Zwischen Fortschritt und Gegenwind

OMV bestätigt Langfristziele trotz Wertberichtigungen

Der Umbau der OMV hin zu einem integrierten Unternehmen für Energie, Kraftstoffe und Chemikalien schreitet kontinuierlich voran. Im Oktober 2025 präsentierte OMV-Chef Alfred Stern im Rahmen eines Kapitalmarkt-Updates weitere Details auf diesem Weg – so soll bis 2030 das bereinigt um Lagerhaltungs- und Einmaleffekte ausgewiesene operative Ergebnis auf mehr als 6,5 Milliarden Euro gesteigert werden, die Öl- und Gasproduktionskapazität auf rund 400.000 Barrel Öläquivalent pro Tag anwachsen und die kumulierten organischen Investitionen um insgesamt 5 Milliarden Euro angepasst werden.1
 

Licht und Schatten

Das aktuelle Fazit zu OMV fällt indes zwiespältig aus – für das 4. Quartal 2025 müssen Wertberichtigungen in Höhe von rund 700 Millionen Euro vorgenommen werden, die hauptsächlich auf Produktionsrückgänge in der Sparte „Energy“ zurückzuführen sind. Neben der Fördermenge ist auch der von OMV realisierte Rohölpreis auf Jahressicht von 71,9 US-Dollar/Barrel auf 62,4 gefallen, was für zusätzlichen Druck auf die Margen sorgt.2 Mit der Entwicklung in den Sparten „Fuels und Feedstock“ sowie „Chemicals“ zeigt man sich hingegen zufrieden. OMV profitiert zum einen von der Referenzmarge der europäischen Raffinerien, die signifikant von 11,54 US-Dollar auf 13,96 US-Dollar je Barrel gestiegen ist und somit die Profitabilität des Gesamtkonzerns erhöht. Zum anderen erhöhte sich die Verkaufsmenge von Polyolefinen deutlich von 1,68 Millionen Tonnen auf 1,80 Millionen Tonnen auf Jahressicht.3 Von zentraler Bedeutung erweisen sich zudem die internationalen Aktivitäten – so stellt der Konzern mit OMV Petrom das größte integrierte Energieunternehmen Südosteuropas4 dar, auch das im November 2025 gegründete Joint Venture mit Masdar (Abu Dhabi Future Energy Company) belegt den hohen Stellenwert, den die internationale Ausrichtung bei OMV einnimmt.5
 

Gezähmte und gleichsam geballte Energie

Bei OMV dreht sich alles um Energie und Chemie – wodurch sich eine große Schnittmenge zum ATX ergibt, bei dem diese Sektoren ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Zumal bei beiden gilt, dass Risiken im Inland sich durch internationale Hebel stabilisieren lassen.6,7 Gerade beim Thema Wasserstoff beweist OMV zudem, dass sich strategische Zukunftsinvestitionen auch im heimischen Markt durchführen lassen.8 Wer bei OMV gleichwohl vorsichtiger agieren möchte, könnte einen Blick auf die neue Memory Express Anleihe von Erste Bank werfen. Das Papier schützt vor Kursverlusten der OMV-Aktie bis zu 35 Prozent und bietet gleichzeitig die Chance auf einen jährlichen Zinskupon von 7,25 Prozent p.a. Eine vorzeitige Rückzahlung erfolgt, wenn die Aktie an einem der jährlichen Bewertungstage auf oder über ihrem Startwert (Ausübungspreis) notiert. Liegt die Aktie darunter, aber auf oder über der Kupon-Barriere, wird der Zinskupon gezahlt und die Laufzeit verlängert sich um ein weiteres Jahr. Bei noch tieferen Kursen entfällt der Kupon zunächst, kann aber nachgereicht werden, wenn an einem der folgenden Stichtage die Bedingungen wieder erfüllt sind (Memory-Effekt). Am finalen Bewertungstag entscheidet die Finale-Rückzahlungs-Barriere ob die Anleihe zum Nennbetrag inklusive aller ausstehenden Zinsen zurückgezahlt wird oder OMV-Aktien zum Ausübungspreis geliefert werden. Im letzteren Fall bekommt man Aktien, die am Markt weniger wert sind, als man ursprünglich investiert hat. Dadurch besteht die Möglichkeit eines Kapitalverlusts. Anleger:innen tragen außerdem das Bonitätsrisiko der Emittentin, d. h. das Risiko von Änderungen in der Kreditwürdigkeit oder einer Zahlungsunfähigkeit.

1 Quelle: OMV; Stand: 6. Oktober 2025
2 Quelle: OMV; Stand: 15. Jänner 2026
3 Quelle: ad-hoc-news; Stand: 16. Jänner 2026
4 Quelle: OMV; Stand: 10. Dezember 2025

5 Quelle: OMV; Stand: 6. November 2025
6 Quelle: Börsen-Zeitung; Stand: 15. Jänner 2026
7 Quelle: Borealis; Stand: 4. März 2025
8 Quelle: OMV; Stand: 7. Jänner 2026

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Stand: Februar 2026