SEPA-Lastschrift
(SEPA Direct Debit CORE)

Mit der Einführung der SEPA-Lastschrift folgte ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum. Damit können Sie als Unternehmer (ähnlich wie bei der österreichischen Einzugsermächtigung) Beträge in Euro jetzt auch grenzüberschreitend vom Konto Ihrer Kunden einziehen – basierend auf einem Mandat (Einzugsauftrag), welches der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger erteilt.

Wichtigste Merkmale

  • IBAN und BIC ersetzen Kontonummer und Bankleitzahl.
  • Jeder Kunde, der einzieht, benötigt eine „Creditor ID“.
  • Für jeden Einzug muss der Zahlungsempfänger (Einzieher, Creditor) ein Mandat (Einzugsauftrag) vom Zahlungspflichtigen (Debtor) einholen und dafür eine eindeutige Mandatsreferenz vergeben (die Banken sind in diesen Prozess nicht involviert).
  • einheitliches europaweites Lastschriftverfahren mit einheitlichem Format und Rechtsrahmen für nationale und internationale Einzüge
  • keine Auslandskonten für die Abwicklung erforderlich
  • Durch die Mandatsabwicklung sind eindeutige Prüfkriterien zur Verbesserung der Sicherheit definiert.
  • Bei strittigen Einzügen kann vom Debtor innerhalb von 8 Wochen ab Einzugsdatum ohne Angabe von Gründen Einspruch eingelegt werden – bei nicht autorisierten Einzügen 13 Monate.
  • Neu ist auch, dass Unternehmen mit ihren Kunden einen Fälligkeitstermin für eine Lastschrift vereinbaren können. Dem Zahlungspflichtigen ist der exakte Tag der Kontobelastung bekannt und er kann daher für die entsprechende Deckung auf dem Konto sorgen.
  • Der Einzieher verpflichtet sich, spätestens 14 Tage, bevor die SEPA-Lastschrift fällig ist, den Zahlungspflichtigen in geeigneter Form über Höhe und Termin des einzuziehenden Betrags zu informieren (außer zwischen Zahlungspflichtigem und Zahlungsempfänger wurde eine andere Frist vereinbart).

Was ist eine Creditor ID?

Das SEPA Lastschriftverfahren sieht die verpflichtende Mitgabe einer Identifizierung (Creditor Identifier, CID) des Lastschrifteinreichers im SEPA-Datensatz (XML- Format) vor. In Verbindung mit der vom Lastschrifteinreicher vergebenen und gleichfalls mitzugebenden Mandatsreferenznummer ergibt sich eine eindeutige Identifizierbarkeit eines Mandats, sodass der Debtor eine Mandatsprüfung vornehmen bzw. die Debtor Bank ihm eine solche Leistung anbieten kann. Diese CID erhält er bei seiner Creditorbank (Hausbank). Die zentrale Vergabe und Verwaltung der Creditor ID obliegt der Österreichischen Nationalbank (OeNB).

Creditoren, die in Österreich ihren Wohn-/Firmensitz haben, bekommen eine österreichische CID, wobei die Nutzung einer österreichischen Bank keine Voraussetzung ist.

Was ist ein Mandat?

Das Mandat ist die Autorisierungsvereinbarung zwischen Debtor und Creditor, vorläufig in Papierform. Schrift und Farbe sind nicht standardisiert. Das Mandat ist in der Landessprache des Debtors sowie in Englisch auszufolgen und muss folgende Punkte enthalten:

  • Bezeichnung „SEPA Direct Debit Mandat"
  • Name des Debtors
  • Adresse des Debtors (Straße, Nr., PLZ, Land)
  • IBAN des Debtors
  • BIC des Debtors
  • Name des Creditors
  • Creditor ID
  • Adresse des Creditors (Straße, Nr., PLZ, Land)
  • Art der Zahlung (einmalig oder wiederkehrend, erster, letzter)
  • Ort und Datum der Unterschrift
  • Unterschriftsfeld des Debtors

Der Creditor ist verpflichtet, das Mandat ordnungsgemäß auszufüllen und das Original aufzubewahren. Die Gestaltung des Mandatsformulars obliegt dem Creditor mit den o. a. Inhalten und muss von ihm in der jeweiligen Landessprache ausgefolgt werden. Alle relevanten Mandats-Informationen sind vom Creditor zu dematerialisieren (elektronifizieren) und bei jedem Einzug mitzuschicken.

Das sicherere und konsumentenfreundlichere SEPA-Lastschriftverfahren wird in Österreich künftig die bisherige Einzugsermächtigung ersetzen.

Derzeit nehmen folgende Banken an der SEPA-Lastschrift teil: