COVID-Pandemie hinterlässt finanzielle Spuren in Österreich

Medieninformation Vorarlberger Sparkassen, 26.08.2020

Spar- und Kreditprognose 2. Quartal 2020

Aktuell erlebt ein Drittel (32 %) der Österreicherinnen und Österreicher in Folge der COVID19-Pandemie finanzielle Einbußen. Einer repräsentativen Integral-Studie im Auftrag von Erste Bank zur Folge bekamen die 30- bis 49-Jährigen die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns am häufigsten zu spüren. Fast die Hälfte (46 %) dieser Altersgruppe gibt an, finanzielle Einschränkungen erleiden zu müssen. „Die Sparkassen stehen weiterhin ihren Kundinnen und Kunden mit Kredit- und Ratenstundungen zur Seite. Damit wir gemeinsam gute Überbrückungslösungen finden können, sollten die Betroffenen ihre Berater unbedingt so rasch als möglich kontaktieren“, betont Werner Böhler, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen.

Anstieg des geplanten Veranlagungsbetrages um 29 Prozent
Insgesamt wollen 83 Prozent (+2 PP) der befragten Österreicherinnen und Österreicher in den nächsten 12 Monaten Geld auf die hohe Kante legen. Der dafür vorgesehene Betrag liegt mit 5.400 Euro deutlich höher als in der Vorjahresperiode (4.200 Euro). Fonds, Aktien und Anleihen haben in ihrer Popularität um 3 Prozentpunkte auf 29 Prozent zugelegt. Weiterhin beliebt bleiben die Klassiker Sparbuch (+5 PP auf 64 %) und der Bausparvertrag (+2 PP auf 42 %). Tendenziell weniger gefragt hingegen sind Lebensversicherungen (31%, -3 PP) und Immobilien (16%, -3 PP). Böhler: „Das Sparbuch erfreut sich in der Bevölkerung weiterhin größter Beliebtheit. Im anhaltend niedrigen Zinsumfeld sollte man es als kurzfristige Liquiditätsreserve nutzen und zusätzlich mit anderen Anlageformen kombinieren. Aus unserer Sicht könnte die Ergänzung mit einem Fondssparplan eine sehr sinnvolle Variante sein. Schon mit 50 Euro pro Monat ist hier ein Einstieg möglich.“

Signifikante Zunahme der Kredithöhe
Wenig verändert hat sich die Haltung der Österreicherinnen und Österreicher in Bezug auf größere Anschaffungen (36 %; +1 PP). Wie gewohnt greifen Autokäufer, Bauherren & Co gerne auf eigene Rücklagen (83 %) zurück. Über Bankkredit oder Bauspardarlehen will etwa jeder Fünfte (18 %, -1 PP) das geplante Vorhaben realisieren. Die dafür vorgesehene Kredithöhe ist signifikant von im Schnitt 71.500 Euro vor einem Jahr auf nun 99.500 Euro (+40 %) gestiegen. „Das Ergebnis zeigt, dass die eigenen vier Wände in den letzten Monaten einen noch größeren Stellenwert bekommen haben. Wohnkredite sind nach wie vor sehr gefragt“, ergänzt Böhler.

(Foto: Joshua Ness/unsplash)

Erste Bank Spar- und Kreditprognose Q2/2020: Integral hat 1.000 ÖsterreicherInnen (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren) mittels telefonischen und Online-Interviews nach ihren geplanten Spar- und Anlageformen sowie ihrem Finanzierungsbedarf gefragt. Die Befragung fand im 2. Quartal im Zeitraum von 17. Juni bis 30. Juni 2020 statt. Soweit nicht anders angegeben, handelt es sich bei den Vergleichswerten um Zahlen aus dem gleichen Quartal des Vorjahrs.