ERSTE Stiftung übersiedelt Bienen aus dem Voralpenland aufs Dach der Wiener Secession

Ein Stock mit 15.000 Bienen aus dem Mostviertel mit einer Königin der Gattung Carnica-Singer aus dem Ötschergebiet übersiedelte heute an den Karlsplatz. Die ERSTE Stiftung hat sich der wachsenden Gemeinde der städtischen Imker angeschlossen. Das neue Heim der Bienen ist das Dach der Secession.

Ein eigener Bienenstock ist für die ERSTE Stiftung etwas besonderes, denn Umweltthemen sind eigentlich nicht Teil des Programms der gemeinnützigen Stiftung, die in Österreich und Osteuropa soziale und kulturelle Initiativen entwickelt und demokratische Entwicklung in Europa fördert. Aber die Stiftung führt seit ihrer Gründung die Biene in ihrem Logo.

„Wir sind aus dem Verein der Ersten österreichischen Spar-Casse von 1819 hervorgegangen und wollten bei der Stiftungsgründung 2003 ein Logo mit Symbolkraft. Dabei haben wir die Biene in den Archiven wiederentdeckt“, erzählt Boris Marte, Mitglied des Vorstands der ERSTE Stiftung. Die Biene war über viele Jahrzehnte und in vielen Ländern das Symbol der Sparkassen und ihrer Idee dem Gemeinwohl zu dienen. „Die Honigsammlerin hat sich zu einem kulturell aufgeladenen Zeichen nicht nur des Sparens entwickelt. Sie stand für eine großartige Idee: dass wir Menschen soziale Wesen sind und für einander da sein sollten.“ Das Bienenlogo sollte der jungen Stiftung Kraft und Energie geben. Und so wurden in den ersten Jahren bis 2010 knapp 550 gemeinnützige Projekte mit rund 40 Mio. Euro in 24 Ländern selbst entwickelt oder gefördert.

Heute wird jedoch nicht die Symbolkraft des Logos, sondern das Wappentier selbst lebendig. Die Stadt ist ein guter Lebensraum für die Bienen. „In den Parks und auf den Grünflächen finden sie genügend blühende Nahrung“, erklären die Bienenzüchter Friedrich Haselsteiner und Heidrun Singer, mit deren Hilfe die ERSTE Stiftung unter die Imker gehen konnte. „Honig von Stadtbienen steht in der Qualität dem Honig ihrer ländlichen Artgenossen um nichts nach.“ Meist sind die fleißigen Nutztiere im städtischen Raum weniger von Pestiziden und tödlichen Giften bedroht als am Land, wo oft stark gespritzte Monokulturen wachsen. Staub und Schwermetalle der Stadt können die effizienten Sammlerinnen ausfiltern. Bis Ende Juli soll das Volk auf 60.000 Tiere angewachsen sein.

Die Stiftungsbienen haben ihre neue Heimat in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sitz der ERSTE Stiftung im Akademiehof. Sie residieren direkt unter der goldenen Kuppel der Secession. Dort war man sofort zu einer Kooperation bereit und konnte den wohl schönsten Landeplatz der Stadt anbieten. Die Bienen fliegen durch die goldenen Blätter und suchen ihre Nahrungsquellen im Umkreis von rund einem Kilometer. „Wir dürfen mit 50 kg Honig jährlich rechnen“, freut sich Boris Marte. „Im Sommer wird erstmals geschleudert und gekostet.“