Steigende Investitionen, hohe Erwartungen

Amazon im Spannungsfeld zwischen E-Commerce-Stärke und KI Offensive

Als Jeff Bezos 1994 mit einem elterlichen Startkapital von 300.000 Dollar Amazon gründete, ahnte niemand, dass damit der Grundstein für einen der größten kommerziellen Erfolge des World Wide Webs gelegt wurde. Ob Einkauf, Cloud-Dienste, Streaming oder Werbung – kaum ein Unternehmen ist so tief in Wirtschaft und Konsum verankert wie der Technologieriese aus Seattle.1 Im vergangenen Jahr erzielte Amazon einen Umsatz von 716,9 Milliarden Dollar. Das sind fast zwei Milliarden US-Dollar pro Tag. Kein anderes Unternehmen der Welt erwirtschaftet mehr.2

Das Fundament des Erfolgs 

Trotz der Expansion in viele Bereiche ist und bleibt der Online-Handel mit Abstand die größte Umsatzquelle des Konzerns. 2025 stand er für fast zwei Drittel der Gesamteinnahmen.3 Millionen von Kund:innen bestellen täglich Produkte, von Alltagsartikeln über Elektronik bis hin zu Lebensmitteln – und Amazon verdient jedes Mal mit, sei es über Verkaufsprovisionen oder Logistikleistungen. Programme wie „Prime“ verstärken diesen Effekt zusätzlich: Kund:innen bestellen häufiger, weil Versand schneller, einfache Rückgaben und zusätzliche Services angeboten werden.4

Zweite Ertragssäule

Neben dem Online-Handel entwickelt sich zunehmend das Werbegeschäft zu einer wichtigen Säule.5 Erfolgsgarant dafür ist die riesige Kundendatenbank mit weltweit über 310 Millionen aktiven Konten.4 Sie ermöglicht es dem Konzern, maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, die sowohl für Werbetreibende als auch für Konsument:innen attraktiv sind. Nicht ohne Grund nutzen immer mehr Unternehmen die Plattform, um ihre Produkte gezielt zu bewerben und ihr Business aufzubauen.6 Gut für Amazon: Mittlerweile erzielt der Tech-Riese mit Werbung deutlich mehr als er selbst für Marketing ausgibt – ein Zeichen für die hohe Effizienz und Skalierbarkeit des Geschäfts.7

Strategische Erweiterung

Zusätzlich zur Monetarisierung von Daten und Cloud-Infrastruktur rückt nun auch die physische Logistik verstärkt in den Fokus. Mit dem kürzlich angekündigten Start der „Amazon Supply Chain Services“ (ASCS) öffnet der Konzern sein globales Transport- und Fulfillment-Netzwerk für externe Unternehmen – unabhängig davon, ob diese ihre Produkte über den Amazon-Marktplatz vertreiben oder nicht.8 Damit entwickelt sich Amazon zunehmend zu einem umfassenden Infrastruktur-Anbieter im globalen Warenhandel. Während der Konzern in der Vergangenheit vor allem als bedeutender Auftraggeber für Paketdienste wie DHL, FedEx und UPS auftrat, tritt er nun mit eigenen End-to-End-Lösungen in direkten Wettbewerb zu diesen Logistikdienstleistern. Das Angebot umfasst die gesamte Kette von der Abholung in internationalen Produktionsstätten bis zur Zustellung an die Haustür.9

Die Ertragsperle des Konzerns

Dreh- und Angelpunkt für die Bilanz ist allerdings die schnell wachsende Sparte Amazon Web Services (AWS), in der das Unternehmen seine Cloud-Computing-Angebote zusammenfasst. Hier werden Margen erzielt, die im Online-Handel nie möglich wären.6 2025 war der Bereich für weit mehr als die Hälfte des operativen Gewinns verantwortlich, bei einem Umsatzanteil von gerade einmal 15 Prozent.3 Was die Cloud-Plattform so erfolgreich macht, ist laut Expert:innen unter anderem die Tatsache, dass sie viele vorgefertigte Standardlösungen beinhaltet, die oftmals zuverlässiger, kostengünstiger und sicherer sind als Eigenkreationen oder Systeme von kleineren Wettbewerbern – darunter auch Telefonie oder maschinelles Lernen. Für einen wesentlichen Vorteil halten sie außerdem die stabile, leistungsfähige Infrastruktur, die sich sehr gut skalieren lässt.10

KI-Boom als Wachstumsbeschleuniger

Für kräftig Schub sorgen derzeit vor allem der KI-Boom und die allgemeine Verlagerung von Unternehmensprozessen in die Cloud. Erst vor wenigen Wochen meldete Amazon, dass der Technologieinvestor Prosus seine gesamte KI- und Cloud-Infrastruktur auf AWS verlagert. Die Partnerschaft soll Prosus zweistellige Kosteneinsparungen bringen und AWS-Technologie über das gesamte Portfolio ausrollen.11 Die Ankündigung reiht sich in eine Serie vergleichbarer Deals. Auch der Social-Media-Konzern Meta hat kürzlich eine weitreichende Vereinbarung mit Amazon getroffen. Dabei geht es um einen von AWS entwickelten Prozessor namens Graviton, der speziell für den Einsatz in deren Cloud-Rechenzentren konzipiert wurde. Die Implementierung beginne mit mehreren zehn Millionen Graviton-Prozessoren, erklärte Amazon.12

KI-Investitionsoffensive

Um die hohe Nachfrage bedienen und im Wettbewerb mit anderen großen Tech-Konzernen mithalten zu können, hat Amazon im Februar angekündigt, in diesem Jahr 200 Milliarden Dollar für Investitionen auszugeben – so viel wie noch nie. Der Großteil davon soll in den Ausbau von KI-Technologien und Rechenzentren fließen. Ein zentraler Bestandteil ist dabei auch die Entwicklung eigener Hardware. Amazon setzt verstärkt auf speziell entwickelte Chips wie Trainium für das Training von KI-Modellen sowie Prozessoren, die auf der ARM-Architektur basieren. Ziel ist es, so die Abhängigkeit von externen Anbietern wie Nvidia zu reduzieren und gleichzeitig die Kostenstruktur zu verbessern.13,14 Bereits im November hat Amazon in den USA zudem eine Investition von bis zu 50 Milliarden Dollar angekündigt, um KI- und Supercomputing-Infrastruktur speziell für US-Regierungsbehörden aufzubauen. Der Bau soll noch in diesem Jahr starten.15

Kreislauf-Geschäft

Für Schlagzeilen sorgte der Tech-Riese zuletzt mit der Nachricht, dass er weitere 25 Milliarden Dollar in den KI-Newcomer Anthropic, Entwickler des Chatbots Claude, investieren will. Die strategische Bedeutung geht weit über die reine Finanzspritze hinaus. Im Gegenzug verpflichtet sich der OpenAI-Rivale nämlich, in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für AWS-Technologien auszugeben. Dabei geht es laut Berichten um Halbleiter, also KI-Chips und Rechenleistung. Dieses Investitionsmodell ist in der Branche durchaus üblich, um Kapital mit Infrastruktur zu verbinden. So fließt ein Teil der bereitgestellten Mittel indirekt wieder an den Geldgeber zurück.16

Eigentlich eine runde Investmentstory, aber…

Was Anleger:innen derzeit besonders beschäftigt, ist die Frage, wann und ob sich die Milliarden-Investitionen tatsächlich in (dauerhaftem) Wachstum niederschlagen werden.11 Zunächst jedenfalls werden sie wohl Cashflow und Marge belasten – ebenso wie die Mehrkosten durch Donald Trumps Zölle.17 Hinzu kommt, dass auch die schnell wachsenden AWS-Konkurrenten Microsoft und Google viel Geld in den Ausbau von Rechenzentren und Serverfarmen stecken – und somit den Wettbewerb im wichtigen Cloud-Geschäft weiter verschärfen.18 Nicht zu vergessen gilt, dass sich Amazon wegen seiner großen Marktmacht sowohl in den USA als auch in Europa immer wieder intensiven kartellrechtlichen Untersuchungen ausgesetzt sieht19,20 und chinesische Online-Plattformen wie Temu und Shein den Konzern durch extrem niedrige Preise im Online-Handel unter Druck setzen.21            

Alternative zum Direktinvestment

Wer bei Investments lieber vorsichtiger agieren möchte, könnte daher einen Blick auf die neue Erste Bank Fix Kupon Express Anleihe auf Amazon werfen. Das Papier zahlt unabhängig von der Kursentwicklung einen fixen jährlichen Zinskupon in Höhe von 6,00 Prozent pro Laufzeitjahr. Die Anleihe wird überdies am Ende der Laufzeit bereits dann zum Nennbetrag getilgt, wenn die Amazon-Aktie am finalen Bewertungstag auf oder über der Finalen-Rückzahlungs-Barriere von 50 Prozent notiert. Dank der Expressfunktion kann die Anleihe zudem vorzeitig fällig werden. Dazu muss die Aktie an einem der Bewertungstage auf oder über ihrem Ausübungspreis notieren. Kommt es jedoch nicht zu einer vorzeitigen Rückzahlung und weist die Aktie am Laufzeitende ein Minus von mehr als 50 Prozent auf, kann ein Verlust bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals entstehen, da eine entsprechende Anzahl von Amazon-Aktien zum Ausübungspreis geliefert wird. Anleger:innen tragen außerdem das Bonitätsrisiko der Emittentin, d. h. das Risiko von Änderungen in der Kreditwürdigkeit oder einer Zahlungsunfähigkeit.

1 Quelle: FAZ; Stand: 5. Februar 2021
2 Quelle: Tagesschau; Stand: 20. Februar 2026
3 Quelle: Amazon; Stand: 5. Februar 2026
4 Quelle: Doofinder; Stand: 28. April 2026
5 Quelle: Investing.com; Stand: 13. Oktober 2025
6 Quelle: Aktienwelt 360; Stand: 27. Juli 2024
7 Quelle: Marketing Börse; Stand: 10. Februar 2026
8 Quelle: About Amazon; Stand: 4. Mai 2026
9 Quelle: Reuters; Stand: 4. Mai 2026
10 Quelle: Focus; Stand: 31. Mai 2022
11 Quelle: Börse-Express; Stand: 4. Februar 2026

12 Quelle: IT Times; Stand: 25. April 2026
13 Quelle: hardwareLUXX; Stand: 10. April 2026
14 Quelle: finanztrends; Stand: 16. Februar 2026
15 Quelle: heise online; Stand: 25. November 2025
16 Quelle: hardwareLUXX; Stand: 27. April 2026
17 Quelle: Ad Hoc News; Stand: 29. April 2026
18 Quelle: Spiegel; Stand: 16. Februar 2026 
19 Quelle: Bundeskartellamt; Stand: 5. Februar 2026
20 Quelle: Tagesschau; Stand: 26. September 2023
21 Quelle: Focus; Stand:24. Juli 2023

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Stand: Mai 2026