Bericht des Vorstandes

Mit einer neuerlichen klaren Steigerung des Betriebsergebnisses signalisiert die Sparkasse Niederösterreich Mitte West AG im Jubiläumsjahr ihrer 160-jährigen Geschichte Stabilität. Dies in einem wirtschaftlichen Umfeld, das geprägt war von rückläufigen Investitionen und verhaltenem Konsum.

DAS KONJUNKTURELLE UMFELD 2014
Recht unterschiedlich aus konjunktureller Sicht verlief 2014 die Entwicklung in den etablierten Volkswirtschaften. In den USA sorgte besonders im zweiten Halbjahr die wieder anspringende Konsumlaune für eine unerwartete starke Konjunkturbelebung. Dagegen blieb die wirtschaftliche Erholung in der Euro-Zone deutlich hinter den ursprünglichen Prognosen zurück. Als die italienische Wirtschaft neuerlich in die Rezession abrutschte, hatte das in Verbindung mit der verhaltenen Entwicklung in Deutschland eine ausgeprägte Schwächephase der Währungsunion zur Folge. Diese machte sich insbesondere um die Jahresmitte bemerkbar.

DIE KONJUNKTUR IN ÖSTERREICH
Die österreichische Wirtschaftsleistung hat sich im Jahresverlauf 2014 sukzessive abgeschwächt. Standen das erste und zweite Quartal noch im Zeichen eines leichten Wachstums, setzte im dritten Quartal eine Stagnation bis zum Jahresende ein. Damit hinkte die österreichische Konjunkturdynamik jener der gesamten Euro-Zone hinterher, wo zum Schlussquartal immerhin ein leichter Aufwärtstrend erkennbar wurde. Die schwache Entwicklung in Österreich zog sich über die gesamte Verwendungsseite: Im Außenhandel verhinderte die Wachstumsschwäche in den Schwellenländern, dass sich die 2013 eingesetzte Erholung der ausländischen Exportnachfrage fortsetzte. Ähnlich schwach stellte sich die Inlandsnachfrage dar: Einem leichten Anstieg bei den Konsumausgaben stand ein weiterhin rückläufiger Trend bei den Investitionen gegenüber.

Am Kapitalmarkt wirkte sich die österreichische Konjunkturflaute nicht aus, im Gegenteil: Gestützt durch die expansive Haltung der Europäischen Zentralbank sank die Rendite österreichischer Staatsanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit bis zum Jahresende auf 0,64 %. Gleichzeitig engte sich der Zinsaufschlag österreichischer Titel auf ihre deutschen Pendants auf nur noch 0,16 % ein – und damit auf das tiefste Niveau seit 2008. Auch die Ratingagenturen behielten 2014 ihre Bonitätseinstufungen der Republik Österreich bei, lediglich Fitch senkte die Bewertung nach dem Jahreswechsel um eine Stufe auf AA+.

DIE GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2014
Die Bilanzsumme der Sparkasse Niederösterreich Mitte West AG belief sich per 31.12.2014 auf 2.167 Mio. €. Die Forderungen an Kunden stiegen gegenüber 2013 um 3,6 % (56,4 Mio. €), die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um 3,0 % (42,7 Mio. €). Die Loan-to-Deposit-Ratio, die das Verhältnis der Refinanzierungen der Kundenforderungen durch Kundeneinlagen misst, lag per 31.12.2014 bei 108,0 %. Das Geschäftsjahr 2014 erbrachte einen betriebswirtschaftlichen Nettozinsertrag in Höhe von 43,4 Mio. €. Das entspricht einem Anstieg von 4,8 % (2,0 Mio. €) im Vergleich zum Vorjahr. Das Provisionsergebnis in Höhe von 19,7 Mio. € stieg im Vergleich zum Vorjahr um

8,3 % (1,5 Mio. €). Die Betriebserträge sind mit 63,5 Mio. € insgesamt um rund 5,6 % (3,4 Mio. €) höher ausgefallen als 2013. Die Betriebsaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 % (+0,6 Mio. €) auf 46,3 Mio. € gestiegen.

Das Betriebsergebnis lag mit 17,2 Mio. € um 19,3 % (2,8 Mio. €) über dem Vorjahreswert. Die Cost-Income-Ratio, das Verhältnis der Betriebserträge zu den Betriebsaufwendungen, betrug 72,9 % (2013: 76,0 %). Nach Abzug der Risikovorsorgen konnte die Sparkasse 2014 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 12,7 Mio. € ausweisen.

AUSBLICK 2015
Die Perspektiven für das Geschäftsjahr 2015 zeigen sich durchwachsen. Das spiegelt sich in der globalen Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds für 2015, der die Erwartungen zuletzt nach unten revidierte. Die heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute trugen insbesondere dem mäßigen Konsum und dem verhaltenen Investitionsklima Rechnung, als sie ihre Wachstumsprognosen für 2015 für die österreichische Wirtschaft auf nur noch 0,5 % (Wifo) bzw. 0,8 % (IHS) senkten.

v.l.n.r.: Vorstandsdirektor Mag. Helge Haslinger, MBA und Vorstandsdirektor Mag. Wolfgang Just präsentierten das Ergebnis des Geschäftsjahres 2014

Direktionsrat Peter Lafite

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