Warum an KI auch im neuen Jahr kein Weg vorbeiführt

Thema im Fokus

KI, KI und nochmal KI. Das neue Jahr beginnt, wie das alte aufgehört hat, mit dem Thema Künstliche Intelligenz. Es war der vierte Jahreswechsel im sogenannten „KI-Zeitalter“, das mit der Veröffentlichung von ChatGPT Ende November 2022 begann. Doch zuletzt lagen Skeptiker und Befürworter der Technologie so weit auseinander wie nie zuvor. Während manche den Beginn einer technologischen Revolution sahen, sprachen andere von einer riesigen Spekulationsblase. Fast 400 Milliarden US-Dollar haben die Big-Tech-Firmen in den USA allein im Jahr 2025 in KI investiert. Bis 2030 sollen Schätzungen von McKinsey zufolge weltweit unglaubliche 6,7 Billionen US-Dollar in Rechenzentren fließen.1 Durch diese unvorstellbaren Größenordnungen werden auch die Meinungen über Anlagechancen und -risiken gespalten. Zeitweise geriet der KI-Sektor an der Börse bereits unter Druck. Doch bislang behielten die Optimisten die Oberhand.
 

Vom Chatbot zum digitalen Kollegen

Von isolierten Chatbots ist heute immer weniger zu sehen. Stattdessen wird die KI in Alltagsanwendungen wie Office-Programme, Internetsuche und Kundenservice integriert. Damit ist das Thema in der Wahrnehmung der breiten Masse angekommen. 2025 wurde zu dem Jahr, in dem die KI nützlich wurde.2 So sieht es auch das Weltwirtschaftsforum, dem zufolge das einstige Pilotprojekt KI im vergangenen Jahr den Sprung zu einer tief in der Infrastruktur verschiedener Branchen verankerten Technologie schaffte.3 Dabei ist das Entwicklungstempo rasant. Es entstanden Agentensysteme, die zusammenarbeiten, sich gegenseitig kontrollieren und mehrstufige Aufgaben autonom ausführen können. Aus einem isolierten Tool wurde eine Art digitaler Kollege, der sich an neue Situationen anpasst, aus Erfahrungen lernt und Ziele ohne menschliche Eingriffe verfolgt. Die Research-Firma Gartner geht davon aus, dass KI-Agenten 2028 etwa 15 Prozent der täglichen Arbeitsentscheidungen autonom treffen können.4

Ein Beispiel ist die KI-gesteuerte Robotik, die hochautomatisierte Produktionslinien und Vertriebsnetze ermöglicht. Das dürfte die Fertigungsindustrie dramatisch verändern. So möchte etwa Apple alle iPhone-Fabriken automatisieren. Außerdem übt der Tech-Riese Druck auf seine Zulieferer aus, ebenfalls verstärkt zu automatisieren. Das würde zu einer höheren Fertigungseffizienz und geringeren Produktionskosten durch weniger Personal führen.5 Ein zweiter Bereich, den KI verändern dürfte, ist das Gesundheitswesen. Dort ermöglicht die Technologie eine frühere und genauere Erkennung von Krankheiten, personalisierte Behandlungen und eine schnellere Entwicklung von Arzneimitteln.6 Dabei könnte KI die Erfolgsquoten klinischer Studien vor allem in der Frühphase durch den Einbezug von mehr und besseren Informationen um bis zu 90 Prozent erhöhen und eine Revolution in der Biotechnologie auslösen.7 Ein drittes Beispiel, in dem die KI das Wachstum antreibt, ist die Logistik-Branche. Dort dürfte sie künftig zentrale Prozesse wie Routenplanung, Zollabwicklung und Preisgestaltung unterstützen. Besonders bei der Optimierung der komplexen Straßenlogistik könnte die KI ihre Vorteile ausspielen.8

Grafik zeigt die Investitionsausgaben der Big-Tech-Unternehmen  -Amazon, Meta, Microsoft, Alphabet und Apple - von 2012 bis 2024 und mit einer Schätzung von 2025. Was ist zu sehen: Von 2012 bis 2020 entwickelten sich die Investitionen von einem niedrigen zweistelligen Milliarden USD Bereich bis knapp an die 100 Milliarden US-Dollar. 2021 wurden erstemals über 100 Milliarden US-Dollar investiert. 2023 gab es einen leichten Rücksetzer. 2024 zogen die Investitiionen stark an auf über 200 Milliarden US-Dollar. Laut Schätzungen sollen 2025 sogar bis zu 400 Milliarden US-Dollar von den 5 Big-Tech Unternehmen investiert werden.

Hinweis: Schätzungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen

Erwartungen für die Zukunft

Für das neue Jahr sind die Aussichten einzelner Branchen sehr unterschiedlich. Besonders positiv wird der Tech-Sektor eingeschätzt, da Investitionen in KI und Cloud-Infrastruktur weiter stark wachsen. Auch Gesundheit, Finanzwerte, Industrie, Rohstoffe und Versorger gelten als solide, da sie von einer stabilen Nachfrage und strukturellen Trends profitieren. Weniger optimistisch ist der Ausblick für zyklische Konsumgüter, Basiskonsum, Energie und Telekommunikation. Dort bremsen die schwache Konsumentenstimmung, intensiver Wettbewerb und niedrige Rohstoffpreise die Entwicklung.9 Die größten Fortschritte bei der Technologie werden 2026 aber nicht mehr durch die Entwicklung größerer Modelle erwartet, sondern durch die Verbesserung der Zusammenarbeit und der Zuverlässigkeit integrierter KI-Systeme, die komplexe, mehrstufige Arbeitsabläufe bewältigen können. Dazu werden interne Rückkopplungsschleifen eingebaut, die es der KI ermöglichen, die Genauigkeit ihrer eigenen Arbeit autonom zu überprüfen und Fehler zu korrigieren.10 So könnte eine allgemein nutzbare General-Purpose-Technologie entstehen wie einst die Eisenbahn, die Elektrizität oder das Automobil, die langfristig zu erheblichen Produktivitätszuwächsen führten.11

 

Herausforderungen bleiben bestehen

Bis es aber so weit ist, kann niemand sicher sagen, ob sich die enormen Investitionen wirklich rechnen. Bislang konnten sich große Player wie Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta und Oracle zwar überwiegend aus ihren Cashflows finanzieren.1 Doch ob die hohen KI-Erwartungen in Zukunft erfüllt werden, bleibt ungewiss.12 Denn es gibt auch Risiken. So berichtet über die Hälfte der Firmen, die KI groß eingeführt haben, von mindestens einem negativen Ergebnis. Dazu zählen falsche Kennzeichnungen, fehlerhafte Rechtshinweise und Anpassungen von Lieferketten, die in der Realität zur Katastrophe wurden. Dabei können die Verantwortlichen aufgrund des Black-Box-Charakters meist kaum erklären, warum ein Modell so entschieden hat. Das beeinträchtigt die Transparenz, was wiederum Kunden vertreiben oder Geldstrafen von Aufsichtsbehörden hervorrufen kann. Am Ende könnten deshalb nicht die Firmen profitieren, die schnell auf KI umstellen, sondern diejenigen, die es langsam und durchdacht angehen.13

Diese Tech-Giganten haben sich etabliert

Ein weiteres Risiko im schnelllebigen KI-Geschäft ist der Wettbewerb. Deshalb können sich die einzelnen Firmen trotz aller Vorsicht nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Das gilt umso mehr, da die etablierten Tech-Unternehmen zu den nach Börsenwert größten der Welt zählen. Allen voran gilt das für NVIDIA, dem Marktführer bei Hochleistungschips für KI-Anwendungen. Es ist der sprichwörtliche Schaufelhersteller, der vom Goldrausch um die Technologie profitiert.14 Die Risiken für sein Chipgeschäft liegen dabei in der möglichen Abnahme von KI-Investitionen, stärkerem Wettbewerb und Lieferbeschränkungen durch geopolitische Einflüsse. Weitere führende KI-Firmen sind die US-Big-Tech-Konzerne Alphabet, Microsoft und Amazon. Zuletzt verschaffte sich Alphabet durch sein neues Gemini-3-Modell und die hauseigenen Chips einen Vorsprung im KI-Wettrennen.15 Das Unternehmen gilt als weltweit erstes „Full-Stack-KI-Powerhouse“, das Rechenzentrums-Hardware, KI-Modelle und Produktlösungen für Firmen und Verbraucher umfasst. Trotz aller Dominanz bleiben aber auch hier Risiken. Dazu zählen ein mögliches Abflachen des KI-Booms, negative Effekte der KI-Suche für das klassische Werbegeschäft im Internet sowie potenzielle regulatorische Eingriffe.16

Bei den Aktien von NVIDIA und Alphabet dürfte daher eine gewisse Volatilität zur weiteren Entwicklung dazugehören. Für Anleger:innen, die den Einstieg in die beiden Tech-Giganten etwas vorsichtiger gestalten möchten, könnten sich Teilschutzprodukte anbieten. Derzeit befindet sich eine Erste Bank Fix Kupon Express Anleihe auf NVIDIA in Zeichnung. Sie bietet einen Kupon von 7,75 Prozent p.a., hat eine Laufzeit von maximal vier Jahren und weist eine Barriere bei 50 Prozent des Ausübungspreises auf. Ebenfalls in Zeichnung ist eine Erste Bank Memory Express Anleihe auf Alphabet mit einer Laufzeit von maximal fünf Jahren, einer Barriere bei 65 Prozent des Ausübungspreises und eine Chance auf einen jährlichen Zinskupon in Höhe von 8,50 Prozent.
Für beide Produkte gilt: Eine vorzeitige Rückzahlung erfolgt, wenn die jeweilige Aktie an einem der jährlichen Bewertungstage auf oder über ihrem Startwert (Ausübungspreis) notiert. Liegt die NVIDIA- oder Alphabet-Aktie am finalen Bewertungstag unter der jeweiligen Finalen-Rückzahlungs-Barriere, erfolgt die Rückzahlung durch Lieferung von Aktien des Basiswerts zum Ausübungspreis. Diese Aktien sind bei der Lieferung weniger wert als der ursprünglich investierte Betrag. In diesem Fall besteht die Möglichkeit eines Kapitalverlusts. Darüber hinaus tragen Anleger:innen das Bonitätsrisiko der Emittentin, d. h. das Risiko von Änderungen in der Kreditwürdigkeit oder einer Zahlungsunfähigkeit.

Hinweis: Die Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftigen Entwicklungen zu. In der Wertentwicklung sind keinerlei Provisionen, Gebühren und andere Entgelte mit ertragsmindernder Auswirkung auf den Kursverlauf berücksichtigt.

1 Quelle: Erste Bank und Sparkasse; Stand: 20. November 2025
2 Quelle: CIO; Stand: 22. Dezember 2025
3 Quelle: World Economic Forum; Stand: 19. Dezember 2025
4 Quelle: Computerworld; Stand: 19. Dezember 2025
5 Quelle: Computerworld; Stand: 2. September 2025
6 Quelle: Alation; Stand: 20. September 2024
7 Quelle: Perspektiven am Morgen; Stand: 9. Dezember 2025
8 Quelle: Perspektiven am Morgen; Stand: 5. Dezember 2025

Quelle: Erste Bank und Sparkasse; Stand: 22. Dezember 2025     
10 Quelle: InfoWorld; Stand: 22. Dezember 2025
11 Quelle: OECD Publishing; Stand: Juni 2025
12 Quelle: J.P. Morgan Asset Management; Stand: 20. November 2025
13 Quelle: CapWolf; Stand: 28. November 2025
14 Quelle: Erste Bank und Sparkasse; Stand: 9. Mai 2025
15 Quelle: Morningstar; Stand: 22. Dezember 2025
16 Quelle: FinancialContent; Stand: 22. Dezember 2025

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Stand: Jänner 2026