Die Österreich AG im weltwirtschaftlichen Spannungsfeld

InvestStory 19. Feb. 2025, Kurt Prattes

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Die facettenreich-schillernde Welt auf blanke, kalte Zahlen zu reduzieren ist sicherlich kein ästhetischer Meistergriff. Im Sinne der Erkenntnisgenerierung oder als probates Mittel um Vergleiche anzustellen, kann dies dennoch ungemein hilfreich sein. Auf Österreich gemünzt, könnte die nüchterne Bestandsaufnahme folgendermaßen aussehen: 83.883 Quadratkilometer Staatsfläche, fast 9,2 Millionen Einwohner, 9 Bundesländer und beinahe 2.100 Gemeinden mit insgesamt über 4,1 Millionen Privathaushalten.1 Volkswirtschaftlich rangiert Österreich mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 477,25 Milliarden Euro im Jahr 2023 vor Norwegen mit 448,9 Milliarden Euro und hinter Irland mit 504,62 Milliarden Euro.2 Allerdings bleibt festzuhalten, dass bereits 2023 das reale BIP um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist3 – und auch im Folgejahr 2024 lief nicht alles nach Plan.

Statt eines anvisierten Wachstums von +0,3 Prozent, musste die Österreichische Nationalbank bereits im September 2024 ihre BIP-Prognose für 2024 drastisch senken und einen weiteren Rückgang der heimischen Wirtschaftsleistung auf -0,7 Prozent in Aussicht stellen.4 Im Dezember 2024 wurde diese Prognose neuerlich revidiert und sogar auf -0,9 Prozent abgesenkt.5 Für 2025 zeichnet sich nur zaghaft Besserung ab. Mit einem moderaten Wachstum von prognostizierten 0,6 Prozent gehört man gemeinsam mit Deutschland zu den Schlusslichtern im Euro-Raum6 wobei Deutschland mit 0,3 Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz rangiert.7 Insofern besteht kein Grund zu besonderem Optimismus: Die Wirtschaftslage sowohl in Österreich als auch im Euro-Raum bleibe insgesamt herausfordernd, so das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO).8

Die „Österreich AG“

Wenig Grund zur Freude bereiten zudem die öffentlichen Schulden. So lag am Ende des dritten Quartals 2024 der Bruttoschuldenstand des Staatssektors im Verhältnis zum BIP in der EU bei 81,6 Prozent9 – Österreich landete mit einer Verschuldungsquote von 83,2 Prozent sogar über dem europäischen Durchschnitt, was mittelbar zur Folge hatte, dass die Ratingagentur Fitch Anfang des Jahres einen „negativen“ Rating-Ausblick für Österreich verhängte – noch halte man zwar an der AA+-Bonitätsnote fest, allerdings drohe „eine Herabstufung in näherer Zukunft“.10 Angesichts der makroökonomischen Widrigkeiten kann das Abschneiden des ATX mit einem Plus von 6,64 Prozent und des breiter gefassten ATX Prime mit 5,94 Prozent im Börsenjahr 2024 durchaus als respektabel bezeichnet werden.

Wie auch an anderen Börsen in Europa fanden sich im vergangenen Jahr besonders Bankwerte unter den Gewinnern, während es konjunktursensible Zykliker aus dem Industriebereich gewohnt schwer hatten. Insofern bezeichnend, dass von den 20 im ATX gelisteten Aktiengesellschaften lediglich 7 Unternehmen Kurszuwächse zum Ende des Börsenjahres aufzeigen konnten.11 Allerdings gilt es zu bedenken, dass die börsennotierte „Österreich AG“ ein viel größeres Universum zu bieten hat, wie die „Listed Austria“-Studie der Going Public Media AG belegt. Zum 30. September 2024 waren 58 Unternehmen in den gesetzlich regulierten Marktsegmenten prime market und standard market sowie 10 im „Vienna MTF“ notiert. Gemeinsam mit den vier Werten ams-OSRAM, Kontron, Fabasoft und Hookipa Pharma – welche allesamt ihr Primärlisting im Ausland haben – kommt die börsennotierte Österreich AG damit auf insgesamt 72 Unternehmen. Diese erwirtschafteten im Jahr 2023 mit knapp 600.000 Mitarbeitern einen kumulierten Umsatz von 156 Milliarden Euro sowie einen Jahresüberschuss in Höhe von 13,6 Milliarden Euro.12 Neben bekannten Marktführern wie Andritz, voestalpine, Wienerberger, Mayr-Melnhof oder Lenzing, die allesamt auch im Leitindex ATX vertreten sind, finden sich darunter auch weniger bekannte „Hidden Champions“ wie zum Beispiel der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) aus Niederösterreich. Seit dem 10. Februar 2025 ist zudem die Steyr Motors AG auf dem Kurszettel hinzugekommen und kann an der Wiener Börse gehandelt werden.13

Die Musik spielt auch im Ausland

Zahlen der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) belegen die immense Bedeutung des Exportgeschäfts für die Alpenrepublik – mehr als 50 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung basieren auf dem Export, der sich für mehr als 1,2 Millionen heimische Arbeitsplätze verantwortlich zeichnet.14 Unlängst konnte im Jahr 2023 sogar mit 201 Milliarden Euro ein neuer Exportrekord vermeldet werden. In den ersten drei Quartalen 2024 gingen die Exporte hingegen um 4,1 Prozent auf 143,79 Milliarden Euro zurück. International sei vor allem die Nachfrage nach Maschinen und Fahrzeugen gering, erläuterte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas Ende letzten Jahres in einem Statement.15 Da dies die wichtigste Produktgruppe im Außenhandel Österreichs darstellt, muss zudem mit Sorge auf die neuesten Entwicklungen in den USA rund um das Thema Strafzölle geblickt werden.

Allerdings gilt es streng zu differenzieren – so würde beispielsweise eine kolportierte Steuer von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte Unternehmen wie voestalpine oder AMAG zwar belasten, aber unter Umständen nicht in dem Ausmaß wie zunächst angedacht. „Wir liefern Produkte in die USA, die es dort nicht gibt. Wenn die wer haben will, muss er den Zoll zahlen“, so die lakonische Replik von Voest-Chef Herbert Eibensteiner.16 Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit haben zudem gezeigt, dass Trump für zügige Richtungswechsel durchaus zu haben ist. Insofern gilt es abzuwarten, welche konkreten – und konsistenten – Rahmenbedingungen die US-amerikanische Handelspolitik schaffen wird. Ferner gehen 52,2 Prozent aller österreichischen Exporte in die Eurozone, wobei Deutschland mit einem Warenwert von 53 Milliarden Euro im Zeitraum Jänner bis November 2024 auf Rang 1 notiert, gefolgt von den USA mit 15,1 Milliarden Euro und Italien mit 10,9 Milliarden Euro.17

Österreichs Top 10 auch als Investment Plan

Aus dem Aktienbarometer 2024 – einer Studie von Industriellenvereinigung, Aktienforum und Wiener Börse – lässt sich entnehmen, dass die Zahl der Wertpapierbesitzenden in Österreich mit 2,1 Millionen Menschen weiter angestiegen ist. Damit verfügen bereits 27 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher über eigene Wertpapiere – Tendenz weiter steigend.18 Dabei haben fast drei Viertel (72 Prozent) der Wertpapierbesitzenden auch österreichische Aktien im Depot.

Eine weitere Möglichkeit, wie Anleger:innen speziell auf die Wertentwicklung des österreichischen Kapitalmarkts setzen können, bietet das Index-Zertifikat Austria Top 10 der Erste Group Bank AG. Basiswert, an dessen Performance Investor:innen mit dem Zertifikat 1:1 partizipieren, ist der Solactive ERSTE Austria Top 10 Index NTR. Die darin enthaltenen Aktien basieren auf den Empfehlungen des Erste Group Research und werden quartalsweise angepasst. Das Zertifikat hat keine Laufzeitbegrenzung und eignet sich besonders für eine langfristige Veranlagung. Anleger:innen können durch ein Einmalinvestment aber auch schrittweise – und das bereits ab 50 Euro monatlich – über den s Zertifikate Plan in das Index-Zertifikat investieren. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass bei fallenden Index-Kursen mit dem Zertifikat Verluste entstehen können. Darüber hinaus tragen Anleger:innen bei einem Investment das Bonitätsrisiko der Erste Group Bank AG, d.h. das Risiko von Änderungen in der Kreditwürdigkeit oder einer Zahlungsunfähigkeit.

Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Wertpapiere neben Chancen auch Risiken beinhaltet.

1Quelle: Statistik Austria; Stand: 13. Februar 2025
2Quelle:: Statista; Stand: 13. März 2024
3Quelle: AHK; Stand: 7. Oktober 2024
4Quelle: Die Presse; Stand: 13. September 2024
5Quelle: Österreichische Nationalbank; Stand: 13. Dezember 2024
6Quelle: WIFO; Stand: 20. Dezember 2024
7Quelle: Statista; Stand: 28. Jänner 2025
8Quelle: WIFO; Stand: 11. Februar 2025
9Quelle: Eurostat; Stand: 22. Jänner 2025
10Quelle: Handelsblatt; Stand: 11. Jänner 2025

11Quelle: Wiener Börse; Stand: 31. Dezember 2024
12Quelle: GoingPublic; Stand: 19. Dezember 2024
13Quelle: Wiener Börse; Stand: 10. Februar 2025
14Quelle: WKO; Stand: 27. Juni 2024
15Quelle: Oberösterreichische Nachrichten; Stand: 6. Dezember 2024
16Quelle: Die Presse; Stand: 10. Februar 2025
17Quelle: BMAW; Stand: 10. Februar 2025
18Quelle: Wiener Börse; Stand: 22. Jänner 2024

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Stand: Februar 2025

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