Milliarden für Europas
neue Schlagkraft

DefenceTech für Luft, Land, See und Cyber

Nicht weniger als die uneingeschränkte Wehrfähigkeit Europas bis 2030 steht auf der Agenda – dementsprechend groß sind die Hebel, die in den letzten Jahren in Bewegung gesetzt wurden. So sind allein zwischen 2020 und 2025 die Verteidigungsausgaben der EU-Länder um fast 80 Prozent gestiegen,1 für das Jahr 2025 summierten sie sich auf rund 418 Milliarden Euro und sollen für das Gesamtjahr 2026 – nach bisherigen Prognosen – auf ca. 454 Milliarden Euro ansteigen.2 Parallel dazu verfolgt die Europäische Kommission mit ihrem im März 2025 vorgestellten „ReArm Europe“-Plan das Ziel, zusätzliche Verteidigungsausgaben von bis zu 800 Milliarden Euro über mehrere Jahre zu ermöglichen. Dazu sollen unter anderem flexiblere EU-Haushaltsregeln und ein europäisches Kreditinstrument beitragen.3
 

Neun Felder, drei Schwergewichte

Zur Umsetzung der vollen Verteidigungsfähigkeit haben die EU-Mitgliedstaaten neun Kernbereiche definiert, die aus Luft- und Raketenabwehr, strategischen Enablern, militärischer Mobilität, Artilleriesysteme, Cyberraum, KI und elektronische Kriegsführung, Flugkörper und Munition, Drohnen und Drohnenabwehr sowie Bodenkampf und maritime Sicherheit bestehen.3 Ein weit gefasstes Feld, bei dem unter anderem Schwergewichte der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie wie Airbus, BAE Systems und Rheinmetall kräftig mitmischen. Während Rheinmetall mit Panzern, Militär-LKWs und schwerer Artillerie am Boden eine führende Rolle einnimmt, ist Airbus mit seinen Kampfflugzeugen in der Luft stark positioniert. Das britische Unternehmen BAE Systems deckt als Multi-Domain-Riese zusätzlich noch Cyber und vor allem die See ab – Ende September 2026 verkündete Großbritannien, dass die heimische U-Boot-Produktion verdoppelt und im Zuge dessen rund sechs Milliarden britische Pfund in den Ausbau der BAE-Werft in Barrow-in-Furness investiert werden sollen.4
 

Sektorinvestment mit Teilschutz

Steigende Rüstungsetats, volle Auftragsbücher und langfristige Beschaffungs- und Modernisierungsprogramme dürfen gleichwohl nicht davon ablenken, dass im Verteidigungssegment eine immens hohe Abhängigkeit von politischen Entscheidungsträgern herrscht. So können ideologische, aber auch finanziell bedingte Richtungsänderungen die hohen Erwartungen empfindlich dämpfen und den Status quo der europäischen Verteidigung wieder auf den Prüfstand schicken. Zudem stehen die Rüstungsunternehmen unter starkem zeitlichen Druck – so berichtete das Joint Venture RBSL von Rheinmetall und BAE Systems Land im Mai 2026 von „Fortschritten bei jüngsten Battlefield-Einsätzen des Hauptkampfpanzers Challenger 3“, musste im gleichen Atemzug aber eingestehen, dass das Programm „mindestens zwei Jahre Rückstand“ aufweise und der Zeitpunkt der Indienststellung nicht mehr eindeutig sei.5

Die Chancen im europäischen Verteidigungssektor gehen auch mit entsprechenden Risiken und Kursschwankungen einher. Eine Alternative zum Direktinvestment in Einzelaktien bietet eine neue Protect Pro Anleihe von Morgan Stanley auf Airbus, BAE Systems und Rheinmetall. Das Wertpapier bietet einen fixen Kupon von 14,5 Prozent p.a. sowie einen 35-prozentigen Puffer als Teilschutz bis zur Barriere, wobei diese ausschließlich am Laufzeitende betrachtet wird. Notieren am Bewertungstag alle drei Aktien auf oder über der Barriere, wird die Anleihe zum Nennbetrag zurückgezahlt. Liegt jedoch nur eine Aktie darunter, erfolgt die Tilgung der Anleihe durch Lieferung der Aktie mit der schlechtesten Kursentwicklung ausgehend vom Ausübungspreis (Worst-of-Prinzip). Dadurch besteht die Möglichkeit eines Kapitalverlusts. Anleger:innen tragen außerdem das Bonitätsrisiko der Emittentin, d. h. das Risiko von Änderungen in der Kreditwürdigkeit oder einer Zahlungsunfähigkeit.

1 Quelle: Spiegel; Stand: 3. September 2026
2 Quelle: European Defence Agency; Stand: 16. Juli 2026
3 Quelle: Europäische Kommission; Stand: 19. März 2025 
4 Quelle: Ad hoc News; Stand: 29. September 2026
5 Quelle: MetaDefense; Stand: 28. Mai 2026

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Stand: Oktober 2026