Inländische Zinserträge von AusländerInnen
Ausweitung der beschränkten Steuerpflicht

Mit 1. Jänner 2015 wurde die beschränkte Steuerpflicht auf inländische Zinserträge für AusländerInnen ausgeweitet, sofern die Zinsen dem Kapitalertragsteuerabzug unterliegen (gemäß Abgabenänderungsgesetz 2014).

Bisher galt für alle inländischen Zinszahlungen, die der ausgeweiteten Steuerpflicht unterliegen, die Kapitalerstragssteuer (KESt) in Höhe von 25%. Seit 1. Jänner 2016 unterliegen nun Zinszahlungen aus Emissionen österreichischer Emittenten dem KESt-Satz in Höhe von 27,5%. Für alle anderen Zinszahlungen der ausgeweiteten Steuerpflicht bleibt die KESt in Höhe von 25% unverändert.

  • natürliche Personen aus Drittländern
  • natürliche Personen aus Drittländern und der EU, die an ausländischen steuerlich transparenten Gebilden beteiligt sind (insbesondere an Personengesellschaften)
  • Botschafter und Diplomaten aus dem Drittlandsgebiet sowie Angestellte internationaler Organisationen aus dem Drittlandsgebiet und der EU
  • Banken
  • Zinsen, die nicht von natürlichen Personen erzielt werden (Körperschaften)
  • Personengesellschaften, an denen ausschließlich Körperschaften beteiligt sind
  • Botschafter und Diplomaten aus der EU (diese unterliegen der EU-QuSt und fallen nicht in den Anwendungsbereich)

Sind inländische natürliche Personen an einer Personengesellschaft beteiligt, unterliegen sie dem inländischen KESt-Abzug.

  • Zinserträge aus Einlagen bei Geldinstituten (Spar-, Giro-, Termineinlagen, Festgelder)
  • Fonds, falls ein bestimmtes Ausmaß an Veranlagungen in inländische Emissionen österreichischer Emittenten vorliegt
  • Fonds: Pauschale Ermittlung und Besteuerung, falls bei ausländischen Fonds keine entsprechende Meldung an die zuständige Meldestelle erfolgt (gemäß § 7 Abs. 6 EU-Quellensteuergesetz)
  • Grundsätzlich sind nur Zinsen im Sinn des EU-Quellensteuergesetzes betroffen. Produkte, die der EU-Quellensteuer nicht unterliegen, unterliegen auch nicht der beschränkten Steuerpflicht

 

  • Zinszahlungen aus Emissionen österreichischer Emittenten, unabhängig vom effektiven Begebungsland
  • Zinsen, die von (natürlichen) Personen erzielt werden, die unter das EU-Quellensteuergesetz fallen
  • Zinsen, deren Schuldner weder Wohnsitz noch Geschäftsleitung oder Sitz im Inland hat und auch nicht eine inländische Zweigstelle eines ausländischen Kreditinstituts ist
  • Privatdarlehen sowie Privatplatzierungen fallen nicht unter die Abzugspflicht, weil sie keinem KESt-Abzug unterliegen
  • Wohnbauanleihen bleiben wie bei Steuerinländern bis zu 4 % des Ertrags steuerbefreit

Zinserträge, die der beschränkten Steuerpflicht in Österreich unterliegen, sind regelmäßig auch im Ansässigkeitsstaat der EmpfängerInnen steuerpflichtig. Somit kommt es künftig zu Kollisionen der jeweiligen Besteuerungsansprüche.

Die den Quellensteuersatz übersteigende Quellensteuer können sich Steuerpflichtige in Österreich rückerstatten lassen (gemäß Doppelbesteuerungsabkommen DBA). Die abgezogenen Quellensteuern werden im Ansässigkeitsstaat grundsätzlich im DBA-Ausmaß anrechenbar sein.

Stand: Jänner 2016

Die Information wurde nach bestem Wissen erstellt und basiert auf dem Wissensstand der betrauten Personen. Sie ersetzt keinesfalls eine Beratung durch eine SteuerberaterIn. Tippfehler und Irrtümer sind vorbehalten.

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