Einlagensicherung und Anlegerentschädigung –
so ist Ihr Geld gesichert

Die verpflichtende Absicherung in Österreich Einlagensicherung und Anlegerentschädigung – schützt KundInnen, wenn ihr Vermögen von der Bank nicht mehr ausbezahlt wird, weil 

  • über das Geldinstitut der Konkurs eröffnet
  • oder die Geschäftsaufsicht verhängt wurde
  • oder eine Zahlungseinstellung verfügt wurde. 

Jedes österreichische Geldinstitut, das sicherungspflichtige Einlagen und Bauspareinlagen entgegennimmt oder Wertpapierdienstleistungen erbringt, ist gesetzlich verpflichtet, einer Sicherungseinrichtung anzugehören. 

Die Sparkassen-Haftungs-Aktiengesellschaft (FN 55491 f) ist die Sicherungseinrichtung der Erste Bank und der österreichischen Sparkassen, der s Bausparkasse sowie der Unicredit Bank Austria AG.

Die Bestimmungen stehen in den Paragrafen §§ 93, 93a, 93b, 93c, 103h und 103k des Bankwesengesetzes (BWG).

 Die gesetzliche Einlagensicherung sichert Kapital und Zinsen auf 

  • Girokonten
  • Profit-Konten
  • Bausparkonten 
  • und Sparbüchern 

pro EinlegerIn und pro Bank bis zu einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro ab.  


Dieser Schutz gilt

  • für natürliche und nicht-natürliche Personen
  • unabhängig von der Anzahl der Konten und Sparbücher
  • nur für Konten und Sparbücher, die auf Euro, Franken oder eine andere Währung eines EWR-Mitgliedstaates lauten.

Die gesetzliche Anlegerentschädigung sichert Forderungen von KundInnen gegen eine Bank ab, die sich aus Wertpapier-Dienstleistungen ergeben können. Etwa wenn die Bank Gelder aus Wertpapiertransaktionen (z. B. Dividendenzahlungen) auf unverzinste Konten gutschreibt und nicht mehr auszahlen kann oder Wertpapiere nicht mehr zurückgeben kann.

  • Natürliche Personen erhalten insgesamt maximal 20.000 Euro. 
  • Juristische Personen und Personengesellschaften erhalten 90 % ihrer Forderung, maximal 20.000 Euro.

Der Schutz aus der Anlegerentschädigung steht KundInnen zusätzlich zur Einlagensicherung zu.

Nicht gesichert sind z. B.

  • Einlagen und Forderungen, die nicht auf Euro, Schweizer Franken oder eine andere Währung eines EWR-Mitgliedstaates lauten (EWR = alle EU-Staaten, Island, Liechtenstein und Norwegen)
  • Schuldverschreibungen des Geldinstituts (etwa Wohnbank-Anleihen, Kassenobligationen, Pfandbriefe etc.). Sie werden im Konkurs der emittierenden Bank nach Maßgabe der Emissionsbedingungen bedient (z. B. bevorzugt aus einer abgesonderten Deckungsmasse wie etwa Pfandbriefe, oder mit der Konkursquote, oder nachrangig nach anderen GläubigerInnen)
  • Eigenmittelbestandteile der Bank (z. B. Ergänzungs- und Partizipationskapital)
  • Einlagen und Forderungen von großen Kapitalgesellschaften (gemäß § 221 Abs. 3 Unternehmensgesetzbuch)
  • Einlagen und Forderungen von dem Geldinstitut nahestehenden Personen, wie Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats, persönlich haftende GesellschafterInnen, RechnungsprüferInnen der Bank und Personen, die mindestens
    5 % am Kapital der Bank halten, auch wenn diese Personen in ihrer Funktion für verbundene Unternehmen der Bank tätig sind (ausgenommen bei unwesentlichen Beteiligungen). Weiters sind nahe Angehörige der dem Geldinstitut nahestehenden Personen sowie Dritte von der Sicherung ausgeschlossen, falls der nahe Angehörige oder der Dritte für Rechnung der dem Geldinstitut nahestehenden Personen handelt.
  • Einlagen und Forderungen anderer Gesellschaften, die verbundene Unternehmen des Geldinstituts sind (§ 244 UGB)
  • Einlagen und Forderungen, für die der Einleger oder Forderungsberechtigte vom Geldinstitut auf individueller Basis Zinssätze oder andere finanzielle Vorteile erhalten hat, die zu einer Verschlechterung der finanziellen Lage des Geldinstituts beigetragen haben
  • Einlagen und Forderungen, die im Zusammenhang mit Geldwäsche stehen
  • Einlagen und Forderungen von Geldinstituten oder Wertpapierfirmen sowie von institutionellen Investoren wie Versicherungen, Investmentgesellschaften (Fonds), Pensions- und Vorsorgekassen u. Ä.
  • Einlagen und Forderungen von Bund, Ländern und Gemeinden und vergleichbaren ausländischen Gebietskörperschaften

Erste Bank und Sparkassen haften im Rahmen von wechselseitigen Haftungsvereinbarungen für die Auszahlung der Kundeneinlagen weit über die gesetzlich gesicherten Beträge hinaus. 

Der Haftungsverbund wirkt somit ergänzend zur gesetzlichen Einlagensicherung und Anlegerentschädigung als zusätzliches Sicherheitsnetz. Er ist ein subsidiäres Instrument, das im Absicherungsfall nach der gesetzlichen Einlagensicherung in Kraft tritt – etwa bei Eröffnung des Konkurses über ein Mitglied des Haftungsverbunds. 

Abgewickelt wird der Haftungsverbund über die Haftungsverbund GmbH, FN 315373 i. 

  • Welche Institute gehören dem Haftungsverbund an?
    Alle österreichischen Sparkassen – mit Ausnahme der Allgemeinen Sparkasse Oberösterreich. Diese hat mit Erste Bank und Erste Group Bank AG eine trilaterale Haftungsvereinbarung getroffen. 
  • Wann schreitet der Haftungsverbund ein?
    Wenn bestimmte Kennzahlen eines Mitgliedsinstituts unterschritten oder nicht erreicht werden – etwa Kernkapitalquote, Eigenmittelquote, Kundeneinlagen und Eigenkapitalverzinsung. Damit frühzeitig auf wirtschaftliche Schwierigkeiten eines Instituts reagiert werden kann, enthält der Haftungsverbund ein Früherkennungssystem.
  • Was geschieht im Absicherungsfall?
    Für KundInnen stehen die notwendigen Mittel rasch im Rahmen einer Einzugsermächtigung bereit, die von der Haftungsverbund GmbH abgerufen werden kann.

Noch nie ist eine österreichische Sparkasse in Konkurs gegangen. 
Noch nie hat eine Kundin oder ein Kunde einer Sparkasse einen Euro verloren.