
Smart Energy
Der Schlüssel für einen effizienteren Umgang mit Energie
Spätestens seit dem Krieg in der Ukraine ist die Energiewende nicht mehr nur Klimapolitik, sondern auch eine Frage der Versorgungssicherheit. Im Jahr 2025 flossen in Europa insgesamt 583 Milliarden Dollar in erneuerbare Energien – so viel wie nie zuvor und satte 19 Prozent mehr als im Vorjahr.1 Nicht nur Unternehmen, auch immer mehr Privathaushalte erzeugen ihren Strom heute selbst, speisen Überschüsse sogar ins Netz ein und verdienen damit Geld. In Konsequenz schwankt die Energieerzeugung deutlich stärker als früher – und wird zudem immer dezentraler. Um Produktion und Verbrauch in Einklang zu bringen, bedarf es daher intelligenter Lösungen. Hier kommt „Smart Energy“ ins Spiel. Der Begriff beschreibt die digital vernetzte Steuerung von Energieerzeugung, -verteilung und -verbrauch. Sensoren, Messsysteme, Generatoren, Ladeinfrastruktur und Gebäude kommunizieren dabei miteinander, liefern Echtzeitdaten und ermöglichen so präzise Analysen und Optimierungsstrategien für niedrigere Kosten sowie mehr Effizienz und Nachhaltigkeit. Themen, die allein angesichts der rasant steigenden Nachfrage nach Energie immer wichtiger werden.2
Stromfresser KI
Laut einer Analyse von McKinsey könnte der weltweite Strombedarf bis 2030 um 165 Prozent auf 1.400 Terawattstunden steigen – getrieben von Künstlicher Intelligenz (KI) und Rechenzentren. Für letztere müssten allein in den USA 50 Gigawatt zusätzliche Kapazität aufgebaut werden, schätzen die Studienverfasser:innen. Das entspricht der Grundlast des gesamten deutschen Netzes.3,4 Jeder KI-Nvidia-H100-Prozessor hat eine Leistung von 700 Watt, was ungefähr der Leistung eines modernen, energieeffizienten Backofens entspricht, erklärt Ralf Herbrich, Leiter des Fachgebiets „Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit“ am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam. Wenn dieses Rechenzentrum ein Modell trainiere, brauche es 70 Megawatt allein für die Berechnungen. „Rechnet man den Energieverbrauch für die Netzwerkübertragung hinzu, verdoppelt sich dieser. Das entspricht der Energieleistung von 25 Windkrafträdern.“5
Um den enormen Hunger ihrer KI-Server-Farmen zu stillen, bauen Tech-Giganten wie Amazon, Meta & Co. Solarparks, sichern sich Atomstrom und investieren in modulare Mini-Reaktoren.3 Auch Übernahmen gehören zur Strategie. Alphabet etwa hat kürzlich für 4,75 Milliarden Dollar den Entwickler sauberer Energien Intersect Power gekauft, um sich Zugang zu mehr Stromerzeugung für seine KI-Rechenzentren zu verschaffen.6 Die Investitionsrechnung sieht entsprechend aus: McKinsey zufolge müssten in den nächsten Jahren 1,3 Billionen Dollar in Netze, Turbinen und Steuerungstechnik gesteckt werden, um den steigenden Strombedarf der KI-Rechenzentren zu decken.3 Das entspricht mehr als dem Zweifachen der österreichischen Wirtschaftsleistung im Jahr 2025.7
KI und Energie bedingen sich gegenseitig
KI ist aber nicht nur ein Stromfresser, sie ist neben Automatisierung ein wesentlicher Bestandteil von Smart Energy, um den Umgang mit den in Echtzeit gewonnenen Daten zu vereinfachen und schließlich effizient zu nutzen – zum Beispiel für die Reduktion von Emissionen oder Kosteneinsparungen.2 Einer Studie der PwC-Strategieberatung Strategy& zufolge konnten Energieunternehmen durch den gezielten Einsatz von KI Kostensenkungen von mehr als 60 Prozent, Produktivitätszuwächse von mehr als 50 Prozent oder Margenanstiege von zehn bis 20 Prozent erreichen. „Wir haben für unsere Untersuchung Studien, Fallbeispiele und eigene Projekterfahrungen ausgewertet und sehen, dass KI in der konkreten Anwendung bereits erhebliche Vorteile bringt“, so Studienautor Dirk Niemeier.8 Zudem sorgt KI dafür, dass Netze stabiler laufen, Prozesse schlanker werden und Entscheidungen schneller fallen. Außerdem hilft sie bei der Wartung von Anlagen, bei Prognosen für Lastflüsse und der Optimierung des Netzbetriebs.9 KI und Energieentwicklung bedingen sich also gegenseitig. Genau das ist es, was den Bereich Smart Energy auch als Anlagethema so interessant macht.4
Aus Frankreich
Eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Energietechnologie ist Schneider Electric. Das Portfolio des Konzerns umfasst intelligente Geräte, softwaredefinierte Architekturen, KI-gestützte Systeme sowie digitale Services und Beratung. Unter anderem bietet Schneider Electric Lösungen, mit denen man den Stromverbrauch sichtbar machen und steuern kann – zum Beispiel über Smart-Home-Zentralen. In Datenzentren, Fabriken und großen Gebäuden sorgt das Unternehmen mit seinen Lösungen für Energieverteilung und Automatisierung zudem dafür, Leistung, Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit zu verbessern.10,11
Aus Deutschland
Auch das ehemalige Industriekonglomerat Siemens bietet eine große Auswahl an Produkten rund um das Thema Smart Energy. Über die IoT-Plattform Elektrification X etwa unterstützt der Konzern Übertragungsnetzbetreiber, Branchen und Infrastrukturen bei der Verwaltung von Netzwerken und will so die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Cybersicherheit erhöhen. Auch Lösungen für „Smart Buildings“ und zur Dekarbonisierung der Gebäudewirtschaft zählen zum Portfolio. Zahlreiche bekannte Hochhausprojekte in der deutschen Bankenmetropole Frankfurt am Main sind mit Siemens-Technologie ausgestattet. „Wir sehen überall auf der Welt, dass unser Portfolio in die Anforderungen reinpasst, eine resiliente Energieinfrastruktur aufzubauen“, so Konzernchef Christian Bruch. Um die Entwicklung voranzutreiben, will Siemens in den kommenden drei Jahren eine Milliarde Euro in industrielle KI investieren.12,13
Aus der Schweiz
Die Schweizer ABB ist auf dem Gebiet Smart Energy ebenfalls keine Unbekannte. Das Unternehmen hat sich auf die Fahnen geschrieben, durch die Kombination von technischer Expertise und Digitalisierung Industrien dabei zu helfen, die Leistung zu steigern und dabei gleichzeitig effizienter, produktiver und nachhaltiger zu werden. ABB selbst nennt das „Engineered to Outrun“. Die breit gefächerten Geschäftsfelder des Konzerns umfassen unter anderem Produkte im Energietechnik-Bereich (z.B. Turbinen und Transformatoren), Steuerungs- und Übertragungssysteme für elektrische Energie, zentrale Komponenten für den Kraftwerksbau und eine Vielzahl individuell angepasster Automatisierungssysteme in allen Industriebereichen.14,15
Hinweis: Die Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftigen Entwicklungen zu. In der Wertentwicklung sind keinerlei Provisionen, Gebühren und andere Entgelte mit ertragsmindernder Auswirkung auf den Kursverlauf berücksichtigt.
Investment mit Smart Energy
An der Börse hatten die Aktien aus dem Sektor zuletzt dennoch einen schweren Stand. Neben dem geopolitischen Umfeld belastete vor allem die Sorge vor Disruption durch KI.16 Auch Marktbeobachter:innen warnen, dass fortschrittliche KI-Anwendungen die Lösungen der Unternehmen unter Druck setzen können. Als Beispiel nennen sie die Angebote von Siemens im Bereich der Fabrikplanung mit digitalen Zwillingen. Zudem ermögliche die KI zunehmend offene Systemarchitekturen, wodurch Komplettlösungen einzelner Anbieter an Attraktivität verlieren könnten, so der Tenor.17 Nicht zu vergessen gilt, dass die Unternehmen durch strukturelle Wachstumstreiber wie Dekarbonisierung und KI zwar widerstandsfähiger sind als rein konjunkturabhängige Firmen, komplett vom wirtschaftlichen Umfeld abkapseln können sie sich aber auch nicht. Hinzu kommt ein intensiver Wettbewerb.18
Wer bei Investments daher lieber etwas vorsichtiger agieren möchte, könnte einen Blick auf eine neue Protect Pro Anleihe von Morgan Stanley auf die Aktien von Siemens, ABB und Schneider Electric werfen. Das Wertpapier bietet einen fixen Kupon von 11,75 Prozent p.a. sowie einen 35-prozentigen Puffer bis zur Barriere, wobei diese ausschließlich am Laufzeitende betrachtet wird. Notieren am Bewertungstag alle drei Aktien auf oder über der Barriere, wird die Anleihe zum Nennbetrag zurückgezahlt. Liegt jedoch nur eine Aktie darunter, erfolgt die Tilgung der Anleihe durch die Lieferung der Aktie mit der schlechtesten Kursentwicklung ausgehend vom Ausübungspreis (Worst-of-Prinzip). In diesem Fall bekommt man Aktien, die am Markt weniger wert sind, als man ursprünglich investiert hat. Dadurch besteht die Möglichkeit eines Kapitalverlusts. Anleger:innen tragen außerdem das Bonitätsrisiko der Emittentin, d.h. das Risiko von Änderungen in der Kreditwürdigkeit oder einer Zahlungsunfähigkeit.
1 Quelle: Focus; Stand: 20. März 2026
2 Quelle: Vodafone; Stand: 2. März 2026
3 Quelle: ftd; Stand: 28. August 2025
4 Quelle: PROfinance; Stand: 27. März 2026
5 Quelle: Tagesschau; Stand: 1. November 2024
6 Quelle: Börsen-Zeitung; Stand: 23. Dezember 2025
7 Quelle: Statistik Austria; Stand: 5. März 2026
8 Quelle: Handelsblatt; Stand: 29. Juli 2025
9 Quelle: exxeta; Stand: 5. September 2025
10 Quelle: Schneider Electric; Stand: 27. März 2026
11 Quelle: ad-hoc-news.de; Stand: 8. Februar 2026
12 Quelle: Siemens; Stand: 27. März 2026
13 Quelle: Ingeniur.de; Stand: 17. November 2026
14 Quelle: ABB; Stand: 27. März 2026
15 Quelle: boerse.de; Stand: 27. März 2026
16 Quelle: Tagessschau; Stand: 2. März 2026
17 Quelle: Der Aktionär; Stand: 18. Februar 2026
18 Quelle: ad-hoc-news.de; Stand: 4. März 2026
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Stand: April 2026