem anhaltend expansiven Fiskalkurs der US-Regierung spricht das Umfeld für einen Anstieg der längeren Renditen. Kürzere Renditen preisen bereits mehr als die von Erste Group Research erwartete Zinsanhebung ein, Spekulationen auf Zinserhöhungen werden auf absehbare Zeit am Markt bleiben, was für hohe Volatilität bei den kurzfristigen Renditen spricht.

Hinweis: Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen; Quelle: Marktdatenanbieter, Erste Group Research; Stand: 23. Juni 2026

Aktienmärkte – Entwicklung und Ausblick

Global: Mit der erwarteten Entspannung im Nahen Osten ist die Volatilität an den Aktienmärkten deutlich gesunken und die Risikobereitschaft gestiegen, was den globalen Aktienmarkt im zweiten Quartal auf ein neues Rekordhoch geführt hat. Besonders der Technologiesektor profitierte stark von massiven Investitionen in Datacenter und übertraf den Gesamtmarkt deutlich, während Sektoren wie Gesundheit, Basiskonsum und Telekom zurückblieben. Regional zeigten vor allem die USA eine überdurchschnittliche Entwicklung, getragen von einem sehr starken Gewinnwachstum der Unternehmen. Insgesamt bleiben die fundamentalen Perspektiven mit hohen Umsatz- und Gewinnsteigerungen positiv, sodass für das dritte Quartal eine weitere Aufwärtsbewegung in einer Bandbreite von 0 % bis +5 % erwartet wird.

Europa: Der europäische Aktienmarkt zeigte seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung, die maßgeblich vom zweiten Quartal getragen wurde und eine hohe Sektorstreuung aufweist. Während Technologie, Finanzwerte und Industrie die wichtigsten Treiber darstellen, bleibt der Automobilsektor aufgrund schwacher Nachfrage und zunehmender Konkurrenz aus China unter Druck. Insgesamt verbessert sich die Gewinnentwicklung wieder deutlich, und dank attraktiver Bewertung und solider Wachstumsaussichten wird für das dritte Quartal ein weiteres moderates Kursplus erwartet.

Emerging Markets: Die Entwicklung in den Emerging Markets zeigt aktuell ein differenziertes Bild. Während chinesische Aktien seit Jahresbeginn zu den Underperformern zählen und insbesondere schwache Technologiewerte belastend wirkten, deuten robuste Frühindikatoren, steigende Gewinnerwartungen und eine im globalen Vergleich niedrige Bewertung auf eine Verbesserung der Perspektiven hin. 

Auch der indische Aktienmarkt verzeichnete seit Jahresbeginn Rückgänge, konnte sich im zweiten Quartal jedoch deutlich erholen, getragen von zyklischen und Infrastrukturwerten. Fundamentale Kennzahlen bleiben insgesamt solide, wenngleich hohe Energiepreise kurzfristig auf die Gewinnerwartungen drücken. Für beide Märkte wird vor dem Hintergrund stabiler wirtschaftlicher Entwicklungen und positiver Frühindikatoren im dritten Quartal eine moderate Aufwärtsbewegung in einer Bandbreite von 0 % bis +5 % erwartet.
 

Sektorentrends – Gewinner und Verlierer

Positiver Ausblick (0 % bis +5 %)

Technologie bleibt der wichtigste Wachstumstreiber, unterstützt durch Investitionen im KI‑Umfeld. Auch Rohstoffe profitieren von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Industriemetallen. Finanzwerte und Industrie zeigen stabile Gewinnperspektiven, während Versorger von steigender Stromnachfrage profitieren.

Negativer Ausblick (-5 % bis 0 %)

In den Bereichen Basiskonsum, Gesundheit und Telekom sind die Wachstumsperspektiven begrenzt. Der Energiesektor steht zusätzlich unter Druck durch rückläufige Ölpreise.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Wertpapiere neben Chancen auch Risiken beinhaltet.

Hinweis: Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen. Quelle: Erste 1000 Index, Erste Group Research, Factset. LSEG; Stand: 23. Juni 2026

Hinweis: Die Entwicklung der Vergangenheit lasst keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftigen Entwicklungen zu. Quelle: Erste 1000 Index, Erste Group Research, Factset. LSEG; Stand: 23. Juni 2026

Gold – Seitwärtsbewegung im aktuellen Umfeld

Nach dem Allzeithoch im Vorquartal verzeichnete der Goldpreis im zweiten Quartal einen Rückgang, während die Nachfrage der Notenbanken und nach physischem Gold weiterhin hoch blieb. Gleichzeitig belasteten steigende Renditen und ein starkes Aktienmarktumfeld die Attraktivität von Gold als Anlageklasse. Vor diesem Hintergrund wird für das dritte Quartal eine geringere Volatilität und eine Seitwärtsbewegung mit einem Preisniveau von rund USD 4.300 erwartet.

Hinweis: Die Entwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftigen Entwicklungen zu. Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen. Quelle: Marktdatenanbieter, Erste Group Research; Stand: 23. Juni 2026

Quelle: World Gold Council, Erste Group Research; Stand: 23. Juni 2026

US-Dollar – Kurs der US-Notenbank spricht für festeren Dollar

Der US‑Dollar reagierte zunächst mit Gewinnen auf die Krise am Persischen Golf, bewegte sich jedoch rasch wieder auf das Vorkrisenniveau zurück. Mit der Verbreiterung des Inflationsdrucks und gestiegenen Zinserwartungen in den USA erhält der Dollar jedoch erneut Unterstützung. Vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit und erwarteter Zinsschritte wird eine kontinuierliche Befestigung des Dollars gegenüber dem Euro in den kommenden beiden Quartalen erwartet.

Hinweis: Die Entwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftigen Entwicklungen zu. Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen. Quelle: Marktdatenanbieter, Erste Group Research; Stand: 23. Juni 2026

Fazit

Die Global Strategy für das dritte Quartal 2026 zeigt ein Umfeld, das sich nach einer Phase erhöhter Unsicherheit schrittweise stabilisiert. Sinkende Energiepreise und eine verbesserte geopolitische Lage wirken unterstützend auf Wirtschaft und Märkte. Gleichzeitig bleiben Inflation, Geldpolitik und geopolitische Risiken zentrale Einflussfaktoren.

Für Anleger:innen ergibt sich ein insgesamt konstruktives Bild: Positive Renditeerwartungen bestehen weiterhin, erfordern aber eine differenzierte Betrachtung nach Regionen, Sektoren und Anlageklassen.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Wertpapiere neben Chancen auch Risiken beinhaltet.

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Interessenkonflikt: Die Erste Group Bank AG ist mit der Erste Bank und den österreichischen Sparkassen verbunden.

Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) ist die zuständige Aufsichtsbehörde.

Stand: Juni 2026

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