Raus aus der Öl-Abhängigkeit

SBO setzt auf neue Märkte

Weit weg von alten Börsen-Höchstständen und operativ unter Druck: Bei SBO läuft es derzeit alles andere als rund.1 Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz belastet von schwacher Nachfrage, Nahost-Konflikt und Währungseffekten um 19 Prozent auf 204,7 Millionen Euro, der Nettogewinn brach auf gerade einmal 0,2 Millionen Euro ein. Doch es gibt erste Hoffnungsschimmer. Gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres legte der Umsatz von April bis Juni um 7,7 Prozent zu, nachdem er acht Quartale in Folge gesunken oder stagniert hatte. Zudem stieg der Auftragseingang im ersten Halbjahr um 8,5 Prozent, der Auftragsbestand seit Jahresbeginn sogar um knapp 32 Prozent. Vor allem im Kerngeschäft zeichnet sich ein neuer Zyklusaufschwung ab. Für CEO Klaus Mader ist die Talsohle daher durchschritten.2
 

Vom Ölfeldausrüster zum Technologiekonzern

Eine Erholung im Kerngeschäft wäre für SBO wichtig, denn Öl und Gas bleiben vorerst das wirtschaftliche Fundament. Doch langfristig will sich der Konzern breiter aufstellen. Schon die Umbenennung von Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment in SBO AG im vergangenen Jahr sollte deutlich machen, wohin die Reise geht: vom klassischen Ölfeldausrüster zum international tätigen Präzisionstechnologiekonzern.3 Dabei soll das über Jahrzehnte aufgebaute Know-how zunehmend auch außerhalb der Öl- und Gasindustrie Geld verdienen. Im Fokus stehen 3D-Metalldruck, Flow Control und Geothermie. Bis 2030 will SBO den Umsatz auf 900 Millionen Euro steigern, 200 Millionen Euro davon sollen aus neuen Geschäftsfeldern stammen.4 Bereits im ersten Halbjahr 2026 näherten sich diese der Marke von zehn Prozent des Auftragseingangs.2

Besonders von der Geothermie hält SBO große Stücke. Um Erdwärme in größerem Maßstab nutzbar zu machen, muss häufig kilometertief und unter extremen Bedingungen gebohrt werden. Die Bohrkosten können dabei 30 bis 57 Prozent der Gesamtkosten eines Geothermieprojekts ausmachen. Effizientere Bohrtechnik ist daher einer der entscheidenden Hebel, um Geothermie wettbewerbsfähiger zu machen.5 Genau hier kann SBO seine jahrzehntelange Erfahrung aus der Öl- und Gasindustrie ausspielen: Die Hochleistungs-Bohrmotoren des Konzerns eignen sich auch für Richt- und Horizontalbohrungen in Geothermieprojekten6 und wurden zuletzt erfolgreich bei Bohrlochtemperaturen von 300 bis 400 Grad Celsius eingesetzt.2 Aus Öl-Know-how könnte so ein neuer Wachstumstreiber werden.
 

Der Wandel braucht Zeit

So interessant die langfristigen Perspektiven auch sind: Noch hängt das Wohl und Wehe von SBO zu einem großen Teil am zyklischen Öl- und Gasgeschäft. Allein deshalb könnte bei Investments ein gewisser Puffer gegen mögliche Kursschwankungen nicht schaden. Eine Möglichkeit, das Aktienrisiko abzufedern, ist die Anlage über eine neue Protect Pro Anleihe der Erste Bank. Das Wertpapier bietet einen fixen Kupon von 9,75 Prozent p.a. sowie einen 20-prozentigen Puffer als Teilschutz bis zur Barriere, wobei diese ausschließlich am Laufzeitende betrachtet wird. Notiert am Bewertungstag die SBO-Aktie auf oder über der Barriere, wird die Anleihe zum Nennbetrag zurückgezahlt. Liegt der Aktienkurs darunter, werden SBO-Aktien zum Startwert (Ausübungspreis) geliefert. Das bedeutet: Man bekommt Aktien, die am Markt weniger wert sind, als man ursprünglich investiert hat. Dadurch besteht die Möglichkeit eines Kursverlusts. Anleger:innen tragen außerdem das Bonitätsrisiko der Emittentin, d. h. das Risiko von Änderungen in der Kreditwürdigkeit oder einer Zahlungsunfähigkeit.

1 Quelle: Wiener Börse; Stand: 28. September 2026
2 Quelle: SBO; Stand: 20. August 2026
3 Quelle: SBO; Stand: 1. Juli 2025
4 Quelle: SBO; Stand: 20. März 2025
5 Quelle: National Renewable Energy Laboratory (NREL); Stand: 12. Februar 2025
6 Quelle: SBO; Stand: 24. September 2026

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Stand: Oktober 2026