Der Sparkassenverein

Zu Beginn des Jahres 1854, vier Jahre nach dem Beschluss im Gemeinderat sowie nach der Aufbringung der erforderlichen Garantiesumme, wurde der Sparkassenverein (Verein der Sparkasse in der Stadt St. Pölten) gegründet. Der genaue Wortlaut lautet heute „Verein der Privatstiftung Sparkasse Niederösterreich“.

Die erste und damit konstituierende Hauptversammlung fand am 18. Jänner 1854 im Sitzungssaal des Rathauses statt.

Es gilt dieser Tag als Geburtstag der heutigen SPARKASSE NIEDERÖSTERREICH MITTE WEST AKTIENGESELLSCHAFT.

Es wurden sieben Vorstandsmitglieder, vier Kuratoren und zwölf Ausschussmitglieder gewählt. Landesgerichtspräsident Johann Ranzoni wurde erster Vereinsvorstand. Zum ersten Direktor der Sparkasse wurde der kk. Notar Anton Seehann bestellt, der erste Buchhalter war der Hauptschullehrer Johann Kienast. Der Rauchfangkehrermeister Josef Werner sollte das Amt des Kassiers übernehmen.

1866 wurde erstmals ein neuer Vortand des Sparkassenvereins gewählt, der nun vom Advokat Dr. Johann Ofner geleitet wurde. Ihm folgten 1888-1893 Dr. Adolf Zillich, 1893-1919 Dr. Karl Heitzler, 1919-1921 Ignaz Irlweck, von nun an wurde der Vereinsvorsteher "Oberkurator" genannt; 1921-1926 Carl Wöss, 1927-1937 Komm.-Rat Karl Lechnitz, 1938-1945 Friedrich Sommer, 1946-1948 Günther Benedikt, 1948-1953 Komm.-Rat Friedrich Hönig, 1954-1959 Komm.-Rat Anton Öckher, 1959-1963 Otto Schwarz, 1963-1965 Ludwig Schubert, 1965-1977 Komm.-Rat Rudolf Höfinger, 1977-1983 Komm.-Rat Ing. Otto Spinka. 1984 wurde Komm.-Rat Dr. Anton Öckher zum Oberkurator des Sparkassenvereins und in der Folge Vorsitzender des Aufsichtsrates der Privatstiftung "Sparkasse Niederösterreich" sowie der Sparkasse Niederösterreich AG bestellt.

Die Beschlusskraft des einstigen Sparkassenrates und seinen Ausschüssen, welche sich aus Sparkassenvereinmitgliedern bildeten, trug seit Bestehen gemeinsam mit den Vorständen zum Wohl der Allgemeinheit und zum Aufbau der Stadt St. Pölten bei. So konnten unter anderem nachstehende Projekte durch die Förderung und das Engagement der Sparkasse in St. Pölten ermöglicht werden.

Bau der Oberrealschule (heute BORG), Bau der Volks- und Bürgerschule auf dem Schillerplatz (1945 zerstört), Ausgestaltung des Bischofsteiches, Fertigstellung des Sparkassenparks (1886 Statue v. Kaiser Franz Joseph II), Errichtung des Städtischen Warmbades (Teil des heutigen Hallenbades), Aufforstung und Stiftung des Kaiserwaldes, Um- bzw. Ausbau des Stadttheaters, einige Gebäude u.a. Stadtsäle wurden um 1900 der Stadt überlassen, Bau des Gerätehauses der Feuerwehr, Errichtung des "Schützenhauptgebäudes", Neubau und Einrichtung sowie späterer Umbau des allgemeinen Krankenhauses, Bau der Mariazellerbahn, Wohnhäuser in der Roseggerstraße sowie der Bau der Daniel-Gran-Schule.

In der Periode zwischen 1900 und 1925 wurde St. Pölten zu einer Industriestadt. Verbesserungen der Infrastruktur, durch Bau von Kanalisation, neuen Straßen Arbeiterwohnheimen und Volksschulen konnten ebenso durch Mithilfe der Sparkasse realisiert werden.

Weiters konnte die Neuausrüstung der St. Pöltner Feuerwehr, der Aufbau des Nahverkehrsnetzes, der Bau der Jahnturnhalle, der Ankauf des Feuerwehrzentralgebäudes, sowie der Umbau und die Ausgestaltung des bischöflichen Alumnates in der Wienerstraße und der Neubau des Bundespolizeikommissariates in der Linzerstraße durch die Sparkassenfunktionäre gefördert werden.

Der Sparkassenverein ist verantwortlich für die Wahl des Aufsichtsrates, welcher wiederum den Vorstand der "Privatstiftung Sparkasse Niederösterreich" bestellt. Dieser Stiftungsvorstand vertritt die Privatstiftung (als derzeit einzigen Aktionär) in der Hauptversammlung der Sparkasse Niederösterreich Mitte West AG. Er wählt dabei deren Aufsichtsrat, der den Vorstand der Aktiengesellschaft bestellt.

Der Verein der Sparkasse in der Stadt St. Pölten setzt sich aus max. 200 honorigen Persönlichkeiten aus dem Einzugsgebiet der Sparkasse Niederösterreich Mitte West AG zusammen.