Salzburger Sparkasse finanziert Mikrokredite

MEDIENINFORMATION
Salzburg, 10. November 2011

 

Ab sofort bietet die Salzburger Sparkasse in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) und der ÖSB Consulting GmbH Mikrokredite zur Umsetzung tragfähiger Geschäftsideen an. Die Mikrofinanzierung schafft Chancen, neue Unternehmen und mehr Arbeitsplätze. Aus diesem Grund wandte sich das Bundesministerium an die Privatwirtschaft als wichtiger Partner.

„Mit dem österreichischen Pilotprogramm ‚dermikrokredit’ soll die Neugründung, Fortführung, Erweiterung und Übernahme von wirtschaftlich selbständigen Kleinunternehmen aller Branchen gefördert werden“, so Sozialminister Rudolf Hundstorfer zum Projekt des BMASK. Hundstorfer bezeichnet das Projekt als einen ersten Schritt in Richtung innovativer Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft an der Schnittstelle von privatwirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Interessen.

Generaldirektorin Regina Ovesny-Straka zur Zielsetzung des Mikrokredits aus Sicht der Salzburger Sparkasse: „Es ist unsere gesellschaftliche Aufgabe als Bank, die unternehmerische Kreativität zu unterstützen und Kredite zu vergeben, auch an jene, die einen Neuanfang mit einem Schritt in die Selbständigkeit versuchen wollen und keine finanzielle Chance dafür bekommen. Unser Geschäftszweck dieses Projektes ist es, arbeitslosen oder von Armut bedrohten Menschen, die eine gute Geschäftsidee verwirklichen wollen, zu helfen, wieder auf eigenen finanziellen Beinen zu stehen.“ Somit sei der Mikrokredit als Hilfe zur Selbsthilfe eine Art „Zweite Chance - Kredit“, der eine logische Ergänzung zur Idee der Zweiten Sparkasse darstellt. „Diese Initiative der Erste Stiftung in Kooperation mit Erste Bank und Sparkassen stellt jenen Menschen ein Habenkonto zur Verfügung, die aufgrund ihrer Verschuldung in eine Notlage geraten sind und keine Kontoverbindung mehr erhalten“, ergänzt Ovesny-Straka.

Der volkswirtschaftliche Hintergrund
In etwa 15 Prozent an potenziellen Gründerinnen und Gründern können nicht am Unternehmensgründungsprogramm (UGP) des Arbeitsmarktservice (AMS) teilnehmen, weil die Finanzierungsbasis fehlt. Hinzu kommt, dass aufgrund der Wirtschaftskrise, wenig Erfahrung mit Banken und häufig mangelnder Sicherheiten Gründer nur schwierig an Fremdkapital herankommen. Der Kosten-Nutzen: eine arbeitslose Person kostet der Volkswirtschaft jährlich ca. 20.000 bis 25.000 Euro. Diese Kosten entfallen, wenn eine Person durch Mikrofinanzierung in Beschäftigung gelangt. Die Kosten des Mikrokredites, die in der Anfangsphase des Projekts noch etwa bei 3.500 Euro liegen, sind also volkswirtschaftlich in zwei Monaten amortisiert. Positiver Beschäftigungseffekt: 130 vergebene Mikrokredite schaffen 130 Arbeitsplätze. Nach fünf Jahren entstehen laut Studien pro Gründung durchschnittlich weitere 1,26 Vollzeitarbeitsplätze. In Summe entstehen nach fünf Jahren somit bei 130 ausgereichten Krediten ca. 295 Arbeitsplätze.

Die Zielgruppen

  • Arbeitslose Personen und Teilnehmer am UGP des AMS
  • Von Arbeitslosigkeit oder Armut bedrohte Personen
  • Atypisch Beschäftigte und am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen

Detaillierte Informationen zu den Förderbedingungen sind auf dem Webportal www.dermikrokredit.at zu finden. Angehende Unternehmerinnen und Unternehmer können dort zusätzlich zur persönlichen Beratung auch e-Learning- und e-Coaching-Angebote nutzen.

Kreditsumme, fixer Zinssatz, keine Gebühren
In Summe stellt die Salzburger Sparkasse 400.000 Euro für diese Mikrokredite zur Verfügung, wobei Einzelpersonen bis zu 12.500 Euro und Personengesellschaften bis zu 25.000 Euro erhalten können. Die Laufzeit beträgt max. fünf Jahre, die ersten sechs bis neun Monate können tilgungsfrei vereinbart werden. Besondere Vorteile: Bearbeitungsgebühren fallen keine an und ein fixer Zinssatz wird für die gesamte Laufzeit garantiert. Die Rückzahlung erfolgt in gleichen Raten quartalsweise.

Wie funktioniert der Mikrokredit?
Die Antragstellung verläuft unbürokratisch: Interessenten wenden sich über die Hotline 0800 - 800 807 sowie per E-Mail an dermikrokredit@oesb.at an die ÖSB Consulting GmbH.

  • Die ÖSB unterstützt die Antragsteller durch Beratung und Qualifizierung bis hin zum fertigen Antrag.
  • Wenn der Antrag fertig ist, wird dieser zur Risikobeurteilung nach regionalen Gesichtspunkten entweder an die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) oder an das Beratungszentrum Geschäftskunden der Salzburger Sparkasse übermittelt, die nach einer positiven Beurteilung die Kredite gestionieren.
  • Nach der Kreditgewährung sind die Antragsteller verpflichtet über den Verlauf des Unternehmens periodisch zu berichten.
  • Bei Zahlungsstörungen, aber auch zur Förderung der Nachhaltigkeit tritt die ÖSB auf den Plan, die durch Beratung und Qualifizierung den erfolgreichen Verlauf des  Vorhabens absichert.
  • Die Ausfallshaftung wird von mehreren Stiftungen getragen, im Bundesland Salzburg von der Dreyer Ventures & Management GmbH.

WEITERE INFORMATIONEN im Beratungszentrum für Geschäftskunden der Salzburger Sparkasse,
Ansprechpartnerin: Mag. Manuela Steiner, Tel.: 05 0100 - 48527.

Im Bild: Mag. Regina Ovesny-Straka, Generaldirektorin der Salzburger Sparkasse Bank AG.
Foto Neumayr, Abdruck honorarfrei